GBGM-Generalsekretär Thomas Kemper

GBGM-Generalsekretär Thomas Kemper

Flüchtlingshilfe und US-Politik

Dienst mit Migranten und Flüchtlingen geht weiter

Thomas Kemper, Leiter des internationalen EmK-Missionswerks, betont den Dienst der EmK mit Migranten und Flüchtlingen im Licht der jüngsten US-Politik.

Der Generalsekretär des internationalen Missionswerks (General Board of Global Ministries, GBGM) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), Thomas Kemper, kritisierte in der vergangenen Woche in einer Stellungnahme die Politik des neuen US-Präsidenten Trump. Dessen Ankündigungen hinsichtlich seiner Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik bezeichnete Kemper als »äußerst unerquickliche Botschaften an religiöse und humanitäre Organisationen«.
Trump hatte angekündigt, eine Mauer zwischen Mexiko und den USA zu errichten, Städten das Geld zu kürzen, wenn sie bei Razzien gegen Einwanderer nicht mitwirkten und Personen als »Kriminelle« abzuschieben, auch wenn sie erst beschuldigt und noch nicht verurteilt worden seien. Außerdem hatte Trump gedroht – und am Samstag in Dekrete gefasst –, die Einreise von Flüchtlingen einige Monate lang auszusetzen und Einreisevisa von Personen aus einigen mehrheitlich muslimischenLändern außer Kraft zu setzen.

Migration ist Arbeitsschwerpunkt des EmK-Missionswerks

Kemper wies darauf hin, dass die Arbeit mit Migranten und Flüchtlingen zu den ältesten kirchlichen Diensten methodistischer Mission zähle. So seien die englischen Missionare in Amerika selbst Migranten gewesen und hätten oft unter Migranten gearbeitet. Die EmK und ihre Vorgängerkirchen hätten Generationen von Migranten willkommen geheißen, auch Flüchtlinge unterschiedlichen Glaubens. Mit Bezug auf die EmK schrieb Kemper: »Wir haben humanitäre Dienste mit registrierten und unregistrierten Personen an vielen Orten der Erde angestoßen. Zu vielen unserer Gemeinden auf der ganzen Erde gehören Migranten und Flüchtlinge als Glieder und ehrenamtliche Mitarbeiter, aber auch als Dienstleistungsempfänger.« Migration sei ein Arbeitsschwerpunkt des internationalen EmK-Missionswerks. Deshalb habe das Werk kürzlich eine umfangreiche Untersuchung zum Thema Migration im frühen 21. Jahrhundert durchgeführt. Thomas Kemper äußerte Verständnis dafür, »dass die Fragen komplex sind«, weil »viele Akteure wie Nationalstaaten, Weltstädte, internationale Organisationen, Nichtregierungsorganisationen für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, die globale Wirtschaft und sogar transnationale kriminelle Organisationen beteiligt sind«. Sein Werk engagiere sich aber für das Wohl der verletzlichsten Migranten und Flüchtlinge, beispielsweise jene in Syrien und im Irak sowie solche, die aus diesen Ländern flüchteten, jene aus Mittelamerika, die an der südlichen und der nördlichen Grenze Mexikos gefangen sind, Wirtschaftsmigranten von den Philippinen in Taiwan, Vietnamesen in Malaysia und Familien in den USA, die durch Abschiebungen wahrscheinlich getrennt würden.

Der Dienst mit Migranten und Flüchtlingen wird fortgesetzt

In seiner Stellungnahme betont Kemper: »Wir sind durch unseren Glauben an Gott und durch die Liebe Jesu Christi daran gebunden, unseren Dienst mit unseren Nächsten – und Migranten sind unsere Nächsten – fortzusetzen, ungeachtet der kurzsichtigen und häufig herzlosen Politik nationaler Regierungen, auch der USA, die für gewöhnlich Einwanderer und Flüchtlinge sowie die, die ihnen helfen und sie schützen, ausschließt, einschränkt und bestraft.« Das internationale EmK-Missionswerk werde den Dienst mit Migranten und Flüchtlingen fortsetzen und weiterhin mit anderen religiösen und humanitären Organisationen zusammenarbeiten, die die Einwanderungspolitik der Regierung Trump ablehnen.

Foto: Kathleen Barry, United Methodist Communications

Der Autor
Reinhold Parrinello ist Ingenieur für Datentechnik. Er lebt in Nürnberg und gehört dort zur EmK-Paulusgemeinde. Als Mitarbeiter bei Radio AREF, einem privaten Hörfunksender der evangelischen Freikirchen im Raum Nürnberg, sammelte er journalistische Erfahrungen und bringt sich als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche ein. Kontakt: reinhold.parrinello(at)emk.de

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Englischer Text der Meldung

Zur Information
Das internationale Missionswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche (General Board of Global Ministries, GBGM) mit Sitz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia verfolgt in seiner weltweiten Missionsarbeit vier Ziele: Menschen in die Nachfolge Christi zu rufen; christliche Gemeinden zu stärken, zu fördern und zu erneuern; menschliches Leiden lindern; nach Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden zu streben. Generalsekretär ist der Deutsche Thomas Kemper, der als erster Nicht-Amerikaner in dieses Amt gewählt wurde. Von den aktuell 32 Kommissionsmitgliedern der Organisation sind 25 aus den USA, zwei von den Philippinen, fünf aus Afrika und drei aus Europa. Aus Deutschland ist Missionssekretär Frank Aichele Mitglied der Kommission.
www.umcmission.org; www.emkweltmission.de