Früherer Fußballprofi wird Präsident Liberias: George Weah

Früherer Fußballprofi wird Präsident Liberias: George Weah

Amtsantritt am 22. Januar

Liberias neuer Präsident ist Methodist

Der in Liberia neu gewählte Präsident George Weah gehört, wie auch seine Vorgängerin im Amt, zur Evangelisch-methodistischen Kirche.

Der Ende vergangenen Jahres am 26. Dezember in einer Stichwahl zum Präsidenten Liberias gewählte George Weah ist Methodist. Der 51-jährige Senator war gegen den noch amtierenden Vizepräsidenten Joseph Boakai angetreten und hatte klar gewonnen. Anfang kommender Woche, am 22. Januar, soll er die Amtsgeschäfte von Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf übernehmen, die nach zwei sechsjährigen Amtszeiten nicht mehr antrat. Dazu richtete sie eine Kommission ein, zu der Mitglieder der bisherigen und der künftigen Regierung gehören. Die Übergangskommission tagte am 31. Dezember zum ersten Mal. Somit zeichnet sich die erste geordnet ablaufende Amtsübergabe an der Staatsspitze dieses westafrikanischen Landes seit Jahrzehnten ab. Vor der Amtszeit Johnson Sirleafs litt das Land an einem langen Bürgerkrieg. Von 2013 bis 2015 wütete eine Ebola-Epidemie in Liberia.

Früherer Fußballstar

George Weah wuchs in einem Elendsviertel der Hauptstadt Monrovia auf. In Europa spielte er Fußball bei Paris St. Germain, AC Mailand und anderen bedeutenden Clubs. Danach ging er in die Politik. Er gehört zur Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) und arbeitete bisher in der Georgia-Pattern-Gemeinde in Monrovia mit, wie der leitende Pastor der Gemeinde, Tehpamubo Sayeh, erzählt. Als Senator sei Weah nicht regelmäßig im Gottesdienst gewesen. Aber Weah halte engen Kontakt zu ihm und zu anderen Leuten der Gemeinde, erklärt Sayeh der im US-amerikanischen Nashville beheimateten EmK-Nachrichtenagentur UMNS. »Wann immer er in einer anderen Gemeinde den Gottesdienst besucht, ruft er mich an, nur um mir mitzuteilen, dass er den Gottesdienst nicht schwänzt«, berichtet der Pastor. Außerdem habe George Weah oft den Begrüßungsdienst übernommen, erläutert der ehemalige Leiter der Männergruppe der Gemeinde, Johnson Jooju Kumeh. Die Wahl Weahs habe in der Gemeinde Aufregung ausgelöst. »Wir beteten während des Wahlkampfs und am Wahltag für ihn und wir beten für ihn, dass er als Führungsperson dieses Landes erfolgreich sein möge«, erzählt Kumeh.

Fünf Glieder der EmK kandidierten

Samuel Quire, Bischof der EmK in Liberia, beobachtete, dass viele junge Leute nach der Wahl nicht gerade versöhnlich wirkten. Das betreffe besonders die Wähler Weahs. Er bat den gewählten Präsidenten, auf die jungen Menschen einzuwirken, sich friedlich zu verhalten. »Als Kirche müssen wir für dieses Land und seine Führungsspitze beten, weil ihr Scheitern das Scheitern des Landes sein wird«, warnte er.

Von den 20 Kandidaten des ersten Durchgangs der Präsidentschaftswahl im Oktober 2017 gehörten neben George Weah vier weitere zur EmK: Charles Brumskine, Alexander Cummings, J. Mills Jones und Isaac Wiles. In Liberia hat die EmK ungefähr 150.000 Kirchenglieder, was etwas mehr als drei Prozent der Bevölkerung entspricht. Den Methodismus gibt es in Liberia seit 1820.

Der Autor
Reinhold Parrinello ist ehrenamtlicher Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Er lebt in Nürnberg. Kontakt: Reinhold.Parrinello(at)emk.de.


Foto: Evangelisch-methodistische Kirche in St. Gallen, Wikimedia Commons