Eine Urkunde und der »Grüne Gockel« dokumentieren vorbildliches Umweltmanagement. Stefan Weiland (2. v. re.) überreicht Bischof Harald Rückert die Urkunde. Die Leiterin der Inlandsförderung von Brot für die Welt, Barbara Riek, und der Referent für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung, Hans Martin Renno, freuen sich mit.

Eine Urkunde und der »Grüne Gockel« dokumentieren vorbildliches Umweltmanagement. Stefan Weiland (2. v. re.) überreicht Bischof Harald Rückert die Urkunde. Die Leiterin der Inlandsförderung von Brot für die Welt, Barbara Riek, und der Referent für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung, Hans Martin Renno, freuen sich mit.

Vorbildliches Umweltmanagement

Umweltschutz als praktisch gelebter Glaube

Die Kirche darf sich bei Nachhaltigkeit von säkularen Einrichtungen nicht überholen lassen, ist Barbara Riek von »Brot für die Welt« überzeugt.

Nach acht Jahren beendet Hans Martin Renno im Sommer dieses Jahres seinen Dienst als Referent für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung. Im Rahmen einer Sitzung des Begleitgremiums wurde die Arbeit ausgewertet und Überlegungen für die Weiterführung der Stelle beraten.

Papier ist geduldig – der Glaube will umgesetzt sein

Zu Anfang seiner Dienstzeit erarbeitete Renno die »Leitlinien für ökofairen Einkauf und Konsum«, die im Jahr 2011 von allen Jährlichen Konferenzen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland beschlossen wurden. Den EmK-Gemeinden in Deutschland wurden diese Leitlinien zur Umsetzung empfohlen. In vielen Vorträgen und Kontakten mit Gemeinden und Werken brachte der in Mühlacker unweit von Stuttgart aufgewachsene Pastor gesellschaftspolitische und schöpfungstheologische Anliegen zur Sprache. Dass unter seiner Herausgeberschaft im vergangenen Jahr noch das erneuerte und stark erweiterte EmK-Friedenswort »Frieden gestalten: gewaltfrei, gerecht und schöpfungsgemäß. Impulse zum Reden und Handeln« zusammen mit einer Arbeitshilfe veröffentlicht werden konnte, ist für ihn eine schöne Abrundung seiner Tätigkeit. In seiner Arbeit habe er erkannt, dass es nicht ausreiche, »Sachen aufzuschreiben und in die Gemeinden zu schicken«. Es gehe darum, zu überzeugen und Menschen dafür zu gewinnen ihren Glauben praktisch umzusetzen und sichtbar zu machen. »Ich habe den Eindruck, dass da in den letzten Jahren etwas gewachsen ist«, resümiert Renno dankbar. Er sei hoffnungsvoll, dass das auch in der neuen Stellenbesetzung weitergehen werde.

Auf die Kirche wird geschaut

Bischof Harald Rückert dankte Renno für dessen Einsatz und die vielen Impulse. Damit habe er Gemeinden sowohl grundlegend-biblisch als auch mit konkreten Hinweisen das Anliegen der Schöpfungsverantwortung nahegebracht. »Du warst das Gesicht für dieses Anliegen in unserer Kirche«, betonte Rückert. Barbara Riek, die Leiterin der Inlandsförderung von Brot für die Welt, ermutigte dazu, die Stelle weiterzuführen, um damit das Anliegen in den Gemeinden noch fester zu verankern. Angesichts der Tatsache, dass viele Kommunen bereits Nachhaltigkeitskonzepte hätten, wäre es fatal, wenn die Kirche sich von säkularen Einrichtungen überholen ließe. »Wir müssen uns klarmachen: Man schaut auf uns als Gemeinden und Kirchen«, ist Riek überzeugt.

Zum zweiten Mal mit dem Grünen Gockel ausgezeichnet

Im Rahmen der Sitzung wurde eine Urkunde überreicht, mit der das Umweltmanagement der EmK-Kirchenkanzlei in Frankfurt am Main dokumentiert wird. In einer intensiven Begleitphase durch Stefan Weiland von der Kontaktstelle für Umweltmanagement der EmK in Süddeutschland und unter Mitwirkung von Hans Martin Renno war die Kirchenkanzlei erstmalig im Jahr 2014 für ein vorbildliches Umweltmanagement mit dem »Grünen Gockel« ausgezeichnet worden. Die alle drei Jahre stattfindende Überprüfung der Einhaltung und Weiterentwicklung von Umweltstandards wurde im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen und mit dem Überreichen der Urkunde sichtbar gemacht. Die Zertifizierung war noch für die vorherigen Räumlichkeiten der Kirchenkanzlei erfolgt. »Die Urkunde ist uns Ansporn, diese Zertifizierung in drei Jahren auch für die Arbeit in unseren neuen Räumlichkeiten zu erzielen«, versprach Rückert im Rahmen der Übergabe.

Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit


Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
Schöpfungsleitlinien und Umweltbericht der EmK-Kirchenkanzlei 
Leitlinien für ökofairen Einkauf und Konsum
Friedenswort der EmK 2017
GFS-Homepage
Kirchliches Umweltmanagement

Zur Information

Grüner Gockel
Der »Grüne Gockel« ist ein Instrument für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen, um stetig und dauerhaft die eigenen Umweltauswirkungen zu erfassen, zu bewerten und positiv zu verändern. Die teilnehmenden Gemeinden und Einrichtungen leisten einen wertvollen Beitrag zur Senkung der Betriebskosten, zur CO₂-Reduktion, zum Klimaschutz und damit zur Bewahrung der Schöpfung. Der »Grüne Gockel« ist eine bundesweite ökumenische Initiative und wurde im Jahr 2001 gezielt für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen entwickelt. Die Zertifizierung richtet sich nach den Vorgaben des europäischen Öko-Audits EMAS. Deshalb werden die Einrichtungen beziehungsweise Gemeinden durch externe Umweltgutachter begleitet.
Seit 2003 haben sich die teilnehmenden Kirchen, Gemeinden und Einrichtungen im ökumenischen Netzwerk »Kirchliches Umweltmanagement« (KirUm) zusammengeschlossen. Das Netzwerk sichert einen einheitlichen Standard und entwickelt den »Grünen Gockel« stetig weiter.
Mit den Maßnahmen lassen sich der Stromverbrauch um bis zu zehn Prozent, der Wasserverbrauch um ein Viertel und der Wärmeenergieverbrauch sogar um fast ein Drittel senken. Möglich ist das durch energetische bauliche Maßnahmen sowie gezielte Schulungen.