Die von Missionarin Melanie Janietz entwickelten Kurse werden durch zwei einheimische Lehrer fortgeführt. Rechts im Bild einer der beiden: Sullayman Koroma.

Die von Missionarin Melanie Janietz entwickelten Kurse werden durch zwei einheimische Lehrer fortgeführt. Rechts im Bild einer der beiden: Sullayman Koroma.

EmK-Weltmission

Erfolgreiche Stabübergabe

Trotz coronabedingt früherer Rückreise findet sich für Missionarin Melanie Janietz in Sierra Leone eine gute Nachfolgelösung.

Das Ziel der weltweiten Missionsarbeit ist, die Arbeit der Kirche vor Ort zu unterstützen und zu stärken. Auch der Einsatz der Missionare dient dazu und deshalb bemühen sich die Mitarbeiter der Weltmission der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland immer, am Ende der Dienstzeit der Missionare ihre Arbeitsaufgaben in einheimische Hände zu übergeben. Das ist mitunter recht schwierig, weil es wenige entsprechend gut ausgebildete und geeignete Personen gibt. In Sierra Leone aber ist dies nun hervorragend gelungen.

Solches Material gab es noch nicht

Missionarin Melanie Janietz hat in den letzten Jahren in Sierra Leone zusammen mit einheimischen Lehrern Unterrichtsmaterial zum Thema »sexuelle Gesundheit« erarbeitet. So sind zehn Schulungseinheiten inklusive didaktischen Materials und anschaulicher Folien entstanden, die die Herausforderungen des Landes und die kulturellen Besonderheiten berücksichtigen. Solches oder ähnliches Material gab es in Sierra Leone noch nicht. Das Material wird in Kursen den entsprechenden Fachlehrern der weiterführenden Schulen der EmK in Sierra Leone nahegebracht, sodass sie es in ihrem Unterricht einsetzen können. Viele Schülerinnen und Schüler werden dadurch über Sexualkunde und Gesundheitsvorsorge besser informiert, und ein wichtiges Ziel dabei ist es, viele ungewollte Teenagerschwangerschaften zu verhindern.

Relative sichere Jobs aufgegeben

Da die EmK über fünfzig weiterführende Schulen in Sierra Leone betreibt, ist die Schulung aller relevanten Lehrer und Lehrerinnen eine riesige Aufgabe. Jeder Kurs benötigt zwei Wochen Zeit, plus Vorbereitung und Nacharbeit. Als Melanie Janietz zusammen mit ihrer Familie im März – auf Grund der Corona-Pandemie drei Monate früher als geplant – nach Deutschland zurückkehrte, konnte diese Arbeit an zwei einheimische Lehrer übergeben werden. Sadia Gbassa und Sullayman Koroma haben von Anfang an bei diesem Projekt als Freiwillige mitgearbeitet und waren nun bereit, ihre auch in Sierra Leone relativ sicheren Jobs als Lehrer aufzugeben, um das Schulungsprojekt weiter zu betreuen.

Leider konnten die beiden auf Grund der coronabedingten Schulschließungen in Sierra Leone die Kurse zunächst nicht weiterführen und haben sich deshalb in der Aufklärungsarbeit im Hinblick auf das Corona-Virus nützlich gemacht. Nach der Öffnung der Schulen konnte im Juli die erste Lehrerschulung in der Alleinverantwortung der beiden durchgeführt werden.

Bischof Yambasu dankte für die Unterstützung aus Deutschland

Alles hat sehr gut funktioniert, sodass diese wichtige Arbeit nun weitergeht. Es gibt noch viel zu tun: Die Lehrer in über vierzig EmK-Schulen müssen noch geschult werden. Darüber hinaus sind noch viele andere Schulen an diesem Material und den Kursen interessiert. John Yambasu, der für Sierra Leone zuständige, kürzlich verstorbene Bischof, war sehr dankbar für diese erfolgreiche Arbeit und Stabübergabe und dankte allen Unterstützern in Deutschland sehr herzlich!

Dieser Artikel ist dem zweiwöchentlich erscheinenden Magazin »unterwegs« der Evangelisch-methodistischen Kirche – Nummer 16/2020 vom 2. August 2020 – entnommen.
Bildnachweis: privat


Der Autor
Frank Aichele ist Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche und Leiter der deutschen EmK-Weltmission. Der Dienstsitz ist in Wuppertal. Kontakt: weltmission(at)emk.de.

Weiterführende Links
Homepage der EmK-Weltmission