Möglichst viele Personen in wechselnden Gruppen miteinander ins Gespräch bringen. Das ist eine der Methoden der »Zukunftskonferenz«.

Möglichst viele Personen in wechselnden Gruppen miteinander ins Gespräch bringen. Das ist eine der Methoden der »Zukunftskonferenz«.

NJK auf dem Weg

»Wozu werden wir als Kirche gebraucht?«

Intensive Gespräche und eine äußerst knappe Entscheidung prägten den ersten Tag der Zukunftskonferenz der NJK.

Nach guten Erfahrungen im vergangenen Jahr arbeitet die Norddeutsche Jährliche Konferenz (NJK) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) auch bei ihrer diesjährigen Tagung in Bremerhaven mit der Methode der »Zukunftskonferenz«. Die Zeit für die sonst üblichen Plenumsdiskussionen und formalen Dinge einer Konferenztagung wird dabei stark reduziert. Stattdessen wird viel Zeit für Gespräche eingeräumt, um sich mit zukunftsorientierten Fragen zu beschäftigen. Am gestrigen Donnerstag wechselte die NJK am Nachmittag erstmals in den Modus der Zukunftskonferenz.

Vernetzung vieler Perspektiven

Unter der Leitung der Moderatoren Eva Hillebold und Christof Gerken vom Institut für Personalberatung, Organisationsentwicklung und Supervision (IPOS) der Evangelischen Landeskirche in Hessen und Nassau sollten die Konferenzmitglieder mit vielen anderen ins Gespräch kommen und Meinungen und Ideen austauschen. An runden Tischen tauschten sich die Konferenzmitglieder zunächst in Vierergruppen über persönliche Fragen aus: »Wofür brennt mein Herz?« und »Was schmerzt mich an meiner Kirche?«

»Zukunft bildet sich durch die Vernetzung vieler Perspektiven«, erklärte Moderatorin Eva Hillebold den Teilnehmern der Zukunftskonferenz. Deshalb wechselte die Zusammensetzung der Gesprächsgruppen an diesem Nachmittag mehrfach. Dabei ging es auch um die Frage »Wozu bin ich gesandt?«, und zuletzt stand die Aufgabe der EmK im Fokus: »Wozu werden wir als Kirche gebraucht?« Die Ergebnisse der Tischrunden wurden gesammelt, um sie am heutigen Freitag und auch noch am Samstag weiterzuentwickeln.

Wie viele Superintendenten brauchen wir?

Im Rahmen der Zukunftskonferenz beschäftigten sich die Konferenzmitglieder mit der ganz aktuell zu entscheidenden Frage, ob die Norddeutsche Konferenz sich weiterhin in drei Distrikten strukturiert, oder ob die Zahl auf zwei reduziert werden soll. Die bereits am Vormittag im Plenum diskutierte Frage wurde jetzt in Gesprächsgruppen unter verschiedenen Gesichtspunkten aufgegriffen. Es sollte »von der Zukunft her« diskutiert werden unter der Frage »Welche Strukturen brauchen wir?«

Die Gruppen sollten alternativ überlegen, wie die Arbeit nicht besetzter Pastorenstellen, sogenannte »Vakanzen«, ohne die aktive Mitarbeit der Superintendenten organisiert werden kann. In der bisherigen Praxis ist das eine der Aufgaben des für den Distrikt zuständigen Superintendenten.

Knappe Entscheidung macht sofortige Urwahl nötig

Dass auch intensiver Austausch in unterschiedlichen Gesprächsgruppen nicht sofort die Lösung parat hat, zeigte sich am Abend, als die Konferenz wieder im üblichen Plenumsstill arbeitete. Mit nur einer Stimme Mehrheit entschieden sich die Konferenzmitglieder gegen die beantragte Reduzierung auf zwei Distrikte. Für letztere Lösung stimmten 62 Konferenzmitglieder, 63 waren dagegen. Damit wurde eine sofortige Urwahl für eine Superintendenten-Nomination nötig. Fünf Personen erhielten in dieser Urwahl 15 und mehr Stimmen. Wer von den vorgeschlagenen Personen sich vorstellen kann dieses Amt bei einer Wahl anzutreten, ist noch nicht bekannt. Bischof Harald Rückert empfahl, dass die genannten Personen »erst einmal eine Nacht darüber schlafen sollen«. Für einen spannenden zweiten Beratungstag bei der NJK ist jedenfalls gesorgt.

Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Zur Information
Die Norddeutsche Konferenz umfasst 102 Gemeinden mit rund 10.000 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, sowie in Teilen von Hessen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit