Bischöfin Rosemarie Wenner

Bischöfin Rosemarie Wenner

Fastenzeit

Reise zur Hoffnung

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, in der die Christenheit Jesu Weg ans Kreuz bedenkt.

Innerhalb der Initiative »Rethink Church«, also: »Kirche neu denken« werden evangelisch-methodistische Gemeinden eingeladen, die Passionszeit als Reise zur Hoffnung zu gestalten (rethinkchurch.org/journeytohope).

Nun laden Leidenszeiten nicht gerade zur Hoffnung ein, auch wenn wir landläufig sagen: »Die Hoffnung stirbt zuletzt«. Gleichzeitig ist Jesu Leidensweg das Beispiel, dass Machtmissbrauch, Verrat, Gewalt und Sterben Leben, das Gott schenkt, nicht auslöschen können. Was mag dies bedeuten für Leidensorte wie Hospize oder Wohnzimmer, in denen Menschen aneinander vorbei leben oder für den scheinbar hoffnungslosen Kampf vieler Menschen in Syrien und anderswo? Dem gilt es nachzuspüren in der Passionszeit. Der Verzicht auf Genussmittel und Ablenkungen, mit denen wir unseren Schmerz betäuben und die Sehnsucht zum Schweigen bringen, hilft uns achtsam zu werden für Spuren der Hoffnung. In vielen Gemeinden machen sich Menschen gemeinsam auf den Weg durch die Passionszeit. Sie lassen den Fragen Raum, die scheinbar sinnloses Leiden uns stellt und wachsen in Antworten hinein. Ich freue mich über alle, die sich auf die Reise zur Hoffnung mitnehmen lassen. Besondere Aktionen und normale Gottesdienste bieten Gelegenheiten, Weggefährten zu finden.

Gottes Segen für die Passionszeit,

Bischöfin Rosemarie Wenner