Gottesdienst traditionell oder modern? Die neue Form des EmK-Gottesdienstes bietet eine Grundlage, um unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen und »das Ganze« im Blick zu behalten. – Im Bild der Eröffnungsgottesdienst der Norddeutschen Jährlichen Konferenz im April dieses Jahres.

Gottesdienst traditionell oder modern? Die neue Form des EmK-Gottesdienstes bietet eine Grundlage, um unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen und »das Ganze« im Blick zu behalten. – Im Bild der Eröffnungsgottesdienst der Norddeutschen Jährlichen Konferenz im April dieses Jahres.

Gottesdienst neu entdecken

Erfahren statt diskutieren

Veränderungen am Gottesdienst sind heikel. Wie es gelingen kann, schildert ein Artikel aus dem EmK-Magazin »unterwegs«.

Im vergangenen Jahr hat die Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland eine Gottesdienstreform beschlossen. Diese Reform ist eine Chance, Bisheriges zu verändern und neue Akzente zu setzen. Dafür bietet die Fachgruppe für Gottesdienst und Agende Hilfen an. Im EmK-Magazin »unterwegs« erschienen dazu »Tipps für die Praxis«, die hier einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden:

Erkunden:

  • Gibt es an Gottesdienstgestaltung interessierte Personen in der Gemeinde, mit denen sich immer schon einmal ein Gespräch über Gottesdienst ergeben hat?
  • Besteht irgendwo Unzufriedenheit mit der bisherigen Gestaltung des Gottesdienstes? Bietet die von der Zentralkonferenz beschlossene »elementare Form« dafür vielleicht eine Perspektive? 

Einberufen:

Eine kleine Gruppe befasst sich auf Gemeinde-Ebene mit den Überlegungen und Vorschlägen, die jetzt schon veröffentlicht sind (www.emk-gottesdienst.org). Es ist hilfreich, wenn sich jemand mit den Vorschlägen schon befasst hat und den Anderen schildern kann, was daran neu ist, was begeistert, ärgert, anregt.

Vorhandenes nutzen:

  • Vielleicht gibt es schon eine Gruppe, die sich mit der Gottesdienstreform befassen kann: der Gebetskreis, die Lektorinnen und Lektoren, der Kreis junger Erwachsener.
  • Interessiert sich eine Gemeinde für eine Neugestaltung ihres Gottesdienstes und spürt, dass Kenntnisse fehlen, kann zur Fachgruppe für Gottesdienst und Agende Kontakt aufgenommen werden (fachgruppe@emk-gottesdienst.de). Es kann ein Termin für einen Gemeindeabend oder den Besuch bei einer Klausur des Gemeindevorstands vereinbart werden. Auch die Gestaltung eines Vorbildgottesdienstes ist möglich.
  • Herausfinden, ob es in der Region eine Gemeinde gibt, in der bereits mit einer Neugestaltung des Gottesdienstes begonnen wurde. Ein Besuch dort könnte sich lohnen.
  • So gut wie alle Mitglieder der Jährlichen Konferenzen (Ehren- und Hauptamtliche) hatten schon Berührung mit dem Thema. Fragen Sie dort nach: Habt ihr schon Erfahrungen damit gemacht? Welche? Was hat sich bewährt, was ist schiefgegangen? 

Einzelne Schritte probieren:

  • Wenn die bisherige Gottesdienstform sehr traditionell war: das Eingangsgebet einmal direkt dem Eingangslied folgen lassen und von allen Fürbitten freihalten; stattdessen nach der Predigt fragen, ob es Anliegen für das Fürbittgebet gibt; nach Kollekte und folgendem Lied können die genannten Anliegen in ein ausführliches Fürbittgebet aufgenommen werden, das mit dem Vater-Unser abschließt; vor der Segensbitte den Wochenspruch in Erinnerung rufen.
  • Hat eine Gemeinde die bisherige Grundform des Gottesdienstes längst beiseitegelegt und sich daran gewöhnt, dass ein ausführlicher »Gemeinschaftsteil« der Predigt vorausgeht, muss nicht alles gewaltsam über den Haufen geworfen werden. Es kann überlegt werden: Was von diesem Gemeinschaftsteil kann im Anfangsteil des Gottesdienstes unter »Ankommen – Gott bringt uns zusammen« integriert werden? Welches Element ließe sich auch nach der Predigt unter der Frage: »Wie wirkt Gott in unserer Gemeinde?« aufgreifen. Dann gibt es daraus Rückbezüge zur Predigt und Anliegen, die in die Fürbitten aufgenommen werden können.

Zeit einräumen:

Gesprächsbedarf ist keine Störung, sondern eine Chance, neu erworbenes Wissen zu teilen und weiterzugeben.

Entschlossen vorgehen:

  • Einfach einmal mit einigen Elementen anfangen und diese praktizieren. Vielleicht ist eine Gemeinde besser über Erfahrungen zu gewinnen, würde sich aber in Diskussionen nur verlieren.
  • Über Kleinigkeiten nicht streiten, sondern auf Reaktionen konstruktiv eingehen. Wenn keine Reaktionen kommen, die Änderungen beibehalten und nächste geeignete Schritte überlegen.

Verstehen erleichtern:

Den Gottesdienstablauf als kleines Faltblatt ins Gesangbuch einlegen. Blickfang sind die vier Überschriften über den Gottesdienstteilen: Ankommen, Hören, Teilen und Weitergehen.

Das große Ganze im Blick behalten:

Jesus lädt ein, wir teilen

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit
Beitrag entnommen aus »unterwegs« 13/2018 vom 24. Juni 2018


Die Autoren
Jörg Herrmann, Irmingard Gries und David Schwarz gehören der »Fachgruppe Gottesdienst und Agende« an. In dieser Fachgruppe wurde die Reform des Gottesdienstes der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland auf den Weg gebracht. Kontakt: joerg.herrmann(at)emk.de.

Zur Information
Die Evangelisch-methodistische Kirche hat im März 2017 bei der Tagung der Zentralkonferenz in Hamburg eine Gottesdienstreform beschlossen. Vier Teile sollen den Gottesdienst ausmachen: Ankommen, Hören, Teilen und Weitergehen. Die Reform soll zusammen mit den Gemeinden erfolgen. Das Gemeinsame soll sich in der Erkennbarkeit der vier Gottesdienstteile zeigen.
www.emk-gottesdienst.org