Bischof Harald Rückert, flankiert vom neuen Superintendenten des Distrikts Zwickau, Werner Philipp (links) und seinem Vorgänger, Stephan Ringeis.

Bischof Harald Rückert, flankiert vom neuen Superintendenten des Distrikts Zwickau, Werner Philipp (links) und seinem Vorgänger, Stephan Ringeis.

Neuer Superintendent in Zwickau

Staffelstab übergeben

Wieviel Sport und Christsein miteinander zu tun haben, kommt im Gottesdienst zum Wechsel im Superintendentenamt des Distrikts Zwickau zum Ausdruck.

Am gestrigen Sonntag wurde Werner Philipp als Superintendent für den Distrikt Zwickau der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in sein Amt eingeführt. Der 51-Jährige war zuvor Pastor des Bezirks Dresden-Emmauskirche. Im Amt des Superintendenten ist er Nachfolger von Stephan Ringeis, der diese Beauftragung zehn Jahre innehatte. 

Glaube attraktiver als Leistungssport

»Ein ›sportlicher Glaube‹ ist gefragt, sonst verfetten wir geistlich!«, erklärte Werner Philipp als neuer Superintendent in seiner Predigt bei der Amtsübergabe. Anlass für die »sportliche Predigt« war das Titelbild des Gottesdienstprogramms mit der Übergabe eines Staffelstabs und ein Abschnitt aus dem ersten Brief an die Korinther (Kapitel 9, 23-27), in dem Paulus sportliches Geschehen auf den Glauben überträgt. Philipp, zu DDR-Zeiten Biathlon-Leistungssportler, musste seine sportliche Karriere seinerzeit aufgeben, weil er Christ geworden war. »Der Lauf, der mir mit meiner Gottsuche und Gottfindung aufgetragen war, schien mir jedoch wesentlich attraktiver und sinnvoller zu sein« bekennt Philipp in seiner Predigt. Deshalb habe er damals den Abbruch der sportlichen Laufbahn »relativ gut verschmerzen« können. Dabei zieht er die Verbindung zu den Aussagen des Paulus. Ein Athlet setze alles daran, um einen vergänglichen Siegespreis zu gewinnen. Wieviel mehr lohne sich dagegen der Einsatz für einen unvergänglichen Preis, den Paulus als Teilhabe am Evangelium beschreibt. Wie beim Staffellauf die verschiedenen Begabungen der Teammitglieder für den Einsatz wichtig seien, so seien auch in Kirche und Gesellschaft die verschiedenen Gaben von Menschen eine Stärkung der Gemeinschaft. »Vielfalt ist ein Vorteil, kein Nachteil! Integration ist kein Mangel, sondern Bereicherung! Gemeinsinn ist an vielen Stellen zielführender als zunehmende Individualisierung und Egoismus«, betont der ehemalige Sportler und neue Superintendent in voller Überzeugung.

Hobbyastronom folgt rechtem Verteidiger

Der im Erzgebirgsort Erlabrunn geborene Werner Philipp fand als junger Mann zum christlichen Glauben und zur Evangelisch-methodistische Kirche. Als neuer Amtsinhaber der Zwickauer Superintendentur wurde er von Bischof Harald Rückert mit seinem neuen Amt beauftragt. Darin solle er »Gemeinden dazu bewegen und befähigen, die eigenen Räume zu verlassen«, um sich »auf ehrliche Begegnung mit den Menschen einzulassen«. Als leidenschaftlicher Theologe mit dem Hobby Astronomie liegt Philipp die Verbindung von Glaube und Wissenschaft und die Begegnung mit Menschen am Herzen. Seit zehn Jahren gehört er der Interessengemeinschaft Sternwarte Gönnsdorf in Dresden an, die die einst verfallende Sternwarte wieder zu neuem Leben erweckte.

Dem Amtsvorgänger Stephan Ringeis dankte Rückert herzlich für dessen Dienst als Superintendent. »Mit der Gabe, viele verschiedene Bereiche der Kirche zusammenzudenken und auch ungewöhnliche Wege zu gehen« habe Ringeis das Amt ausgeübt und »theologisch profiliert« und »mit wohltuenden Humor« ausgefüllt. Die Leidenschaft des 56-Jährigen gilt dem Sport. Seit 1993 spielte Ringeis in der Alt-Herren-Mannschaft des SV Muldental Wilkau-Haßlau bei Zwickau rechter Verteidiger statt wunschgemäß Mittelstürmer mit Torerfolgen. Entscheidend sei beim Sport aber die Bewegung. So sollten auch Christen ihr Leben gestalten und geistlich, geistig und auch körperlich in Bewegung bleiben.

Gäste aus der Umgebung und der Ökumene

Zum Gottesdienst in der Friedenskirche Zwickau waren rund dreihundert Gäste aus der Region Zwickau und Gemeinden des Distrikts angereist. Unter ihnen ehrten Superintendent Gabriel Straka vom Berliner Distrikt der EmK, Oberlandeskirchenrat Thilo Daniel von der Evangelisch-lutherischen Kirche in Sachsen, Elisabeth Naendorf für die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Sachsen, Pfarrer Werner Ciopcia als Vorsitzenden der ACK Thüringen, die Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau Pia Findeiß, der Zwickauer evangelisch-landeskirchliche Superintendent Harald Pepel und Dekan Markus Böhme von der Römisch-katholischen Kirche den scheidenden Superintendenten Stephan Ringeis und seinen Nachfolger Werner Philipp mit Grußworten.

Neue Aufgaben und neue Strukturen

Stephan Ringeis wird nach einer dreimonatigen Sabbatzeit die neue Beauftragung eines Pastors im Interimsdienst antreten. Als geistlicher Begleiter wird er jeweils für ein Konferenzjahr Bezirke oder Gemeinden in Situationen des Umbruchs oder Übergangs begleiten. Außerdem begleitet er beim Mitteldeutschen Rundfunk als Senderbeauftragter der Evangelischen Freikirchen die monatlichen freikirchlichen Rundfunkgottesdienste und die Worte für den Tag. Werner Philipp findet mit Dienstbeginn neue Arbeitsstrukturen in der Ostdeutschen Konferenz vor. Die Superintendentur ist in Zwickau räumlich verbunden mit dem Konferenzbüro. Neben Körperschaftsangelegenheiten wird dort auch ein Teil der Organisation der Jährlichen Konferenzen angesiedelt sein.

Bildnachweis: Alfons Müller, EmK-OJK


Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Der Distrikt Zwickau der Evangelisch-methodistischen Kirche umfasst 23 Bezirke mit 50 Gemeinden in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen.