Der Chor der ghanaischen EmK-Gemeinde bei der Wiedereinweihung der Matthiaskirche in Düsseldorf.

Der Chor der ghanaischen EmK-Gemeinde bei der Wiedereinweihung der Matthiaskirche in Düsseldorf.

Einweihung in Düsseldorf

Drei EmK-Gemeinden unter einem Dach

Die drei Düsseldorfer EmK-Gemeinden haben eine neue Heimat. Ende September wurde die Matthiaskirche neu eingeweiht.

Am letzten Septembersonntag wurde die von der rheinischen evangelischen Landeskirche verkaufte Matthiaskirche im Düsseldorfer Stadtteil Lichtenbroich von der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) wieder eingeweiht. Die drei Düsseldorfer EmK-Gemeinden sind dort nun unter einem Dach vereinigt. Nach vielen Vorgesprächen hatten die ghanaische, die deutsche und die internationale Gemeinde die Gelegenheit wahrgenommen, das von der evangelischen Landeskirche aufgegebene Gotteshaus zu übernehmen und dort die drei unterschiedlichen Gemeinden an einem Ort zusammenzuführen. Jeden Sonntag werden nun drei Gottesdienste in den Sprachen Deutsch, Englisch und im ghanaischen Twi gefeiert.

»Ich freue mich, dass wir als Kirche jetzt unter einem Dach unseren Reichtum zusammenfassen und voneinander lernen und profitieren können«, erklärte Rainer Bath, der für Düsseldorf zuständige Superintendent der EmK, anlässlich des Kaufs der Matthiaskirche. Besonders freue er sich darüber, »dass die ghanaische Gemeinde endlich eine Heimat für ihr kirchliches Leben bekommt.« Die seit 1995 existierende ghanaische EmK-Gemeinde hatte bis dahin für ihre Gottesdienste die evangelisch-landeskirchliche Lukaskirche gemietet und ihr Gemeindeleben unter der Woche mit der deutschen EmK-Gemeinde in deren Gebäude geteilt. Van Jollie, Pastor der deutschen und internationalen EmK-Gemeinde, ist von den Chancen, die das neue Gebäude und die Zusammenarbeit der drei Gemeinden bietet, sehr angetan. »Wenn ich mir auf einem weißen Blatt Papier ein Kirchengebäude entwerfen dürfte, dann würde es so aussehen wie die Matthiaskirche«, sagte er im Vorfeld der Einweihung. Die variable Raumgestaltung und die Nebenräume findet er für die Zwecke der drei Gemeinden „einfach ideal“. Jane Odoom, seit acht Jahren Pastorin der ghanaischen Gemeinde, erhofft sich viel von der Zusammenarbeit unter einem Dach. »Früher feierten wir nur zu Pfingsten mit den andern beiden Gemeinden gemeinsame Gottesdienste. Jetzt werden wir viel mehr miteinander machen können.«

Die sehr variabel gestaltbare Matthiaskirche mit einem von 80 auf bis zu 250 Plätze erweiterbaren Gottesdienstraum liegt im Zentrum des Stadtteils Düsseldorf-Lichtenbroich unweit des Düsseldorfer Flughafens. Sie wurde 1977 als Gemeindezentrum für die Evangelische Landeskirche gebaut. Im vergangenen Jahr war dort die Gemeindearbeit eingestellt und das Gotteshaus als Kirche entwidmet worden. Nachdem die Gespräche zur Übernahme des Kirchengebäudes durch die EmK zu einem erfolgreichen Abschluss kamen, feierte die ghanaische EmK-Gemeinde dort schon seit Juni ihre Gottesdienste. Beim Festgottesdienst Ende September wurde nun die feierliche Wiedereinweihung als Kirche von den drei EmK-Gemeinden gemeinsam gefeiert. Neben den drei EmK-Gemeinden beheimatet die Matthiaskirche mit dem »Zentrum Plus« auch ein Tagesangebot der Diakonie Düsseldorf für Senioren. Dieses Angebot war schon vor der Entwidmung als Kirche in den Nebenräumen der Matthiaskirche angesiedelt und bleibt auch weiterhin als diakonisches Angebot für den Stadtteil beheimatet. »So wird das Gebäude neben der kirchlichen Gemeindearbeit jeden Tag von vielen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen genutzt«, freut sich Bath über die Zusammenarbeit der EmK mit der Diakonie über den Dienst an den Menschen in diesem Stadtteil.

Nötig geworden waren die Überlegungen zu räumlichen Veränderungen für die Düsseldorfer EmK-Gemeinden vor allem durch das Wachstum der ghanaischen Gemeinde. Diese wurde 1995 gegründet und zählt zwischenzeitlich rund 130 Gottesdienstbesucher, davon fast die Hälfte Kinder und Jugendliche. Die deutsche und die internationale Gemeinde mit jeweils rund 20 Gottesdienstbesuchern standen vor der Frage, wie das in die Jahre gekommene Gemeindehaus in der Düsseldorfer Hohenzollernstraße weiter genutzt und wirtschaftlich unterhalten werden könnte. So war die Suche der rheinischen evangelischen Landeskirche nach einem Käufer für die Matthiaskirche und die besondere Situation der EmK im Großraum Düsseldorf »wie füreinander geschaffen«, beschreibt der Leiter der Evangelischen Pressestelle Düsseldorf, Ulrich Erker-Sonnabend, die Situation für beide Seiten. Für die EmK sei das sofort nutzbare Raumangebot der Matthiaskirche geradezu ein »Geschenk des Himmels« gewesen.

Klaus Ulrich Ruof

Foto: Manfred Tubbesing