Pastorin Christine Meyer-Seifert demonstriert die »Vervollständigung« der Installation. Passanten können mit einem Selfie-Foto Hoffnungszeichen verschicken.

Pastorin Christine Meyer-Seifert demonstriert die »Vervollständigung« der Installation. Passanten können mit einem Selfie-Foto Hoffnungszeichen verschicken.

EmK: Erlöserkirche Chemnitz

Am Ende der Straße wartet ein Engel

Wie aus einer Idee eine Licht-Installation wird, erzählt die Chemnitzer EmK-Pastorin Christine Meyer-Seifert. Es geht um Vermittlung von Hoffnung.

Dunkle Nacht, spärliche Beleuchtung, eine Straße und eine Kirchenmauer – das waren die Zutaten einer Idee von Christine Meyer-Seifert. Sie ist Pastorin der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) und seit Herbst dieses Jahres für die Gemeinde der Chemnitzer Erlöserkirche zuständig.

Nebengedanke wird Schlagzeile und Predigtthema

»Als ich eines Abends mit dem Fahrrad nach Hause fuhr, stellte ich fest, dass die Straße genau auf die Mauer zuläuft, die unser Kirchengelände umschließt«, erzählt sie. Die fast fünfhundert Meter des Weges bei spärlichem Licht hätten in ihr die Vorstellung geweckt, »dass am Ende der Straße ein Engel auf mich wartet«. Eine Flügelkonstruktion samt Beleuchtung und Strahlenkranz waren schnell gefertigt und an der Mauer angebracht. Fortan lud die Installation zum Nachdenken und Mitmachen ein. Menschen könnten ein Selfie-Foto von sich machen und es als Hoffnungsbotschaft an liebe Menschen weiterschicken.

Am Ende der Straße wartet ein Engel. Die Lichtinstallation der evangelisch-methodistischen Erlöserkirche in Chemnitz soll die Botschaft der Hoffnung vermitteln.
Am Ende der Straße wartet ein Engel. Die Lichtinstallation der evangelisch-methodistischen Erlöserkirche in Chemnitz soll die Botschaft der Hoffnung vermitteln.

Tatsächlich hätten Menschen vor der Installation innegehalten, berichtet Meyer-Seifert. »Meine Hoffnung ist, dass sich das rumspricht und noch viel mehr Leute auf ihrem Abendspaziergang hier kurz halten.« Das warme Licht wecke jedenfalls Neugier und mache Freude. Am dritten Advent predigte die erst im Oktober ordinierte Pastorin über die Installation zum Thema »Engel sein im Advent«. In Zeiten, in denen so viel dunkel ist, sollten Christen ein Hoffnungszeichen setzen. Wie wichtig dieser Auftrag sei, habe ihr ein Interview vor Augen geführt, das eine Journalistin zu ihrem Dienstantritt mit ihr führte. Aus einem eigentlich nur nebenbei geäußerten Gedanken habe die Journalistin die Schlagzeile formuliert: »Pastorin will Hoffnung und Zuversicht vermitteln«.

Hoffnung in die Welt tragen

Das sollten Christen ja immer vermitteln, meint Meyer-Seifert, aber Christen müssten sich das immer wieder bewusst machen. Die Engel-Installation in der dämmrigen Chemnitzer Ludwig-Richter-Straße setzt die Botschaft somit in zweifacher Weise um. Als Selbsterinnerung für die Gemeinde, Hoffnung in ihre Umgebung zu tragen. Außerdem fordert die zunächst noch unfertige Installation zum Mitmachen auf. Erst mit dem eigenen Körper wird sie vervollständigt. Damit verbindet sich die Einladung, selbst daran mitzuwirken, Hoffnung in die Welt zu tragen.

Bildnachweis: privat


Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de