Sup. Gabriel Straka (von links), Bischof Harald Rückert, P. Steffen Klug, Pfr. Werner Walczak, Sup. Stefan Kraft, Pfr. Cornelia Starosta und Sup. Irene Kraft

Superintendent Gabriel Straka (von links), Bischof Harald Rückert, Pastor Steffen Klug, Pfarrer Werner Walczak, Superintendent Stefan Kraft, Pfarrerin Cornelia Starosta und Superintendentin Irene Kraft vor Beginn des Gottesdienstes

Norddeutsche Jährliche Konferenz

Warten auf das Reden Gottes

Am 12. Juni wurde die Norddeutsche Jährliche Konferenz mit einem Gottesdienst in Braunfels eröffnet. Die Tagung steht unter dem Thema »Vertrauen«.

»Was wir mehr denn je brauchen, ist das Reden Gottes«, sagte der Superintendent Stefan Kraft der Konferenzgemeinde in seiner Predigt. Das seien »die Worte, die wir uns nicht selbst sagen können und die sich nicht aus Prognosen ergeben«. Als Kirche sei man mit vielen Herausforderungen konfrontiert aufgrund von Einschätzungen und Berechnungen.

Prophetisches Wort aus dem Herzen Gottes

Gerade diese Tagung der Norddeutschen Jährlichen Konferenz (NJK) sei bestimmt durch die innerkirchliche Debatte um das Thema der Homosexualität, erklärte Stefan Kraft und zählte noch weitere Punkte der Tagesordnung auf: Der Bericht der Finanzgremien werde den Delegierten »viel Neudenken abverlangen«. Dazu kämen die Fragen, wie zukünftig Versetzungen gehandhabt werden sollen und wie es mit dem Kinder- und Jugendwerk weitergehen könne. In dieser Situation der Kirche sei es auch notwendig, aufgrund von Strategien und Zielvorgaben zu handeln, sagte Kraft. Noch mehr aber brauche es das prophetische Wort: »Worte voller Perspektivwechsel und Güte, voller Tiefe und Wahrheit, voller Weisheit und Wegweisung«, so Kraft.
Um solche prophetischen Worte zu hören, solle sich die Konferenz die »Gebetsleidenschaft« des Paulus zum Vorbild nehmen. In einer ausweglosen Lage habe der Apostel dreimal Gott angefleht, sagt Kraft im Blick auf den Predigttext aus 2. Korintherbrief 12, 7-10. Der Apostel, der Schmerzen hatte wie von einem »Dorn im Fleisch« habe Gott nicht nur beiläufig »informiert« – er habe »gefleht«.

Ringen mit und vor Gott

Stefan Kraft forderte die Konferenz auf, dieses »Ringen mit und vor Gott zu praktizieren« in Gottesdiensten, aber auch in Sitzungen, in Gesprächen, in der Seelsorge und mitten in der Arbeit. Der Superintendent des Essener Distriktes wünscht sich, dass dies ein neues Miteinander der Delegierten mit sich bringe. Paulus äußert sich offen, er lässt sich im Moment der Schwäche ins Herz blicken. Er erzählt seine euphorischen Erfahrungen und schämt sich dessen nicht. Gleichzeitig teile er seine Tränen mit, derer er sich auch nicht schäme. Beides wünscht sich Stefan Kraft für die Tagung der Konferenz, dass die Delegierten nicht nur argumentativ und strategisch reden, sondern eine »Herzensgemeinschaft« bilden.
Paulus habe die Erfahrung gemacht, dass seine Schwachheit und die Erfahrung,  angefochten zu sein, sei nicht sein Gegner, sondern der Ort, an dem sich Gott zeigen will. So wolle er in der jetzigen Situation auf Gott sehen und »Herz und Kopf klar machen«, sagte Stefan Kraft. »Unser Gott ist hier. Jesus versöhnt und heilt und rettet und liebt immer noch.«

Grußworte aus der Ökumene

In seinem Grußwort hob Pfarrer Werner Walczak von der Katholischen Gemeinde St. Anna in Braunfels hervor, wie wichtig die Ökumene für seine Gemeinde sei, die auch eine kirchliche Minderheit am Ort sei. Die Pfarrerin Cornelia Starosta richtete die Grüße der Evangelischen Landeskirche aus. Sie wünschte der Konferenz, dass der trinitarische Gott, der in sich in Beziehung sei, die Tagung in Bewegung bringen möge. Wolf-Dieter Kretschmer überbrachte Grüße von ERF Medien in Wetzlar. Als Kirche und als Medienunternehmen habe man die gemeinsame Aufgabe, Gott in der Gesellschaft zum Thema zu machen. Er wünschte der Konferenz für die Tagung viel Sachverstand, die Fähigkeit zuzuhören und sprachfähig zu werden für die Mitmenschen.

Bildnachweis: Michael Putzke


Der Autor
Michael Putzke ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit in der Norddeutschen  Konferenz. Kontakt: redaktion(at)emk.de.