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Bischöfin Rosemarie Wenner

Bischöfin Rosemarie Wenner

Mittwoch, 30. Dezember 2015

»Ich will euch trösten«

Mit ihrer Grußbotschaft zum Jahreswechsel 2015/16 verbindet Bischöfin Wenner die Herausforderungen des vergangenen Jahres mit der Jahreslosung für 2016.

»Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, zu Gottes Lob«, dieser Vers aus Römer 15,7 hat uns als Losung durch das Jahr 2015 begleitet. Wer hätte vor einem Jahr gedacht, wie wegweisend dieser Ratschlag sein könnte, und zwar über 2015 hinaus? Mit den Flüchtlingen, die in Europa Zuflucht suchen, buchstabieren wir »einander annehmen« unter neuen Bedingungen.

Viele Menschen zeigen überwältigende Hilfsbereitschaft. Manche leiden darunter, dass ihr Tun ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Andere machen begeisternde Erfahrungen und werden von der Hoffnung ihrer neuen Nachbarn angesteckt. Etliche wollen eigentlich nett zu Flüchtlingen sein, aber sie tun sich schwer mit deren Wertevorstellungen oder der anderen Religion. Wieder andere fühlen sich zurückgesetzt und fürchten um ihr Wohl. Manche reagieren gar mit Wut und Aggression.

Wie geht es miteinander, wenn wir so unterschiedlich denken und bisweilen sogar in uns selbst hin und hergerissen sind? Wir Christen glauben: Gott sagt bedingungslos Ja zu dieser Welt und zu jedem Menschen. In Jesus Christus, dessen Geburt wir gerade feierten, bekommt Gottes Ja Hand und Fuß. Gott wird angreifbar in einem Menschenkind. So sehr liebt uns Gott. Gottes Ja trägt auch in den Widersprüchen, die uns zu schaffen machen. Aus unserer menschlichen Warte betrachtet ist längst nicht alles eindeutig. Doch mit Gottes Ja als Rückhalt wenden wir uns den Mitmenschen zu. Vielleicht lernen wir uns besser verstehen, wenn wir mehr voneinander wissen? Vielleicht schaffen wir gemeinsam, was für wenige nicht zu leisten ist? Wir halten einander aus, suchen Verbindendes und bauen Gemeinschaft. So loben wir Gott.

Die Jahreslosung für das Jahr 2016 ist übrigens ein Mutmachwort, nachzulesen in Jesaja 66,13: »Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet!« Es wird Tage geben im neuen Jahr, da werden wir nicht mehr weiter wissen. Wir werden enttäuscht werden von unseren Mitmenschen und werden vielleicht auch an Gottes Güte zweifeln. Gerade in solchen Situationen will Gott uns mit offenen Armen aufnehmen, um uns zu trösten, damit wir wieder Hoffnung schöpfen. So wünsche ich uns ein gutes und gesegnetes Jahr unter Gottes Schutz.

Bischöfin Rosemarie Wenner

Foto: Gottfried Hamp, © Referat für Öffentlichkeitsarbeit der EmK