Bischöfin Rosemarie Wenner gratuliert ihrem Nachfolger, Harald Rückert, zu seiner Wahl zum Bischof für die EmK in Deutschland.

Bischöfin Rosemarie Wenner gratuliert ihrem Nachfolger, Harald Rückert, zu seiner Wahl zum Bischof für die EmK in Deutschland. Im Hintergrund der vom EmK-Bischofsrat mit der Wahlleitung beauftragte US-Bischof Paul L. Leeland.

Zentralkonferenz

Rückert: Gottes Auftrag erkennen und ausführen

»Es waren die Menschen in den Ortsgemeinden, die mich geprägt haben«, beschreibt der neu gewählte Bischof seine Verwurzelung an der Gemeindebasis.

Auf die in den Ruhestand gehende Bischöfin Rosemarie Wenner folgt Harald Rückert. Der am heutigen Mittwoch bei der Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Hamburg zum Bischof für die EmK in Deutschland gewählte 58jährige Theologe erzielte im vierten Wahlgang die erforderliche Zweidrittelmehrheit.

»Wir sind gemeinsam Kirche«, erklärte der neugewählte Bischof bei seinem ersten Statement nach der Wahl. An die Delegierten als Vertreter für Gemeinden der EmK aus ganz Deutschland gewandt, sagte er weiter: »Ich freue mich sehr, mit euch zusammen den Weg der Kirche zu gestalten und weiterzuführen.« Es gehe darum, so Rückert, danach zu fragen, was der Auftrag Gottes am jeweiligen Ort ist. »Und dann gilt es auch, diesem Auftrag nachzukommen.«

Rückert stammt aus Nürnberg und hat nach dem Abitur zunächst das Studium der Lebensmitteltechnologie aufgenommen, bevor er den Weg in den pastoralen Dienst der Evangelisch-methodistischen Kirche einschlug. Nach einem Gemeindepraktikum in München studierte er Theologie am Theologischen Seminar der EmK in Reutlingen (heute: Theologische Hochschule Reutlingen). Zurzeit ist er leitender Pastor im EmK-Gemeindebezirk Reutlingen-Erlöserkirche. Zuvor war er in den nordbayerischen Gemeindebezirken Hof-Stammbach und Schweinfurt-Würzburg. Von 2000 an war er als Superintendent zehn Jahre lang für den Distrikt Reutlingen verantwortlich.

Mit dem Start seiner pastoralen Tätigkeit im Gemeindebezirk Hof-Stammbach, wo er für den Gemeindeneuaufbau der Gemeinde in Stammbach zuständig ist, beschäftigt sich Rückert mit Fragen des Gemeindeaufbaus, der Gemeindeleitung und Entwicklungsmanagement. Mit Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich »Management sozialer Organisationen«, Zeitmanagement sowie Mitarbeiterführung und Mitarbeiterbegleitung ist er auch maßgeblich an der Entwicklung und Durchführung des Kurses »Gemeindeleitung« beteiligt. Mit diesem Kursmodul wird nach dem Theologiestudium die zweite Ausbildungsphase für Pastoren auf Probe im Gemeindedienst intensiv begleitet. In seiner Zeit als Superintendent für den Distrikt Reutlingen ist er auch als Vorsitzender des »Ausschusses für Neulandmission« (heute: Fachgruppe Gemeindegründung) für Gemeindegründungs- und Gemeindeneuaufbauprojekte und für den Aufbau und Einrichtung der Jugendkirche Karlsruhe maßgeblich mit zuständig.

Bischof Rückert wird am kommenden Sonntag im Gottesdienst zum Abschluss der Zentralkonferenztagung die Predigt halten und für seinen Dienst als aufsichtsführender Bischof der EmK in Deutschland gesegnet werden. Der offizielle Amtsantritt ist am 12. Mai mit der Amtsübergabe von Rosemarie Wenner, die danach ihren Ruhestand antritt.

Foto: Volker Kiemle, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weitere Informationen

Porträt von Bischof Harald Rückert

Portrait Bishop Harald Rückert (PDF)

Zentralkonferenz
Die alle vier Jahre tagende Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche ist das für die Bundesrepublik Deutschland kirchenrechtlich zuständige Organ innerhalb der weltweit verfassten Gesamtkirche. Diese Konferenz hat die Aufgabe, die von der verfassunggebenden Generalkonferenz verabschiedeten und für das Gebiet der Zentralkonferenz relevanten Beschlüsse so umzusetzen, dass sie im Einklang mit der nationalen Gesetzgebung stehen und in die für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland gültige »Verfassung, Lehre und Ordnung« integriert und rechtlich in Kraft gesetzt werden. Dafür entsenden die Norddeutsche Jährliche Konferenz, Ostdeutsche Jährliche Konferenz und Süddeutsche Jährliche Konferenz 82 gewählte Delegierte, je zur Hälfte Pastoren bzw. Pastorinnen und Laien. Darüber hinaus findet im Rahmen der Zentralkonferenz die Bischofswahl oder die Verlängerung der Amtszeit des Bischofs oder der Bischöfin statt. Die Wahl ins Bischofsamt gilt in der Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland für zunächst vier Jahre. Eine Wiederwahl für weitere acht Jahre ist möglich. Die maximale Amtszeit beträgt zwölf Jahre.

Bischofsamt
Die Hauptaufgaben des bischöflichen Dienstes in der Evangelisch-methodistischen Kirche sind (1) die Leitung der jährlich tagenden Konferenzen im Bischofsgebiet, (2) die Mitarbeiterführung durch Dienstzuweisungen der Hauptamtlichen in Gemeindebezirke und Dienstaufgaben als Ausdruck der missionarisch angelegten Sendungsstruktur der Kirche, (3) die Verbindung der Gemeindebezirke und Konferenzen untereinander und zu den Evangelisch-methodistischen Kirchen in den benachbarten Ländern sowie die Mitwirkung im internationalen Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche und die Gestaltung der ökumenischen Beziehungen zu anderen Kirchen und (4) vielfältige geistliche und repräsentative Aufgaben.