Stephan Ringeis bei seiner Einführung als Senderbeauftragter beim Mitteldeutschen Rundfunk

Im Rundfunk sei eine lebensnahe Sprache unverzichtbar und trotzdem könne die Fremdheit des biblischen Wortes mitunter wie eine »Sendestörung« wirken, sagte Stephan Ringeis bei seiner Einführung als Senderbeauftragter beim Mitteldeutschen Rundfunk.

Gemeinsames Freikirchenprojekt

Lebensnahe Sprache mit Potential zur Irritation

Der evangelisch-methodistische Pastor Stephan Ringeis ist der neue Senderbeauftragte beim Mitteldeutschen Rundfunk.

Pastor Stephan Ringeis wurde vorgestern, am Mittwoch, dem 25. September, in einem festlichen Gottesdienst in Chemnitz als neuer Senderbeauftragter der Evangelischen Freikirchen beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) eingeführt. Der Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) vertritt damit die evangelischen Freikirchen im Sendegebiet des MDR.

Das biblische Wort als Sendestörung

In seiner Predigt thematisierte Ringeis das Evangelium von Jesus Christus als eine öffentliche Sache. Der Rundfunk biete einen einzigartigen Raum die gute Botschaft zu Gehör zu bringen. Unverzichtbar sei eine lebensnahe Sprache, die Liebe zu den Hörern und eine gute Zusammenarbeit mit dem MDR. Ringeis hob aber auch die Fremdheit des biblischen Wortes hervor, das mitunter wie eine »Sendestörung« wirken könne. Dass der MDR sich auf dieses Risiko immer wieder einlasse, sei dankenswert. Auch die anderen Andachtsautoren, so Ringeis weiter, sollten die damit verbundene Irritation nicht unterdrücken. Als neuer Senderbeauftragter sehe er bei den Freikirchen eine große Verantwortung, mit Qualität zu überzeugen.

Gefragt nach seiner Position zu den Angriffen gegen den MDR als öffentlich-rechtlichen Sender sagte Ringeis, er sehe in der Gesellschaft eine tiefgreifende geistliche Krise. Ein Sender wie der MDR sei dafür eine Projektionsfläche. Umso wichtiger sei die Mitarbeit der Kirchen im Sender, indem sie mit ihren Beiträgen sinnstiftend wirkten.

Gemeinsamer Auftrag trotz unterschiedlicher Prägung

Zum anschließenden Empfang fanden sich viele Gratulanten ein. Sandro Viroli, Direktor des MDR-Landesfunkhauses Dresden drückte seine Freude über die bevorstehende Zusammenarbeit aus. Die Arbeit der Freikirchen sei eine Bereicherung für den Sender. Pfarrer Holger Treutmann, Senderbeauftragter der evangelischen Landeskirchen beim MDR, erinnerte an den einzelnen Hörer, um den es gehe. Ihn gelte es zu erreichen. Das Schielen auf Einschaltquoten könne dieses Ziel leicht verdecken.

Jürgen Single, Vorsitzender der Fachgruppe für Öffentlichkeitsarbeit in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) betonte in seinem Grußwort die Aufgabe der Kommunikation, die mit dem Amt eines Senderbeauftragten verbunden sei. Für den freikirchlichen Rundfunkausschuss grüßte Erdmann Carstens von der Evangelischen Brüder-Unität und unterstrich die gute Zusammenarbeit der Freikirchen, die in ihrer Prägung zwar sehr unterschiedlich seien, aber einen gemeinsamen Auftrag haben. Der freikirchliche Rundfunkausschuss zeigt sich dankbar, dass nach einjähriger Vakanzzeit wieder ein Senderbeauftragter seinen Dienst beginnt. Die Personalstelle wird von den beteiligten Freikirchen gemeinsam getragen und gilt hinsichtlich der Zusammenarbeit im hauptamtlichen Bereich als bislang einzigartiges Gemeinschaftsprojekt.

Erfahrener Rundfunkprediger und Gemeindepastor

Zu den Aufgaben von Stephan Ringeis als Senderbeauftragter gehört die kirchliche Verantwortung für die Rundfunk- und Fernsehgottesdienste. In Personalunion begleitet er als Rundfunkbeauftragter in Sachsen auch die Andachtssendungen »Wort zum Tag« und »Wort zum Sonntag«. In seiner Dienstzeit als Pastor sammelte der 57-jährige schon vielfältige praktische Erfahrungen in der Rundfunkarbeit. Bereits seit 1993 gehört er zum »Wort zum Tag«-Autorenteam im MDR. Nach den Gemeindestationen Neudorf, Wilkau-Haßlau und Zwickau hatte Ringeis bis Mitte dieses Jahres zehn Jahre lang das Amt des Superintendenten für den EmK-Distrikt Zwickau inne. Die Stelle des Senderbeauftragten umfasst einen Stellenanteil von 50 Prozent. Im anderen Bereich ist Ringeis als Pastor tätig und begleitet Gemeinden in Umbruchsituationen.

Im Rahmen des Gottesdienstes zum Dienstbeginn von Stephan Ringeis wurde sein Vorgänger, der baptistische Pastor Michael Schubach, verabschiedet, der diese Aufgabe bis 2018 innehatte. Der Dank für die Überbrückung der einjährigen Vakanz galt Alexander Schulze, Dozent für Praktische Theologie an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau, und Kathrin Posdzich, Pastorin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Werdau. Alle drei Personen bleiben der Rundfunkarbeit im Sendegebiet des MDR in unterschiedlicher Weise erhalten.

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit


Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Zur Information
Zum freikirchlichen Rundfunkausschuss gehören die Alt-Katholische Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten), der Bund Freier evangelischer Gemeinden (BFeG), der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP), die Evangelische Brüder-Unität (EBU), die Evangelisch-lutherische Freikirche (ELFK), die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK), die Evangelisch-Reformierte Kirche (ERK), die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) und die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK).