Die Teilnehmer der Konsultation zwischen der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland und der Methodistischen Kirche in Ghana.

Die Teilnehmer der Konsultation zwischen der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland und der Methodistischen Kirche in Ghana. Bischof Emmanuel Asante (zweite Reihe, dritter von links; Bischöfin Rosemarie Wenner, zweite Reihe, zweite von rechts).

Methodimus International

Für Lösungen einen Rahmen schaffen

Ghanaische Jugendliche stutzten bei der Einladung zum Buju-Abendmahl. Das war einer der Auslöser für eine Konsultation mit Bischof Asante aus Ghana.

In der Methodistischen Kirche in Ghana ist eine Teilnahme am Abendmahl nur für Kirchenglieder möglich. Deshalb waren ghanaische Jugendliche beim Bundesjugendtreffen (Buju) vor zwei Jahren unsicher, ob sie beim Abendmahl teilnehmen dürfen oder nicht. Solche Erfahrungen zeigen, dass die sich intensivierende Zusammenarbeit zwischen ghanaischen und deutschen EmK-Gemeinden konkrete Fragen aufwirft, die gelöst werden müssen. Dazu trafen sich auf Einladung von Bischöfin Rosemarie Wenner Ende Juni in Wuppertal der amtierende Leitende Bischof der Methodistischen Kirche aus Ghana, Emmanuel Asante, und Vertreter der ghanaischen methodistischen Gemeinden in Deutschland zu einer dreitägigen Konsultation.

»Ihr lebt in Europa, in Deutschland, und die meisten von euch werden nicht dauerhaft nach Ghana zurückkehren«, erklärte Bischof Asante seinen Landsleuten in überraschender Offenheit. »Lebt also hier mit den Menschen und mit der Kirche, zu der ihr gehört«, war seine Botschaft. Damit konkretisierte Asante den vorausgegangenen theologischen Vortrag von Michael Nausner. Der von der Theologischen Hochschule aus Reutlingen angereiste Professor für Systematische Theologie legte das EmK-Verständnis zum Abendmahl dar. »Ich wusste gar nicht, dass wir in der Theologie so nah beieinander sind«, staunte Abena Obeng aus der internationalen Gemeinde in Berlin-Charlottenburg. »Ich habe viel gelernt, aber jetzt müssen wir das in die Gemeinden tragen.« Viele der Glieder in den ghanaischen Gemeinden seien ihren ghanaischen Herkunftsgemeinden sehr verbunden.

Die Konsultation verdeutlichte, dass die Wege zu einer noch intensiveren Verbindung von Migrantengemeinden mit den deutschen EmK-Gemeinden bewusst gesucht werden wollen. Das stelle Anforderungen an alle Beteiligten, wobei Konflikte nicht ausblieben. Das Ziel sei aber nicht, dass alles konfliktfrei zugehe, so Bischof Asante. »Konflikte sind menschlich, und ihr Leiter habt die Rolle und Verantwortung, für die Lösung von Konflikten einen Rahmen zu schaffen«, forderte er die anwesenden Hauptamtlichen und Verantwortlichen der ghanaischen Gemeinden zu mutigem Vorangehen auf.

»In unseren Planungen müssen wir an die nächste Generation denken«, sagte Bischöfin Wenner zum Ende der Tagung. So werde in Kürze ein Treffen der Mitarbeiter aus der Arbeit mit Kindern aller ghanaischen Gemeinden stattfinden, um neue Wege in der Zusammenarbeit auszuloten. »Unser Miteinander von zwei methodistischen Kirchen aus verschiedenen Traditionen ist ein Modell dafür, wie wir trotz kultureller Unterschiede gemeinsam Kirche bauen können«, beschreibt sie die besondere Bedeutung dieser Form internationaler methodistischer Zusammenarbeit.

Klaus Ulrich Ruof

Foto: Klaus Ulrich Ruof, © EmK Öffentlichkeitsarbeit

Information

Die Methodistische Kirche in Ghana (MKG) geht auf missionarische Arbeit der Methodistischen Kirche in Großbritannien zurück, die 1835 ihren Anfang nahmen. Seit 1961 ist die MKG eine eigenständige Kirche und hat rund 1,5 Millionen Glieder, die von 720 Pastoren (davon 36 Frauen) betreut werden. Einer der kirchlichen Schwerpunkte liegt in der Bildungsarbeit, die in insgesamt 21 schulischen Einrichtungen unterschiedlicher Ausrichtung mit über 10 000 Schülern und in einem ökumenisch ausgerichteten theologischen Seminar angeboten wird. In Deutschland sind die ghanaischen methodistischen Gemeinden aufgrund einer Vereinbarung mit der Methodistischen Kirche aus Ghana in die Evangelisch-methodistische Kirche integriert. Momentan gibt es zehn ghanaische Gemeinden in vier Bezirken, sowie zahlreiche ursprünglich aus Ghana kommende Kirchenglieder, die in englischsprachigen oder deutschsprachigen Gemeinden beheimatet sind.

Links

Gemeindeatlas internationale Gemeinden

www.methodistchurch-gh.org/

worldmethodistcouncil.org/about/member-churches/name/ghana-methodist-church/