Das Kampagnendesign der Evangelisch-methodistischen Kirche in den USA, mit dem das gemeinsame Aufstehen und Aktivwerden gegen jede Form von Rassismus zum Ausdruck gebracht wird.

Das Kampagnendesign der Evangelisch-methodistischen Kirche in den USA, mit dem das gemeinsame Aufstehen und Aktivwerden gegen jede Form von Rassismus zum Ausdruck gebracht wird.

Gemeinsam gegen Rassismus

»Die ungeheuerliche Sünde beim Namen nennen«

Der Bischofsrat der EmK fordert dazu auf, sich für die Überwindung des Rassismus einzusetzen, denn Rassismus steht im direkten Widerspruch zum Evangelium.

In den letzten Wochen sind in den Vereinigten Staaten von Amerika erneut Menschen afroamerikanischer Herkunft durch Polizeigewalt ums Leben gekommen. Besonders der Tod von George Floyd hat in den USA und weltweit Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt hervorgerufen. In dieser Situation wendet sich der internationale Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) an die Menschen in den methodistischen Gemeinden mit dem Aufruf, aktiv zu werden. »Es ist an der Zeit, dass wir uns mit unserer Stimme, mit Texten, mit unseren Füßen und mit unserem Herzen für die Überwindung des Rassismus einsetzen.«

Gemeinsam Stellung beziehen

In der Erklärung des Bischofsrats, die von der dem Rat vorsitzenden Bischöfin Cynthia Fierro Harvey unterzeichnet ist, werden die Methodisten aufgefordert, »ihr Taufversprechen zu erneuern und dem Bösen, der Ungerechtigkeit und der Unterdrückung zu widerstehen, in welcher Form diese sich auch zeigen«. Die »ungeheuerliche Sünde des Rassismus und der weißen Vorherrschaft« müsse beim Namen genannt werden. Gegen die Unterdrückung und Ungerechtigkeit, die farbige Menschen tötet, müsse gemeinsam Stellung bezogen werden, heißt es in der Erklärung. Deshalb befürworte der Bischofsrat auch friedliche Proteste »als Mittel, um die Stimme dort zu erheben, wo sie am meisten gebraucht wird«.

Rassismus steht im Widerspruch zum Evangelium

Mit der Stellungnahme bekräftigt der Bischofsrat die grundlegenden Äußerungen über Rassismus in den »Sozialen Grundsätzen der Evangelisch-methodistischen Kirche«. Darin heißt es unter anderem: »Rassismus ist Sünde: er verdirbt und behindert unser Wachsen in Christus, weil er im direkten Widerspruch zum Evangelium steht. In vielen Kulturen werden Menschen weißer Hautfarbe unverdientermaßen Privilegien und Vorteile gewährt, die Menschen anderer Hautfarbe verweigert werden. Wir widersetzen uns in jeder Kultur jeglicher Vorherrschaft einer Rasse über die andere.«

Aktionstag in Deutschland am 14. Juni

Neben anderen Akteuren setzen sich in Deutschland auch Brot für die Welt und die Diakonie Deutschland gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung ein. »Es geht nicht bloß um die USA. Es geht um die Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit des Rassismus, dem wir überall begegnen«, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Präsidentin von Brot für die Welt. Mit einem Aktionstag am morgigen Sonntag, dem 14. Juni, solle deshalb ein Zeichen gesetzt werden. »Wir brauchen eine Kultur des Respekts und der Toleranz, bei uns in Europa, in den USA und weltweit«, betont Füllkrug-Weitzel. »Die Würde jedes einzelnen Menschen zählt.«

Bildnachweis: UMC.org


Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Erklärung des Bischofrats (Englisch, PDF) 
Linksammlung auf der Internetpräsenz der EmK in den USA (Englisch)

Die Sozialen Grundsätze der Evangelisch-methodistischen Kirche (PDF)