Reformationsjubiläum

Glaube an Christus befreit

In einer Botschaft zum Reformationsjubiläum besinnt sich die Vereinigung Evangelischer Freikirchen auf ihre Wurzeln in der Reformation.

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) besinnt sich in einer Botschaft zum Reformationsjubiläum auf den Einfluss, den die Reformation bis heute »auf Christen weltweit und auf ganze Gesellschaften hat«. Den Freikirchen sei es ein Anliegen, sich im Jahr des Jubiläums auf ihre Wurzeln in der Reformation zu besinnen, so VEF-Präsident Ansgar Hörsting: »In reformatorischer Tradition stehen wir für einen christlichen Glauben, der Menschen freimacht. Wir sind Teil einer historischen Bewegung, aus der wichtige Errungenschaften der modernen, freiheitlichen Gesellschaften erwachsen sind. Diese Werte vertreten wir aus unserem Glauben heraus.«

In der Botschaft werden wichtige Grundsätze reformatorischer Theologie hervorgehoben, wonach das »freimachende Gnadenangebot des Glaubens allen gilt«, wie es in dem Papier heißt. »Die persönliche Entscheidung für den Glauben verändert Menschen.« Einige Grundsätze und Ausdrucksformen reformatorischer Theologie seien von den heutigen Freikirchen in besonderer Weise weiterentwickelt und mit Leben gefüllt worden, etwa das »Priestertum aller Gläubigen«. So stehe in den Freikirchen die Mitwirkung in Aufgaben und Diensten in der Ortsgemeinde »grundsätzlich allen offen, die sich für den Glauben entschieden haben«.

Manche Errungenschaften der modernen Gesellschaft seien auf die Reformation zurückzuführen, »und die Freikirchen hatten entscheidenden Anteil daran«, wofür das VEF-Dokument einige Beispiele nennt. So sei eine der Wurzeln des modernen Freiheitsverständnisses – vor allem in Nordamerika – von baptistischen Theologen wie Roger Williams ausgegangen. Diese hätten dazu beigetragen, »dass Religions- und Gewissensfreiheit als Grundrecht für alle deklariert wurde«. Die Heilsarmee habe sich bereits im 19. Jahrhundert für eine gesellschaftliche Gleichstellung der Frauen engagiert, und der Einsatz für Menschenrechte habe in den Freikirchen eine lange Tradition. Das zeige das Wirken Martin Luther Kings, der Einsatz der Mennoniten für Frieden und der Kampf der Methodistin Sojourner Truth gegen Sklaverei und für das Frauenwahlrecht.

So seien die Freikirchen Teil einer »historischen Erneuerungsbewegung«. Das Jubiläum 2017 sei für sie Anlass, sich auf ihre »Wurzeln in der Reformation« und die damit einhergehenden Inhalte zu besinnen: »Als Ausdruck unseres Glaubens engagieren wir uns für Menschenrechte, für Religions- und Gewissensfreiheit, für Frieden, Respekt und Chancengleichheit.« Die VEF-Botschaft schließt mit den Worten: »Christus befreit. Das glauben und bezeugen wir.«

Dr. Michael Gruber (kur)

Die Botschaft der VEF zum Download

Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF)
Die VEF wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung.

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