Internationale Delegation mit deutscher Bischöfin (v.l.): Pastor Joao Damiao Elias (Mosambik), Bischöfin Rosemarie Wenner, Keila Guimaraes, Bischof Jose Carlos Peres und Ehefrau Maria da Penha Goncalves Peres (alle drei Brasilien)

Internationale Delegation mit deutscher Bischöfin (v.l.): Pastor Joao Damiao Elias (Mosambik), Bischöfin Rosemarie Wenner, Keila Guimaraes, Bischof Jose Carlos Peres und Ehefrau Maria da Penha Goncalves Peres (alle drei Brasilien)

EmK-Weltmission

»Die Kirche noch näher zu den Menschen bringen«

Aus Mosambik und Brasilien kommen die Gäste bei der Sitzung der EmK-Weltmission. Es geht um Erfolge und Herausforderungen der Partnerschaft.

Die Kommission für Mission und internationale kirchliche Zusammenarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, das Aufsichtsgremium der »EmK-Weltmission«, tagte am vergangenen Wochenende in Wuppertal. Im Mittelpunkt stand der Austausch mit den Projektpartnern in Brasilien und Mosambik.

Dreiecks-Partnerschaft

Aus Brasilien kamen Jose Carlos Peres, Bischof der Region Sao Paulo der Methodistischen Kirche in Brasilien, in Begleitung seiner Ehefrau und der für das Projekt »Schatten und frisches Wasser« verantwortlichen Leiterin Keila Guimaraes. Joao Damiao Elias war aus Maputo, der Hauptstadt von Mosambik, angereist. Er ist Pastor der EmK in Mosambik und Leiter für pastorale Dienste. Die zeitgleiche Einladung von Vertretern der Projektpartner aus Brasilien und Mosambik ist Ausdruck der trilateralen Zusammenarbeit der EmK-Weltmission mit diesen beiden portugiesisch-sprachigen Ländern, die ihrerseits eine intensive Partnerschaft pflegen. Beide Partner sind sehr dankbar für die Zusammenarbeit mit der deutschen EmK-Weltmission, die über Jahre hinweg gewachsene und zunehmend »in beide Richtungen« praktizierte Partnerschaft und die Unterstützung unterschiedlicher Projekte in beiden Ländern durch die EmK-Weltmission.

Hirtenbrief gegen Korruption

So wurde in Brasilien mit deutscher Unterstützung ein Zisternenbauprogramm gefördert, das inzwischen vielen Personen und Einrichtungen die Eigenversorgung mit Brauchwasser ermöglicht. Darüber hinaus erklärte Bischof Peres, wie die Methodistische Kirche in Brasilien sich zum Ziel gesetzt hat, »die Kirche noch näher zu den Menschen zu bringen«. Mit einem in Jahresthemen aufgeteilten mehrjährigen Programm will die Kirche unter anderem stärker in die Städte hinein wirken, mit dem eigenen kirchlichen Handeln ein Beispiel für Integrität geben, die Verantwortung für die Umwelt hervorheben und die Bedeutung von Einheit lehren und leben. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Situation in Brasilien hat der »Bischofsrat« der Methodistischen Kirche von Brasilien einen Hirtenbrief gegen Korruption veröffentlicht. Damit setzt die Kirche ein deutliches Signal gegen dieses Laster und unterstützt die an vielen Orten vorhandenen Aktionen von Gemeinden in gleicher Richtung. Die Menschen in Brasilien erwarten die prophetische Stimme der Kirche, die sich auf die Seite der Armen und Entrechteten stellt und den krankmachenden und zerstörerischen Strukturen in der Gesellschaft entgegentritt.

Brasilianischer »Export-Erfolg«

Mit erkennbarem Stolz sind die brasilianischen Methodisten froh und dankbar, dass ihr landesweites sozialdiakonisches Kinder- und Jugendprogramm »Schatten und frisches Wasser« Auslöser war für das in Deutschland im vergangenen Jahr gestartete Programm »Trampolin – Trau dich, spring ins Leben!«. Die neue Leiterin, Keila Guimaraes, wünscht den Methodisten in Deutschland, »dass dieses Programm der EmK auch in Deutschland dazu beiträgt, dass Kinder und Jugendliche eine bessere Zukunft haben«.

Methodistische Schulen mit großem Zulauf

»Wir sind dankbar für die großartige Unterstützung, die wir aus Deutschland erhalten«, drückte der Gesandte der methodistischen Projektpartner aus Mosambik die Dankbarkeit der dortigen Verantwortlichen aus. Pastor Elias betonte besonders »den multifunktionalen Dienst« der Eheleute Claus und Renate Härtner im evangelisch-methodistischen Missionszentrum Cambine. Elias betonte, dass es für die EmK in Mosambik eine große Chance sei, Schul- und Berufsausbildung für junge Menschen anzubieten. Der Staat fördere flächendeckend nur die Grundschulen. Deshalb habe die weiterführende Ausbildung in den evangelisch-methodistischen Schulen einen großen Zulauf. Das Missionszentrum in Cambine sei dafür eine vorbildliche Einrichtung. »Diese über viele Jahre mit großer Unterstützung aus dem Ausland gewachsenen Projekte nachhaltig weiterzuentwickeln, ist eine große Aufgabe«, betonte Frank Aichele, der Leiter der EmK-Weltmission, bei der Kommissionssitzung. Elias bestätigte dies, betonte aber, dass die EmK in Mosambik bereit ist, die Herausforderung anzunehmen.

»Licht spenden« ist das Motto der nächsten Weihnachtsaktion

Die Mitglieder der Kommission zeigten sich sehr erfreut über das Ergebnis der letztjährigen Weihnachtsaktion »Zukunft bauen« der EmK-Weltmission. Der Spendenstand beläuft sich zwischenzeitlich auf über 180.000 Euro. Damit werden die beworbenen Projekte zum Berufsstart von Schreinern, Leitungen zur Wasserversorgung in Cambine und das Neueindecken von Dächern von Gebäuden des Missionszentrums finanziert. Dass damit ebenfalls die Folgen des jüngsten Wirbelsturms, der auch in Cambine viele Dächer abgedeckt und Häuser stark beschädigt hat, behoben werden können, ist »Hilfe zum richtigen Zeitpunkt großer Not«, wie Aichele berichtete. Bei der Kommissionssitzung wurde auch die nächste Spendenaktion für Weihnachten 2017 beschlossen. Unter dem Motto »Licht spenden« werden die westafrikanischen Kirchen in Sierra Leone, Liberia und Nigeria mit solarversorgten LED-Beleuchtungen unterstützt.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.  

Weiterführende Links
www.emkweltmission.de/mosambik/berichte-aus-mosambik

Zur Information
Die »EmK-Weltmission« ist der für Weltmission und internationale kirchliche Zusammenarbeit zuständige Arbeitszweig der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Leiter ist der Missionssekretär Frank Aichele. Der Sitz des Missionsbüros ist in Wuppertal. Die Kommission für Mission und internationale Zusammenarbeit unter der Leitung von Bischöfin Rosemarie Wenner beaufsichtigt die Arbeit und entscheidet über Strategie, Projekte und Haushalt der EmK-Weltmission und entsendet Missionarinnen und Missionare in den internationalen Dienst. Derzeit hat die EmK-Weltmission vier deutsche und drei ausländische Personen mit Ehepartnern und Familien im internationalen Einsatz sowie sieben Jugendliche im entwicklungspolitischen Freiwilligendienst.
www.emkweltmission.de

Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit