Die »Jehmlich-Orgel« in der Erlöserkirche

Die »Jehmlich-Orgel« in der Erlöserkirche der Plauener EmK-Gemeinde wird zusammen mit dem Kirchenbau als »besonders erhaltenswertes Ensemble der Nachkriegsarchitektur« eingestuft.

Herausforderndes Projekt

Zuversicht siegt über Zweifel

In der Plauener Erlöserkirche steht eine Orgelsanierung an. Die EmK-Gemeinde sucht die Öffentlichkeit und erfährt Unterstützung.

In der Erlöserkirche der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Plauen steht eine Generalsanierung der »Jehmlich-Orgel« an. Für die Gemeinde ein herausforderndes Projekt. In den letzten Wochen erhielten die Gemeinde-Verantwortlichen zwei große Unterstützungszusagen. So hat die Stiftung der Sparkasse Vogtland beschlossen, die fällige Orgelsanierung mit 10.000 Euro zu fördern. Auch von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Plauen bekam die EmK eine Zusage zur Förderung durch den Freistaat Sachsen in Höhe von noch einmal 10.000 Euro.

Neben der begründeten Hoffnung auf zusätzliche Mittel aus der Ostdeutschen Sparkassenstiftung besteht auch noch die Aussicht auf Fördermittel des Bundes, die nach der Aufnahme des Orgelbaus und der Orgelmusik in Deutschland in die UNESCO-Liste des Immateriellen Weltkulturerbes bereits in den Medien angekündigt wurden. Diese guten Nachrichten bestätigen den Mut der EmK-Plauen, die veranschlagten Gesamtkosten der Generalsanierung in Höhe von 104.000 Euro in angemessener Zeit zusammenbringen zu können.

Erhaltenswertes Ensemble der Nachkriegsarchitektur

Im Jahr 1954 wurde in der Mitte der noch von Trümmern gezeichneten Stadt Plauen die Erlöserkirche mit ihrer neu erbauten Jehmlich-Orgel eingeweiht. Damals waren die Plauener Methodisten stolz auf ihre neue und große Kirche, die sie auch als »Konferenzkirche « konzipiert hatten. Mit ihr setzte man in entbehrungsreicher Zeit das Zeichen, als Gemeinde in der Stadt Plauen sichtbar leben zu wollen.

Ein aktuelles Gutachten des Landesbeauftragten für Denkmalschutz bescheinigt der EmK, dass Kirche und Orgel als »besonders erhaltenswertes Ensemble der Nachkriegsarchitektur« eingestuft werden. Das Kirchgebäude wurde bereits saniert. Davon hat die Gemeinde noch mehrere Kredite zurückzuzahlen. Nun muss die Orgel generalüberholt werden. Manchen in der kleiner gewordenen Gemeinde kamen berechtigte Zweifel: Können wir uns diese unaufschiebbare Sanierung leisten?

Musikalisches Potenzial

Durch Konzerte mit Musikschülern der Plauener Region, in Zusammenarbeit mit einem Plauener Gymnasium und dem Philharmonischen Orchester des Theaters Zwickau-Plauen wird hier ein Stück weit missionarischer Auftrag erfüllt. Das wäre ohne die Orgel nicht möglich. So haben sich die Zuständigen an die Öffentlichkeit gewandt: »Wir wollen unsere Orgel, die auch für das musikalische Leben in Plauen und im Vogtland eine Bedeutung hat, erhalten. Aber es übersteigt die finanziellen Möglichkeiten unserer evangelisch-methodistischen Gemeinde.« In verschiedenen Medien warben die Methodisten um Spenden und baten bei Stiftungen um Unterstützung. Durch Benefizkonzerte sowie Berichte in der Presse über das Orgelprojekt ging Geld auf dem dafür eingerichteten Konto ein, momentan etwa 20.000 Euro.

Zum ersten Benefizkonzert in diesem Jahr, einem »Festkonzert der Gemeinde«, haben alle Chöre, Instrumentalgruppen und vier eigene Organisten beigetragen. Bei dem gut besuchten Konzert erlebten die EmK-ler, durch welches musikalische Potenzial ihre Gemeinde gesegnet ist. Mit Unterstützung aus dem ganzen Land kann hoffentlich bald die Generalsanierung beginnen.

Bildnachweis: Falk Blum


Die Autorin
Katrin Nürnberger. Kontakt: redaktion(at)emk.de.

Weiterführende Links
Aktuell informiert die Internetseite emk-plauen.de über den Stand des Vorhabens.

Zur Information
Dieser Artikel erscheint im EmK-Magazin »unterwegs« 11/2018 am 27. Mai 2018