Christen sind »unerschütterlich hoffnungsvoll« – Bischof Harald Rückert bei seiner Predigt vor dem Flügelaltar mit der Kreuzigungsszene aus der Werkstatt Lucas Cranachs d. Ä. in der evangelischen St. Wolfgangskirche in Schneeberg.

Christen sind »unerschütterlich hoffnungsvoll« – Bischof Harald Rückert bei seiner Predigt vor dem Flügelaltar mit der Kreuzigungsszene aus der Werkstatt Lucas Cranachs d. Ä. in der evangelischen St. Wolfgangskirche in Schneeberg.

Ostdeutsche Konferenz beendet

»Unerschütterlich hoffnungsvoll«

Bei der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz ging es um »Frieden«. Das zeigte der Abschluss am Sonntag, besonders aber der Sitzungstag am Freitag.

Am gestrigen Sonntag endete die Ostdeutsche Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Schneeberg. Zum gut besuchten Festsonntag mit Ordinationsgottesdienst, Kinder-Konferenz und dem Abschlussgottesdienst kamen viele Gäste aus der Erzgebirgsregion und von weiter entfernt gelegenen EmK-Gemeinden nach Schneeberg.

Von leeren Händen, die gefüllt werden

Menschen, die Frieden stiften, »nehmen Konflikte wahr, sprechen sie an und verdrängen nichts«. Dazu forderte Bischof Harald Rückert die Gemeinde am Konferenzsonntag in seiner Predigt auf. In den im Matthäusevangelium stehenden »Seligpreisungen« werde, so der Bischof, alles auf den Kopf gestellt: Es beginne mit leeren Händen vor Gott stehend, um zu empfangen. Wer das in Anspruch nehme, könne ein Leben führen, das Frieden stifte, oder – wie es in der Bibel wörtlich heißt – »Frieden macht«. Menschen, die so für Frieden eintreten, »versuchen zu verstehen, sind ausdauernd, kreativ und unerschütterlich hoffnungsvoll«. Damit zog Rückert die Linien des Konferenzthemas ins Leben der Gemeindeglieder weiter und betonte: Christen seien immer wieder dafür bekannt geworden, dass sie »auf den großen und kleinen Schlachtfeldern unserer Welt dazwischengetreten sind«. Als Friedensstifter »wissen sie um die befreiende Kraft der Vergebung und bieten Versöhnung an«.

Gedenken – danken – begrüßen

Am Vormittag des letzten Tages der Geschäftssitzungen standen am Samstag das Gedenken und der Dank an Personen im Mittelpunkt. So gedachten die Konferenzmitglieder im zurückliegenden Jahr verstorbener Personen aus der Dienstgemeinschaft der Konferenz: Ruhestandsbischof Rüdiger Minor sowie Ruhestandspastoren Fritz Wittko und Ernst Beier, Pastorenfrauen Annitta Gerischer und Gisela Zehrer sowie Pastorenwitwen Renate Ott und Selma Michalski und Laienmitglieder Lutz Lober und Detlef Schuhmacher. In der Feier der Dienstjubiläen dankten die Konferenzmitglieder namentlich sieben Pastoren für ihren jahrzehntelangen Einsatz und Dienst: Martin Kappaun und Lothar Gerischer für 70 Jahre, Dieter Fleischmann (60), Matthias Meyer (50), sowie für 40 Dienstjahre Andreas Günther, Thomas Günther und Christian Meischner. In den Ruhestand verabschiedet wurde Pastorin Birgit Klement. Fünf Personen wurde für 25 Jahre Zugehörigkeit als Laienmitglieder der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz gedankt: Mirjam Buchold, Irmingard Gries, Rüdiger Meier, Günter Posdzich und Matthias Schramm. Darüber hinaus begrüßte der Bischof neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Konferenz: die vor ihrer Ordination stehende Pastorin Stephanie Hallmann, die Lokalpastorinnen Dorothea Föllner, Kathrin Posdzich und Maria Lein, sowie die Lokalpastoren Carsten Hallmann und Lutz Rochlitzer,außerdem die Praktikantinnen Christiane Mehlhorn und Diana Wolff, Orientierungspraktikantin Katharina Tunger und den Gemeindepädagogen David Melle.

Nicht ein »Thema«, sondern »Menschen«

Inhaltlicher Mittelpunkt und Höhepunkt der vorausgegangenen Geschäftssitzungen war der Sitzungstag am Freitag. Dieser stand ganz unter dem Konferenzthema »Was dem Frieden dient… Konflikte wahrnehmen, verstehen, gestalten«. In Referaten von Thorsten Bonacker, Professor für Friedens- und Konfliktforschung an der Philipps-Universität in Marburg, und Mitja Fritsch, Pastor in der EmK-Gemeinde Reichenbach im Vogtland wurden die stichwortgebenden Begriffe »Frieden« und »Konflikt« wissenschaftlich und biblisch beleuchtet. Die nachmittägliche Geschäftssitzung an diesem Freitag war von einer intensiven Aussprache über die in der EmK aktuell weltweit diskutierten Fragen zur Homosexualität geprägt. Der dieser Diskussion beiwohnende Bürgermeister der Stadt Schneeberg, Ingo Seifert, nahm in seinem Grußwort auf diese Aussprache Bezug und erklärte: »Was ich hier heute erlebte, hilft mir in meiner Arbeit«. Die Brisanz des Themas und die konfliktträchtigen unterschiedlichen Sichtweisen in diesen Fragen zur menschlichen Sexualität waren in vielen Gesprächsbeiträgen erkennbar. Trotzdem zeigte die über einstündige Aussprache, dass die Konferenzmitglieder um diese Fragen sensibel und mit gegenseitiger Achtung ringen und im Gespräch bleiben wollen. »Es musste sein, dass wir darüber reden«, fasste Bischof Rückert die Aussprache zusammen und betonte: »Es geht nicht um ›ein Thema‹, es geht um Menschen! Das muss im Blick bleiben.«

Bildnachweis: EmK-OJK


Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
www.2018.emk-ojk.de

Zur Information
Die Ostdeutsche Konferenz umfasst 120 Gemeinden in 56 Bezirken mit rund 12.600 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.