In der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) sind zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen verbunden. Im Bild das Logo der VEF.

In der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) sind zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen verbunden. Im Bild das Logo der VEF.

Bundestagswahl

Die Zukunft des Landes mitgestalten

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen verschickte einen Fragenkatalog an die Parteien. Die Antworten werden als »Wahlprüfsteine« veröffentlicht.

»Die Freiheit demokratischer Wahlen geht mit der Verantwortung einher, die Zukunft des eigenen Landes mitzugestalten«, erklärte Christoph Stiba, der Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), anlässlich der Veröffentlichung der »Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2017«. Der ausführliche Fragenkatalog war an alle Parteien verschickt worden, die nach aktuellen Prognosen am Wahltag Chancen haben, in den Bundestag einzuziehen. »Die Antworten sollen eine Hilfestellung für die Wahlentscheidung sein«, so Stiba.

Fragen »die uns als Christen besonders auf dem Herzen liegen«

Die Fragen befassen sich mit den Themenfeldern Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung, Migration, Ehe und Familie, Miteinander der Generationen sowie Kirche und Staat. Es sei dabei bewusst nicht um die Themen gegangen, die von den Parteien selbst in den Mittelpunkt gestellt würden, sondern um Fragen, »die uns als Christen besonders auf dem Herzen liegen«, so Friedrich Schneider vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, der den Katalog für die VEF zusammen mit einem Arbeitskreis erstellte.

Ziele nachhaltiger Entwicklung aus christlicher Perspektive wesentlich

Gegenüber den Wahlprüfsteinen zur letzten Bundestagswahl seien viele Fragen neu hinzugekommen, betonte der VEF-Beauftragte am Sitz der Bundesregierung, Peter Jörgensen. Neu seien unter anderem Fragen zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung, die von den Vereinten Nationen formuliert wurden. Die VEF sehe diese Ziele im Fokus ihrer politischen Arbeit. Dabei geht es um die Bekämpfung von Armut, Hunger und Ungleichheit, den Einsatz für Bildung, gerechte Arbeitsverhältnisse und einen nachhaltigen Umgang mit den der Menschheit anvertrauten Ressourcen. »Diese Ziele nachhaltiger Entwicklung sind aus christlicher Perspektive wesentlich«, so Jörgensen.

Signal zur aktiven Mitgestaltung der Gesellschaft

Die Fragen an die Parteien sollen nicht nur zeigen, was Christen wichtig sei, sondern auch signalisieren, »dass wir bereit sind, unsere Gesellschaft bei diesen Themen auch aktiv mitzugestalten«. Als Beispiel nannte der VEF-Beauftragte das Thema Migration: »Wir stellen hierzu nicht nur Fragen in den Wahlprüfsteinen, sondern unsere Gemeinden leisten durch ihren Einsatz in der Flüchtlingskrise einen gesellschaftlichen Beitrag.« 

Auf die den Parteien vorgelegten 35 haben die angeschriebenen Parteien CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, die Linke und nachgereicht auch die AfD geantwortet. Die VEF veröffentlicht die Antworten aus den Parteizentralen unkommentiert und ohne eine Wahlempfehlung abzugeben.

In einer früheren Version des Textes hieß es, dass die AfD nicht geantwortet habe. In der aktuellen Textversion ist das geändert worden. Die AfD hatte mit Verspätung Antworten eingereicht, die aber erst eingegangen waren, nachdem die Pressemeldung der VEF, auf der die Meldung beruhte, versandt worden war.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2017

Zur Information
Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung.
Weitere Informationen: www.vef.de 

Foto: VEF-Logo