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Ausschnitt aus dem Video von regioTV Stuttgart

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Montag, 4. Januar 2016

Lebenskünstlern beim Lesen helfen

Ein Stuttgarter Regionalfernsehsender berichtet über ein Angebot des EmK-Bildungswerks, bei dem Analphabeten Lesen und Schreiben lernen.

Im Herbst letzten Jahres war der Stuttgarter Regionalsender regio TV zu Besuch beim Bildungswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Stuttgart. Anlass war der vom Bildungswerk durchgeführte Intensivkurs Lesen und Schreiben, über den der Regionalsender einen kleinen Opens external link in new windowFilm drehte und Anfang Dezember ausstrahlte.

»Es ist unglaublich, wenn mir einer der Teilnehmer einen Brief schreibt«, erzählt Christine Carlsen-Gann, Referentin im EmK-Bildungswerk, von bewegenden Erfahrungen. Den Intensivkurs als Angebot des Bildungswerks gibt es seit über einem Jahr. Erstmalig war im Sommer 2014 ein zweiwöchiger Kurs angeboten worden. Damit sollten bildungsbenachteiligte Menschen in der Arbeit des Bildungswerks stärker berücksichtigt werden, was auch vom Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg gefördert wird. Laut Carlsen-Gann werde das Angebot gut angenommen, was sich auch daran zeige, dass die Teilnehmer des ersten Kurses im zweiten Jahr wieder dabei waren, um Erlerntes zu vertiefen. Allerdings sei es gar nicht so einfach Teilnehmer zu finden, »weil«, so Carlsen-Gann, »Werbung logischerweise fast unmöglich ist«. Vor einem Outing als Analphabet müsse eigentlich schon ein Vertrauensverhältnis bestehen. Deshalb werde demnächst stärker versucht über Arbeitgeber, Betriebsräte und Vertrauensleute Kontakte aufzubauen, um Teilnehmer auf diesem Wege ansprechen zu können. Die erste Reaktion sei zwar meist »in meinem Betrieb gibt es doch keine Analphabeten!«. Im weiteren Gespräch werde dann aber erkennbar, dass bei Menschen, die Arbeitsanweisungen nicht richtig ausführen oder Sicherheitshinweise missachten, vielleicht eine andere als die angegebene Ursache dahinterstecken könnte. Die übliche Floskel »hab‘ meine Brille vergessen« oder sonstige scheinbare Handicaps könnten nur vorgetäuscht sein, um den Analphabetismus zu verbergen. »Menschen mit diesem Handicap sind wahre Lebenskünstler, die ihren Alltag oft mit viel Mühe aber eben doch ganz gut meistern«, zollt Carlsen-Gann der Lebenskunst dieser Menschen Anerkennung.

Motivation bezieht Carlsen-Gann aus der Tatsache, »dass ich mit dieser Arbeit Menschen unterstützen kann, ein zunehmend selbstbestimmtes Leben zu führen«. Die Arbeit sei zwar herausfordernd, aber »vor allem freue ich mich riesig mit den Teilnehmern über jeden kleinen Fortschritt und Erfolg«. Wenn dann einer anrufe und nach dem nächsten Kurs frage, »ist das eine Bestätigung, dass wir als Lehrende und Lernende miteinander unterwegs sind«.

Klaus Ulrich Ruof

Foto: Video regioTV Stuttgart

Weitere Informationen

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