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Pilgerweg

Friedens-Pilgerreise nach Hiroshima und Nagasaki

EmK-Bischöfin Mary Ann Swenson leitet eine ökumenische Pilgerreise nach Hiroshima und Nagasaki zum Gedenken an die Atombombenabwürfe vor 70 Jahren.

Kirchenführer aus acht Nationen begeben sich vom 5. bis 9. August auf eine ökumenische Pilgerreise nach Hiroshima und Nagasaki. Geleitet wird die Reise von der US-amerikanischen EmK-Bischöfin Mary Ann Swenson. Sie ist die Ökumenebeauftragte des Internationalen Bischofsrats der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) und als stellvertretende Vorsitzende des Zentralausschusses im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) die Leiterin dieser Pilgerreise. Die Reise nach Hiroshima und Nagasaki erinnert an die vor 70 Jahren am 6. und 9. August erfolgten Atombombenabwürfe, durch die diese beiden Städte nahezu komplett verwüstet wurden. Während der Reise werden die Teilnehmer Überlebenden begegnen und mit Kirchen vor Ort Gottesdienste und Gedenkfeiern gestalten, um damit dem geistlichen und politischen Ringen um Frieden in der Welt Ausdruck zu verleihen. Nach ihrer Rückkehr werden die Kirchenführer Aufrufe in ihre Länder und zu ihren Regierungen bringen, sich einer neuen zwischenstaatlichen Vereinbarung anzuschließen, um ein formelles Verbot von Atomwaffen zu verfassen. Diese humanitäre Initiative wird bereits von 110 Ländern unterstützt.

Bereits während ihrer Schulzeit argumentierte Swenson als Jugendliche gegen die Verbreitung von Atomwaffen. Jetzt, 50 Jahre später, reist sie als Delegationsleiterin nach Japan und unterstreicht damit ihre Warnung vor der nach wie vor herrschenden Gefahr einer atomaren Auseinandersetzung. Diese Gefahr sei real, erklärt Swenson und »bedroht wirklich das Überleben der Menschheit, falls je wieder eine Atombombe zum Einsatz gebracht wird«. Stephen Sidorak, ein ebenfalls aus der US-EmK kommender Teilnehmer und Mitglied der ÖRK-Kommission für internationale Angelegenheiten, verweist auf den 2009 erschienen Brief des EmK-Bischofsrats unter dem Titel »Gottes erneuerte Schöpfung. Ein Aufruf zum Hoffen und Handeln«. Dort betonen die Bischöfe in ihrer Botschaft an die EmK-Gemeinden in aller Welt, dass »nukleare Abschreckung eine Haltung ist, die nicht den Segen der Kirche haben kann«. Deshalb sei die Idee einer Pilgerreise zu unterstützen, bei der Orte besucht werden, deren Wunden große historische Traumata sind und sich dort zu fragen, »was getan werden kann, um zur Linderung beizutragen«.

Als Delegationsleiterin wird Bischöfin Swenson am 5. August in Hiroshima im Rahmen eines ÖRK-Gedenkgottesdienstes in der römisch-katholischen Friedens-Gedächtnis-Kirche die Predigt halten. Weitere Stationen der Reise sind an den beiden Folgetagen die Teilnahme an der Friedens-Gedächtnis-Zeremonie im Friedenspark der Stadt Hiroshima, ein Treffen mit »Hibakusha«, wie die Überlebenden der Atombombenabwürfe in Japan genannt werden, sowie ein multireligiöses Symposium zur Nuklearabrüstung und die jährliche Lampion-Schwimm-Zeremonie im Motomachi-Park der Stadt Hiroshima. Ähnliche Aktivitäten, einschließlich einer interreligiösen Gedenkfeier sind in Nagasaki am 8. und 9. August geplant.

»Pilgerweg der Kirchen nach Hiroshima und Nagasaki« ist Teil des »Pilgerwegs für Gerechtigkeit und Frieden«, den die Vollversammlung des ÖRK vor zwei Jahren in Busan (Südkorea) beschlossen hat. Die Teilnehmer dieser Pilgerreise kommen aus den Vereinigten Staaten, Deutschland, Japan, Südkorea, Kanada, Niederlande, Norwegen und Pakistan und vertreten damit acht der vierzig Länder, die sich immer noch auf Atomwaffen verlassen.

Die Delegationsmitglieder sind: Bischöfin Mary Ann Swenson, Evangelisch-methodistische Kirche in den USA, stellvertretende Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses und Delegationsleiterin, Dr. Chang Sang, Presbyterianische Kirche in der Republik Korea und ÖRK-Präsident für Asien, Bischof Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Erzbischof Nathaniel Uematsu, Anglikanische Gemeinschaft in Japan, Bischof Mark MacDonald, Anglikanische Kirche von Kanada und ÖRK-Präsident für Nordamerika, Bischof Tor Jorgensen, Kirche von Norwegen, Pastorin Karen Van Den Broeke, Evangelische Kirche in den Niederlanden, Bischof Samuel Azariah, Kirche von Pakistan, Pastor Dr. Stephen Sidorak, ökumenischer Vertreter der Evangelisch-methodistischen Kirche in den USA und Mitglied der ÖRK-Kommission für internationale Angelegenheiten.

Klaus Ulrich Ruof

Grafik: © ÖRK

UMC-Meldung zur Pilgerreise nach Hiroshima und Nagasaki(englisch)

Informationen zum Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens

Brief des Bischofsrats der Evangelisch-methodistischen Kirche »Gottes erneuerte Schöpfung - Ein Aufruf zum Hoffen und Handeln«