»Es ist ein Anliegen von ungebrochener Aktualität, sich auf die Menschrechte zu besinnen« – Christoph Stiba, Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen.

»Es ist ein Anliegen von ungebrochener Aktualität, sich auf die Menschrechte zu besinnen« – Christoph Stiba, Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen.

Vereinigung Evangelischer Freikirchen

Menschenrecht und Christenpflicht

Weihnachtliche Festtage und Wohlbefinden gehören scheinbar zusammen. Vielen Menschen ist das nicht vergönnt. Eine Erinnerung zum Nachdenken.

Bereits Anfang Dezember haben die Evangelischen Freikirchen Deutschlands anlässlich des 70. Jahrestags der Menschenrechtserklärung in einer Stellungnahme betont, dass der Einsatz für Menschenwürde und Freiheit unverzichtbar ist. In der Nachrichtenflaute der Weihnachtstage rückt diese Meldung das Thema noch einmal ins Blickfeld.

Ungebrochen aktuell

»Es ist ein Anliegen von ungebrochener Aktualität, sich auf die Menschenrechte zu besinnen und sie zu beachten, wenn wir uns die Entwicklungen in Europa und weltweit anschauen: Die Armut nimmt zu, Menschen werden wegen ihrer Religion verfolgt, eigene Interessen werden über den Schutz von Menschen gestellt.« Mit diesen Worten würdigte der Präsident der Vereinigung Evangelischer Frei-kirchen (VEF), Christoph Stiba, die Bedeutung der »Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte«. An deren öffentliche Erklärung vor 70 Jahren erinnerte die Freikirchenvereinigung Anfang Dezember in einer veröffentlichten Stellungnahme.

Das ganzheitliche Wohlergehen der Menschen im Blick haben

»Bedenkliche Entwicklungen im In- und Ausland, durch die Menschen in ihren elementaren Rechten – etwa Meinungs- und Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Asylrecht – eingeschränkt werden, machen es notwendig, dass wir uns immer wieder für die Würde eines jeden Menschen stark machen«, so Stiba. Dass die Menschenrechte »einen global akzeptierten Bezugsrahmen darstellen«, sei in hohem Maße der Erklärung vom 10. Dezember 1948 zu verdanken. Die VEF-Stellungnahme beschreibt die »Menschenrechtsidee« als einen »der stärksten und wirkungsvollsten Gedanken der Gegenwart«, den es zu schützen gelte: »Unsere Solidarität, unser Einsatz und unsere Fürbitten gelten allen Menschen, denen grundlegende Menschenrechte, Würde und Freiheit vorenthalten werden.« Die Freikirchen sähen ihre Aufgabe darin, das Evangelium von der Liebe Gottes in Wort und Tat zu den Menschen zu bringen: »Dazu gehören die Einladung zum Glauben an Jesus Christus und die Sorge um unsere Welt, in der wir leben. Das Wohlergehen der Menschen ganzheitlich im Blick zu haben, ist unser Anliegen.« Deshalb seien die in der Vereinigung zusammengeschlossenen Freikirchen nicht nur dankbar für die »Allgemeine Erklärung der Menschenrechte«, sondern unterstütze auch die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung.

Doppelgebot der Liebe und Menschenrechte

Für Peter Jörgensen, den Beauftragten der Vereinigung Evangelischer Freikirchen am Sitz der Bundesregierung, stellen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung eine Konkretisierung elementarer Menschenrechte dar: »Gemeinsam mit der Initiative ›Micha Deutschland‹ versuchen wir, ein Bewusstsein für diese wichtigen Ziele zu schaffen. Keine Armut, kein Hunger, Klimaschutz, vom sozialen Status unabhängige Bildungschancen, Gleichberechtigung und Sicherheit durch Frieden – diese Anliegen machen den Geist der Menschenrechtsidee greifbar.« Als roter Faden ziehe sich das Konzept eines globalen Gemeinwohls durch Menschenrechtserklärung und die nachhaltigen Entwicklungsziele, so Jörgensen: »Motiviert durch das biblische Doppelgebot der Liebe wissen wir uns den Menschenrechten verpflichtet.«

Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit


Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Stellungnahme der VEF zur Erklärung der Menschenrechte

Zur Information
Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung.
Weitere Informationen: www.vef.de.