Der EmK-Referent für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung, Hans Martin Renno, setzt sich für klimabewussten Lebensstil ein.

Der EmK-Referent für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung, Hans Martin Renno, setzt sich für klimabewussten Lebensstil ein.

Klimawirkung

Klimawirkung in Bäume umrechnen

Die Weihnachtsaktion der EmK-Weltmission kann auch zu klimabewusstem Verhalten »bei uns« animieren. Hans Martin Renno erklärt, wie das geht.

Im November hat die EmK-Weltmission ihre Weihnachtsaktion 2015 unter dem Motto »Hoffnung pflanzen« vorgestellt. Zwischenzeitlich gibt es erste Informationen über eine gute Resonanz dieser Aktion. Hans Martin Renno, der Referent für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), greift diese Aktion auf und erklärt, wie diese Aktion über eine Spende hinaus auch »bei uns« weiterwirken kann.

Eine Aktion mit außergewöhnlicher Wirkung

Die EmK-Weltmission hatte uns eingeladen zehn Euro zu spenden, um in Nigeria Bäume pflanzen zu können. Die Hilfe wirke fünffach: Es werden Arbeitsplätze geschaffen und den Menschen wird ein zusätzliches Einkommen ermöglicht. Darüber hinaus werden Klima und Bodenbeschaffenheit in Nigeria verbessert, die Zusammenarbeit der lokalen Gemeinschaft wird gefördert und die Zukunftsaussichten der jüngeren Generation werden verbessert. Außerdem hat diese fünffache Hilfe noch einen ganz außergewöhnlichen Akzent. Die gesamte Wirtschaftskraft der eingesetzten Spendengelder verbleibt in Nigeria. Es werden einheimische, in Nigeria gezogene Bäume von der einheimischen Bevölkerung gepflanzt, gepflegt und genutzt. Unsere Spenden werden also in vielfacher Weise Gutes in Nigeria bewirken.

Was die Aktion der Weltmission mit »Paris« verbindet

Über das Spenden hinaus kann diese Aktion auch bei uns konkret fortgesetzt werden. Sie passt nämlich sehr gut zu den Klimaverhandlungen, die im Dezember in Paris stattfanden. Dort hat die internationale Staatengemeinschaft ein Klimaabkommen ausgehandelt, mit dem der globale mittlere Temperaturanstieg auf unter 2 Grad Celsius begrenzt werden soll. Jeder der bei der Aktion der EmK-Weltmission in Nigeria gepflanzten Bäume wird pro Jahr rund 12,5 Kilogramm Kohlendioxid aufnehmen und so diesen klimaschädlichen Anteil in der Luft verringern. Wenn wir uns durch diese Aktion darüber hinaus auch für unseren Alltag zu einem veränderten Verhalten animieren lassen, kann diese Aktion noch größere Wirkung erzielen. Dazu einige Beispiele, mit denen die Klimawirkung eines in Nigeria gepflanzten Baumes auch in unserem Alltag erzielt werden kann. Allerdings wird bei uns die Menge von 12,5 Kilogramm Kohlendioxid leichter und schneller durch einen aufmerksameren Lebensstil mit bewusstem Verzicht erzielt.

85 Kilometer weniger Autofahren

Wer pro Jahr zwei Kilogramm weniger Rindfleisch als sonst isst, vermindert die Kohlendioxidproduktion um 12,5 Kilogramm. Umgerechnet in den Alltag heißt das: Gegenüber den bisherigen Essgewohnheiten zusätzlich alle sechs Wochen bei einer Mahlzeit auf Fleisch zu verzichten und stattdessen Gemüse essen.
Wenn ein Mittelklassewagen ungefähr 85 km weniger fährt, werden 12,5 Kilogramm Kohlendioxid vermieden und damit die Jahres-Klimawirkung eines in Nigeria gepflanzten Baumes erzielt. Mit Fahrgemeinschaften zum Gottesdienst, zur Bibelstunde oder zur Chorprobe ist das schnell erreicht. Oder man fährt für einen Wochenendbesuch mit dem Auto nur zum nächsten Bahnhof und von dort aus mit dem Zug.
Die Menge von 20 Kilowattstunden Strom aus konventionellem Energiemix produziert bei der Erzeugung 12,5 Kilogramm Kohlendioxid. Wer wöchentlich drei Stunden weniger fernsieht oder zwei Stunden weniger am Computer arbeitet oder spielt hat im Jahr die Menge an Strom eingespart, die der Klimawirkung eines Baumes entspricht.
Auch mit Fasten lässt sich das klimaschädliche Kohlendioxid reduzieren. Wer alle zwei Monate auf eine Mahlzeit verzichtet, erzielt damit im Jahr ungefähr die Verminderung um 12,5 Kilogramm Kohlendioxid.

Hoffnungszeichen

Für alle zuvor genannten Beispiele gilt: Bei häufigerem Verzicht vervielfältigt sich diese Wirkung. Wenn wir uns durch die Weihnachtsaktion der EmK-Weltmission auch zu Veränderungen in unserem Verhalten animieren lassen, wird sie auch bei uns wirken und Spuren hinterlassen kann. Geld für Nigeria spenden und selbst etwas beitragen. Geld geben und hier das klimaschädliche Kohlendioxid verringern. In Nigeria helfen und auch hier bei uns Zeichen der Hoffnung setzen.

Hans Martin Renno (kur)

Foto: