Franziska Demmler, Pastorin der EmK und Kontaktperson für Menschen verschiedener Lebens- und Liebensweisen

Franziska Demmler, Pastorin der EmK und Kontaktperson für Menschen verschiedener Lebens- und Liebensweisen

EmK hilft Menschen verschiedener Lebensweisen

Die EmK hat eine »Kontaktstelle für Menschen verschiedener Lebens- und Liebensweisen« eingerichtet. Ansprechpartnerin ist Franziska Demmler.

Was machen Menschen, wenn sie mit ihrer sexuellen Identität nicht klarkommen und als Christen in ihrer Gemeinde niemanden zum Gespräch finden? Sich dieser Frage stellend hat Bischöfin Rosemarie Wenner aufgrund von Beratungen mit den Gremien der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) eine Kontaktstelle eingerichtet. Franziska Demmler, demnächst Pastorin in Erfurt, wurde in diese Aufgabe berufen und ist ab sofort Ansprechpartnerin »für Menschen verschiedener Lebens- und Liebensweisen«, wie es in der Information zu dieser Stelle offiziell heißt.

In der neu geschaffenen Stelle will Franziska Demmler für Menschen da sein, die sich mit ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität auseinandersetzen, weil sie sich in der üblichen heterosexuellen Beschreibung von Mann und Frau nicht wiederfinden. Das neu geschaffene Kontaktangebot in der EmK richtet sich also an lesbisch, schwul, bisexuell, transgeschlechtlich, intergeschlechtlich, asexuell oder queer empfindende Menschen, die sich in ihrem gewohnten Umfeld aufgrund ihrer Verschiedenheit nicht angenommen fühlen. »Ich will ihnen zuhören in ihrem Erleben, Suchen, Fragen und ihrem Glauben«, erklärt die studierte Theologin, die sich bereits während ihres Studiums mit der Thematik verschiedener sexueller Orientierungen auseinandersetzte, weil solche Menschen oft hörten, dass Aussagen der Bibel ihren Empfindungen entgegenstünden. »Für diese Menschen und mit ihnen zusammen möchte ich gern auf dem Weg sein«, bietet die Mittdreißigerin ihre Hilfe an. Die Menschen sollen erfahren, dass es in den Gemeinden der EmK Menschen gebe, die sich denen zuwenden, die auf der Suche sind. »Es gibt verschiedene Überzeugungen und Wege des Glaubens, darüber müssen wir im Gespräch sein«, so Demmler. Sie ist überzeugt, »dass wir uns nur im Gespräch auf den Weg machen können, um gemeinsam eine einladende Kirche zu sein«.

Aus dem sächsischen Annaberg-Buchholz stammend hat Franziska Demmler zunächst eine Ausbildung als Krankenschwester gemacht, bevor sie von 2005 an für fünf Jahre Theologie an der Theologischen Hochschule in Reutlingen studierte. Bereits während des Studiums beschäftigte sie sich in ihrer Bachelorarbeit mit dem Thema »Homosexualität in der Bibel« unter besonderer Berücksichtigung methodistischer Stellungnahmen zu diesem Thema. Seit sechs Jahren wirkt sie als Pastorin im Bezirk Kirchberg/Wilkau-Haßlau. Während dieser Zeit hat sie im Chemnitzer »Verein different people e.V.« mitgearbeitet und strebt demnächst das »Zertifikat für Sexualität und Religion«, das von der Pacific School of Religion an der kalifornischen Berkley Universität vergeben wird.

Klaus Ulrich Ruof

Foto: © Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

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