Weniger Sitzungen, mehr thematische Zusammenarbeit

Der Kirchenvorstand befürwortet eine Gottesdienstreform und eine Reform der inhaltlichen Arbeitsweise der Zentralkonferenz für vier Jahre ab 2017.

Bei seiner Frühjahrssitzung im hessischen Braunfels hat der Kirchenvorstand (KV) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) am vergangenen Wochenende die Vorbereitungen für die Zentralkonferenz (ZK) weiter vorangetrieben. Die vom 14. bis 17. März 2017 in Hamburg tagende ZK steht unter dem Thema »In Christus verbunden – in Liebe verbinden«. Neben der Wahl für die Nachfolge von Bischöfin Rosemarie Wenner, die in den Ruhestand gehen wird, wird sich die ZK mit weitreichenden Themen beschäftigen. So hat der KV die Fachgruppe Gottesdienst und Agende und die Kommission für Theologie und Predigtamt ermutigt, der ZK eine Gottesdienstreform zur Beschlussfassung vorzulegen. Damit solle den Gemeinden ermöglicht werden, diese zentrale Feier der Christenheit bewusster zu gestalten und in der Vielfalt das Verbindende zu stärken.

Vier Jahre mit weniger Sitzungsterminen

Außerdem schlägt der KV eine Zäsur vor, nach der die Arbeitsweise der ZK-Gremien während des kommenden Jahrvierts wesentlich verändert werden soll. Für das Jahrviert 2017-2020 soll die übliche Sitzungsarbeit unterbrochen werden, um – wie es in der Sitzungsunterlage heißt – »zu prüfen, ob wir mit anderen Wegen zur Entscheidungsfindung und mehr Kooperation unseren Auftrag besser ausführen und beweglicher auf Herausforderungen reagieren können«. Durch weniger Gremientermine solle Gelegenheit gegeben werden »zur Besinnung auf das Wesentliche und zur thematisch ausgerichteten Zusammenarbeit«. Deshalb sollen sieben Kommissionen (die Kommissionen für christliche Erziehung, Mission und internationale christliche Zusammenarbeit, Evangelisation, Erwachsenenbildung, Ökumenische Beziehungen, diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung sowie die Kommission für Theologie und Predigtamt) nicht eingesetzt werden. Stattdessen sollen sich die auf ZK-Ebene eingesetzten Sekretäre und Beauftragten der Werke und Arbeitsbereiche mindestens zweimal im Jahr unter bischöflicher Leitung treffen. Mit dazu eingeladen werden jeweils ein pastorales und ein Laienmitglied jeder Jährlichen Konferenz. Dabei solle der Auftrag konkretisiert werden, »Menschen zu Jüngern und Jüngerinnen Jesu Christi zu machen, um so die Welt zu verändern«. Außerdem sollen verbindende Themen beraten, Trends und missionarische Chancen herausgearbeitet und die Zusammenarbeit verbessert werden. Diese weitreichende Änderung wurde vom KV mit großer Mehrheit als Empfehlung zur Beschlussfassung durch die Zentralkonferenz verabschiedet.

Frühling in der Kirche

Im Rahmen eines Schwerpunktgesprächs tauschten sich die KV-Mitglieder darüber aus, wo sie mit von der »Fresh-X-Bewegung« angestoßenen »neuen Ausdrucksformen von Kirche« in Berührung kommen. Hierzu wurde dem KV das neu erstellte Arbeitsmaterial zur 40-Tage-Aktion »Frühling in der Kirche« vorgestellt.

Flüchtlinge willkommen

Das in Presse, Politik und Gesellschaft allgegenwärtige Thema des Umgangs mit Flüchtlingen bewegt auch die kirchliche Arbeit auf allen Ebenen. Das zeigten viele der Kommissionsprotokolle. Dort ist an unterschiedlichen Stellen davon die Rede, wie Gemeinden Angebote für Flüchtlinge machen und Einzelpersonen sowie Gemeindegruppen Beziehungen zu Flüchtlingen aufnehmen. Die innerhalb der EmK angebotenen Schulungs- und Vernetzungsangebote werden aufmerksam wahrgenommen. In diesem Zusammenhang weist Bischöfin Wenner auf die Materialien und Internetangebote hin, mit denen Gemeinden und Einzelpersonen in ihrem Engagement unterstützt werden. Dazu gehören die Aktion »Willkommen« und die verknüpfenden Angebote des EmK-Bildungswerks.

Klaus Ulrich Ruof