Ekkehart Vetter (rechts) und sein Vorgänger Dr. Michael Diener

Ekkehart Vetter (rechts) und sein Vorgänger Dr. Michael Diener

Unter neuer Führung

Ekkehart Vetter wird neuer »Allianz«-Vorsitzender

Ekkehart Vetter, der Präses des Mülheimer Verbands Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden, wird neuer Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz.

Der Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) wählte bei einer Sondersitzung am 12. Dezember in Kassel Ekkehart Vetter mit überwältigender Mehrheit zum neuen Vorsitzenden. Er tritt am 1. Januar 2017 die Nachfolge von Michael Diener an, der dieses Amt fünf Jahre innehatte.

Es bleibe das Anliegen der Evangelischen Allianz als interkonfessionelle Bewegung, die organische Einheit der Christen zu betonen und die Gebetskultur zu fördern, erklärte Vetter anlässlich seiner Wahl zum Vorsitzenden. Außerdem gehe es darum, das Evangelium von Jesus Christus einladend weiterzugeben, biblische Orientierung zu vermitteln und gesellschaftliche Verantwortung aus christlicher Perspektive wahrzunehmen. »Das sind und bleiben lohnende Wirkungsfelder«, erklärte Vetter hinsichtlich der Aufgaben der Evangelischen Allianz.

Der 60-jährige Vetter war schon in den letzten fünf Jahren als 2. Vorsitzender der DEA auch Stellvertreter Dieners in diesem Ehrenamt. Im Hauptamt ist Vetter seit 23 Jahren leitender Gemeindepastor der Ursprungsgemeinde des 1909 gegründeten Verbands Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden in Mülheim/Ruhr. Im Nebenamt leitet er seit 2003 als Präses den aus der pfingstkirchlichen Bewegung entstandenen freikirchlichen Verband, zu dem derzeit 43 Gemeinden in Deutschland mit ca. 4.700 Gemeindemitgliedern gehören.

Vetter ist als DEA-Vorsitzender Nachfolger von Michael Diener. Der 54-jährige Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands stellte sein Amt ein Jahr vor Ablauf der sechsjährigen Amtszeit zur Verfügung. Seinen Rücktritt hatte er bereits am 1. März 2016 öffentlich bekannt gegeben, nachdem er ein halbes Jahr zuvor durch die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland in deren Leitungsgremium, den Rat der EKD, gewählt wurde. Diener scheidet damit auch aus dem Geschäftsführenden Vorstand der DEA aus, bleibt aber in der Mitgliederversammlung der Evangelischen Allianz und als Mitglied im Hauptvorstand aktiv in der Leitungsebene dieser Bewegung.

Der 67 Mitglieder zählende Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz hat mit der Wahl Ekkehart Vetters erstmalig einen Vertreter zum Vorsitzenden berufen, der aus dem Mülheimer Verband kommt und somit aus einer pfingstlich-charismatischen Tradition stammt. Das Verhältnis von Evangelischer Allianz und pfingstlicher Bewegung stand viele Jahrzehnte unter großen Spannungen. Im Jahr 1909 hatten zusammen mit anderen christlichen Leitungspersönlichkeiten auch viele Vertreter der damaligen Evangelischen Allianz die Christen der pfingstlichen Bewegung mit der »Berliner Erklärung« ausgeschlossen. Damals war der »Mülheimer Verband« entstanden. Vor 20 Jahren bildete eine gemeinsame Erklärung zwischen dem Hauptvorstand der Evangelischen Allianz und dem Präsidium des Bundes Freikirchlicher Pfingstbewegungen (BFP) die Grundlage zur Verbesserung des Verhältnisses zwischen pietistisch-evangelikal und charismatisch-pfingstlich geprägten Christen und Gemeinden in Deutschland. Seither haben sich die Beziehungen zunehmend »normalisiert«, sodass inzwischen sowohl auf Ortsebene als auch auf der Ebene des Hauptvorstands der Evangelischen Allianz Persönlichkeiten, Gemeinden und Verbände aus pfingstlichen und charismatischen Ursprüngen mitwirken.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz www.ead.de/die-allianz/netzwerk/hauptvorstand.html
Mülheimer Verband www.muelheimer-verband.de

Zur Information
Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) ist ein Netzwerk evangelisch-reformatorisch gesinnter Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften. Die Anfänge der Evangelischen Allianz reichen bis ins Jahr 1845 zurück. Als internationale Bewegung wurde die Evangelische Allianz 1846 in London gegründet. An der kirchlichen Basis ist die Evangelische Allianz in Deutschland an rund 1.100 Orten aktiv und hält zu über 300 überregionalen Werken und Verbänden Kontakt. Bekannteste »Aktion« der Evangelischen Allianz ist die »Allianzgebetswoche«, die jährlich Anfang Januar eine Woche lang Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften im Rahmen der Ortsallianzen zum Gebet zusammenführt. Der Sitz der DEA ist im thüringischen Bad Blankenburg.
www.ead.de

Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit