V.r.n.l.: Prof. Dr. Bryan Stone (Boston), Prof. Dr. Sergei Nikolaev (Moskau), Prof. Dr. Jack Jackson (Claremont/Los Angeles), FFE-Präsidentin Jane Boatwright Wood, Prof. Achim Härtner M.A.(Reutlingen)

V.r.n.l.: Prof. Dr. Bryan Stone (Boston), Prof. Dr. Sergei Nikolaev (Moskau), Prof. Dr. Jack Jackson (Claremont/Los Angeles), FFE-Präsidentin Jane Boatwright Wood, Prof. Achim Härtner M.A.(Reutlingen)

Theologische Woche

Kirche kann überall präsent sein

Während der Reutlinger Theologischen Woche war der Dienstag dem Schwerpunkt Evangelisation gewidmet. Ein Förderpreis machte das möglich.

Im Rahmen der am Donnerstag zu Ende gegangenen Theologischen Woche an der Theologischen Hochschule Reutlingen (THR) fanden erstmalig auch die »Wallace-Chappell-Vorlesungen über Evangelisation« der Stiftung für Evangelisation (Foundation for Evangelism, FFE) statt. Diese Vorlesungen mit dem Schwerpunkt Evangelisation werden jährlich als Förderpreis an eine methodistische Hochschule vergeben, um besondere Vorträge zu einer aktuellen Theologie und Praxis der Evangelisation zu ermöglichen.

Bryan Stone, Professor für Evangelisation an der Universität Boston (USA), lud in seiner Bibelarbeit dazu ein, einen »ästhetischen Ansatz der Evangelisation« zu verfolgen. Im Dreiklang »des Guten, der Wahrheit und der Schönheit« würde sich schnell zeigen, was Bestand habe. So könne auch die »Schönheit des Gekreuzigten« wahrgenommen werden. Michael Moynagh aus dem englischen Oxford, führender Fachmann der »Fresh Expressions«-Bewegung und Direktor für Netzwerkentwicklung und Berater für Theologie und Praxis, ermutigte dazu, dass die Kirche trotz sinkender Gliederzahlen einen Auftrag zu erfüllen habe. »Es gibt keine Lebenssituationen, in denen Kirche nicht präsent sein könnte«, erklärte Moynagh. Kirche müsse »dort für die Menschen da sein, wo die Menschen sind«.

Die »Stiftung für Evangelisation« wurde 1946 auf Anstoß von Harry Denman gegründet. In Erinnerung an diesen methodistischen Laien und Evangelisten verschrieb sich die Stiftung dem Ziel, der Evangelisch-methodistischen Kirche weltweit das in der Geschichte des Methodismus zentrale Anliegen der Evangelisation wieder neu ins Bewusstsein heben. In der Folgezeit wurde deutlich, dass dies am ehesten dadurch geschehen könne, an methodistischen Hochschulen Lehrstühle für die Theologie der Evangelisation einzurichten. Erstmalig konnte im Jahr 1984 an der Universität Boston ein durch die FFE geförderter Lehrstuhl für Evangelisation eingerichtet werden. Inzwischen unterstützt die Stiftung dauerhaft 13 Lehrstühle für Theologie der Evangelisation an methodistischen Hochschulen in den USA, in Russland, Deutschland und Simbabwe. In der Theologischen Hochschule Reutlingen (damals noch »Theologisches Seminar«) ist ein solcher Lehrstuhl 1992 eingerichtet worden. Der Verwaltungsrat des Seminars nahm die zugesagte Förderung des Lehrstuhls durch die Stiftung an, machte die Entscheidung zur Einrichtung dieses Lehrstuhls aber nicht von dieser Förderung abhängig.

In der Zwischenzeit sind viele Kooperationen zwischen den einzelnen Lehrstühlen gewachsen. Achim Härtner, als Professor für Praktische Theologie seit 1995 Inhaber des E. Stanley Jones-Lehrstuhls für Evangelisation, ist dankbar für das Engagement der FFE. Die Partnerschaft mit der Stiftung für Evangelisation habe seine theologische Arbeit stark bereichert. »Im fachlichen Austausch mit den internationalen Kollegen aus unterschiedlichen Kontexten habe ich viel gelernt«, erklärte Härtner am Rande der Wallace-Chappell-Vorlesungen im Rahmen der Theologischen Woche. »Die durch die FFE ermöglichte Mitwirkung an internationalen Tagungen und Veröffentlichungen bringen wiederum Impulse in die Hochschule und in unsere Kirche«, führt Härtner aus. So seien auch die Wallace-Chappell-Vorlesungen Impulse aus dem internationalen Kontext für die Arbeit der Kirche in Europa und in Deutschland.

Klaus Ulrich Ruof

Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Weitere Informationen:

Die Wallace-Chappell-Vorlesungen sind einem Förderpreis zu verdanken, für den sich weltweit methodistische Theologische Hochschulen bewerben können. Über den Zuschlag entscheidet der Stiftungsrat. Die Zuwendung ist mit 3.000 US-Dollar dotiert und wurde für die Tagung in Reutlingen auf 4.500 US-Dollar aufgestockt. foundationforevangelism.org/

Die Theologische Hochschule Reutlingen (THR) ist als Einrichtung der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Österreich und der Schweiz die international ausgerichtete Studienstätte des deutschsprachigen Methodismus. Sie ist eine staatlich anerkannte Hochschule und verleiht die international anerkannten Studienabschlüsse Bachelor of Arts (B.A.) und Master of Arts (M.A.) in Theologie. www.th-reutlingen.de