Atomwaffen abschaffen

EmK-Bischöfin: Atomwaffen abschaffen

Vor 70 Jahren töteten Atombomben in Japan 250.000 Menschen. Der Weltkirchenrat hat deshalb gefordert, die Welt von Nuklearwaffen zu befreien.

Die amerikanische EmK-Bischöfin Mary Ann Swenson hat im Namen des Ökumenischen Rates der Kirchen die Abschaffung von Atomwaffen gefordert. Die massenhafte Vernichtung von Menschen dürfe keine legitime Form der Selbstverteidigung sein, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Zentralausschusses des Weltkirchenrats am 5. August in der katholischen Kathedrale im japanischen Hiroshima. Dort predigte Swenson beim Gedenkgottesdienst zum 70. Jahrestag der Atombombenabwürfe am 6. August 1945 auf Hiroshima und am 9. August 1945 auf Nagasaki. Dabei waren Schätzungen zufolge etwa 250.000 Menschen getötet worden.

In ihrer Predigt wies Swenson auf die widersprüchliche Haltung vieler Staaten hin. »Die Teilnehmer der Pilgerreise kommen aus sieben Staaten, die sich für eine Welt ohne Atomwaffen einsetzen. Dennoch sind diese Staaten seit Jahrzehnten bereit, im Ernstfall Atomwaffen zu nutzen.« Hier müssten die Kirchen deutlich Position beziehen. »Es ist Zeit, dass wir Waffensystem und Energieerzeugung danach beurteilen, welche Auswirkungen Sie auf die Menschen und auf Gottes Schöpfung haben. Und wir müssen erkennen, dass unser Streben nach materiellem Komfort uns blind macht für die Mengen an Energie, die wir verschwenden.«

Swenson leitet eine Delegation des Weltkirchenrats, die derzeit in Japan unterwegs ist. Unter den Kirchenvertretern aus sieben Staaten ist auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. Die Teilnehmer wollen in Hiroshima und Nagasaki an die amerikanischen Atombombenangriffe vor 70 Jahren erinnern und sich für eine weltweite Ächtung von Atomwaffen einsetzen. Der Aufenthalt ist Teil des Pilgerwegs des Weltkirchenrats für Gerechtigkeit und Frieden.

Volker Kiemle

Foto: Johannes Minkus /WCC