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17. Tagung der Norddeutschen Jährlichen Konferenz
Freitag, 17. April 2009
Berichte und Bilder vom Tage

Christus als genetischer Code

Pastor Günter Blaschke hielt eine unkonventionelle Bibelarbeit

In seiner Bibelarbeit über das Gleichnis vom Senfkorn (Markus 4, 30ff) beschrieb Pastor Gunter Blaschke aus Bookholzberg wie Dimension des Reiches Gottes Menschen erreicht und verwandelt. Die Samenkörner des schwarzen Senfes sind fast unsichtbar. „Er wird erst sichtbar, wenn er auskeimt.“, so Gunter Blaschke.

Die Jünger waren wenig gebildet, ja unstudiert – in der Sprache des Neuen Testamentes „Idiotes“. „Gemessen an dem Auftrag, die Welt mit dem Reich Gottes zu erreichen, waren sie unscheinbar wie Senfkörner“. Gleiches gilt für die Erfahrung, die die EmK heute als Kirche macht: „Wir schaffen das nicht aus unserer eigenen Kraft!“

Was die Senfkörner in solcher Kraft auskeimen lässt, ist ihr genetischer Code, machte Gunter Blaschke deutlich. Unter den Jüngern war Christus, als der Gestorbene und Auferstandene der genetische Code. Auf diese Kraft sollen wir uns als Gemeinden verlassen, predigte Gunter Blaschke der Konferenz.

 Bibelarbeit von Gunter Blaschke (PDF | 60 KB)

 

Vergänglichkeit und Auferstehung

v. l.: Pastor Thomas Steinbacher, Superintendent Dr. Rainer Bath, Superintendent Uwe Onnen, Foto: Thomas Radetzky
v. l.: Pastor Thomas Steinbacher, Superintendent Dr. Rainer Bath, Superintendent Uwe Onnen, Foto: Thomas Radetzky
Blick in die Christuskirche
Blick in die Christuskirche, Foto: Thomas Radetzky

Die Norddeutsche Jährliche Konferenz gedachte Pastor i. R. Dieter Freund und Pastor i. R. Gustav Beßler

Am Freitagnachmittag unterbrach die NJK ihre Geschäftssitzungen und kam als Konferenzgemeinde mit den Angehörigen zum Gedächtnisgottesdienst in der Christuskirche zusammen, um der Verstorbenen des vergangenen Konferenzjahres zu gedenken.

Die Superintendenten Dr. Rainer Bath und Uwe Onnen brachten der Gemeinde die Lebensläufe der verstorbenen Pastoren nahe. In Dankbarkeit gedachte die Konferenz Pastor i. R. Dieter Freund (70 Jahre) und Pastor i. R. Gustav Beßler (83 Jahre).

In seiner Predigt zu 1. Korinther 15, 35-38.42-44 nahm Pastor Thomas Steinbacher die Gedanken der Vergänglichkeit und der Auferstehung auf. Dabei stellte er die Frage, was von unserem Leben bzw. unserem Lebenswerk bleibt. Die eigene Erfahrung lehrt, dass Saat oft nicht aufgeht, die wir ausgestreut haben. Paulus erinnert uns in 1. Kor. 15 an unsere irdische Vergänglichkeit.
Die Botschaft der Auferstehung aber lautet: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Diesen Gedanken illustrierte Pastor Steinbacher bildlich durch eine blühende Pflanzschale mit Weizen, in der vier Wochen zuvor in einer Situation der „Vergänglichkeit“ Weizenkörner von Menschen aus der Gemeinde in Berlin Buch ausgesät wurden.

Mit der Zuversicht und Gewissheit, dass es ein Leben nach dem Tode durch Gottes Schöpfungsmacht gibt,  ging die Konferenzgemeinde ermutigt in den Tag.

Burkhardt Hübner

 Predigt von Thomas Steinbacher - (PDF|34 KB)

 

Finanzfragen bestimmten die Debatten und Gespräche am Freitag

Dabei standen verschiedene Anträge zur Abstimmung, die vor allem auf eine Reduzierung der Ausgaben zielen. Jahr für Jahr, so hatte NJK-Geschäftsstellenleiter Ulrich Schempp vorgerechnet, gibt die NJK rund 600.000 Euro mehr aus, als sie einnimmt. Die Vorschläge der Behörde für Finanzen und Kircheneigentum (BFK) wurden sachlich, aber auch kontrovers diskutiert.
Strittig war etwa der Vorschlag, einen Richtwert für den Mitglieder-Jahresbeitrag von 710 Euro zu veröffentlichen. Dieser Betrag wäre nötig, um den Haushalt der NJK im jetzigen Umfang zu erhalten. Uwe Hanis sprach sich dafür aus, neben Mitgliedern auch die wachsende Zahl von Freunden anzusprechen und um einen Beitrag zu bitten. Gunter Blaschke hielt dagegen, die Veröffentlichung könne Mitglieder, die mehr geben, dazu verleiten, ihren Beitrag zu kürzen. Schließlich aber nahm die Konferenz den Antrag an.
Unstrittig war der Antrag, eine Spendenaktion „1.000 mal 1.000“ zu initiieren, um eine Million Euro für den EmK-Versorgungsfonds zu sammeln. Zudem beschlossen die Delegierten mit einer klaren Mehrheit, die Zuweisung an die Zentralkonferenz um 15 Prozent (42.000 Euro) ab dem kommenden Jahr zu kürzen.

Die Delegierten forderten zudem alle Kommissionen und Ausschüsse auf zu prüfen, ob ihre Arbeit auf Ebene der Jährlichen Konferenz nötig und gewinnbringend ist oder ob die Aufgaben auch auf Ebene der Zentralkonferenz angesiedelt werden können. Auch soll geprüft werden, ob Jährliche Konferenzen zusammengelegt werden können. Die Ergebnisse sollen im kommenden Herbst vorliegen.

Eine längere Debatte löste ein Antrag von Matthias Gerwien und Olaf Wischhöfer aus. Die beiden fordern mittelfristig eine grundsätzliche „Neuaufstellung der EmK“. Die anderen Anträge lösten die grundsätzlichen Probleme nicht, sagte Gerwien zur Begründung: So habe ein NJK-Bezirks im Schnitt 60 Mitglieder – und damit zu wenig, um die Arbeit zu finanzieren. „Seit Jahren reden wir vom Sparen, aber es geschieht nichts“, sagte er. So sei der Haushalt in zehn Jahren um 500.000 Euro gewachsen, gleichzeitig sei die Zahl der glieder um 1.700 Mitglieder zurückgegangen. Der Prozess zu einer Neuaufstellung müsse aber von außen gesteuert werden, etwa von einem Beratungsunternehmen.

Die Mehrheit der Konferenzmitglieder folgte der Argumentation zwar in den Grundzügen, bemängelt wurden aber vor allem die hohen Kosten einer externen Beratung. Das Papier von Gerwien und Wischhöfer wurde schließlich in eine gemeinsame Arbeitsgruppe der BFK und und des Konferenzverwaltungsrats verwiesen.

Volker Kiemle