Umwelt

Grüner Gockel für die EmK

Die Kirchenkanzlei und das Medienwerk der EmK wurden für ihr umweltgerechtes Handeln ausgezeichnet.

Jetzt ist es offiziell: Die Kirchenkanzlei und das Medienwerk der Evangelisch-methodistischen Kirche dürfen das Umweltzertifikat »Grüner Gockel« tragen. Das entsprechende Zertifikat wurde in Fulda an Bischöfin Rosemarie Wenner und den Leiter der Kirchenkanzlei, Pastor Ruthardt Prager, übergeben. Damit wird das umweltgerechte und nachhaltige Handeln der Einrichtungen von unabhängiger Stelle bestätigt. Bischöfin Wenner wies bei der Übergabe auf die Verantwortung hin, die Christen für die ihnen anvertraute Schöpfung tragen. Der Prozess habe allen Beteiligten den Blick geschärft für die Auswirkungen der eigenen Arbeit auf die Umwelt und einen weiteren Horizont über das normale Tagesgeschäft hinaus eröffnet. »Ich bin dankbar für die Bereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sich aktiv an diesem Prozess zu beteiligen«, sagte Wenner. Gleichzeitig hoffe sie, dass die Zertifizierung ein Anstoß für EmK-Gemeinden sein könne, sich ebenfalls mit umweltgerechtem Handeln zu befassen. Gehe es doch darum, von den biblischen Verheißungen des »Lebens in Fülle« ausgehend, mit den natürlichen Ressourcen so umzugehen, dass Mitgeschöpfe und nachfolgende Generationen mit im Blick seien. In der EmK haben bisher die Gemeinden Calw-Stammheim, Karlsruhe-Erlöserkirche und Stuttgart-Sillenbuch das Umweltzertifikat erhalten.

Verantwortung übernehmen

Anstoß für die Zertifizierung war der »Aufruf zum Hoffen und Handeln«, mit dem sich der Bischofsrat der EmK vor vier Jahren an alle methodistischen Gemeinden gewandt hat. Darin werden die Umweltzerstörung und der Klimawandel als konkrete globale Bedrohungen benannt. Die Bischöfinnen und Bischöfe selbst haben sich verpflichtet, jeweils den CO2-Abdruck ihrer Büros und Einrichtungen zu messen, Maßnahmen zur Reduktion festzulegen und diese Veränderungen vorzunehmen.
Die Kirchenkanzlei erarbeitete daraufhin Schöpfungsleitlinien, zudem wurden die Verbrauchsdaten systematisch erfasst und Sparmöglichkeiten ausgelotet. Im November 2013 war das Verfahren abgeschlossen. Zur Sitzung der Kommission für diakonische und gesellschaftliche Verantwortung (KdgV) am 6. September in Fulda überreichte Stefan Weiland von der Kontaktstelle für Umweltmanagement der EmK die Urkunde. Dabei betonte KdgV-Referent Hans Martin Renno, dass Christen berufen seien, Gottes Mitarbeiter zu sein – nicht nur Mitläufer. »Wir müssen Verantwortung übernehmen, wird sind berufen, selbst zu denken.«“ Das gelte auch beim Umgang mit Gottes Schöpfung. Zwar bedeute ein Umweltaudit zunächst einen zeitlichen und finanziellen Aufwand, allerdings lohne es sich – auch finanziell. »Was wir jetzt verändern, müssen wir nicht in einigen Jahren für sehr viel mehr Geld zu reparieren versuchen – wenn es überhaupt noch geht.«

Information: Der grüne Gockel

Der Grüne Gockel ist ein Instrument für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen, um stetig und dauerhaft die eigenen Umweltauswirkungen zu erfassen, zu bewerten und positiv zu verändern. Mit der Einführung des Systems leisten die Gemeinden und Einrichtungen einen wertvollen Beitrag zur Senkung der Betriebskosten, zur C02-Reduktion, zum Klimaschutz und damit zur Bewahrung der Schöpfung.
Das System wurde im Jahr 2001 gezielt für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen entwickelt. Es erfüllt die Vorgaben des europäischen Öko-Audits EMAS. Deshalb werden die Einrichtungen beziehungsweise Gemeinden durch externe Umweltgutachter begleitet.
Der Grüne Gockel ist eine bundesweite ökumenische Initiative. Seit 2003 haben sich alle Kirchen, die das System anbieten, im ökumenischen Netzwerk »Kirchliches Umweltmanagement« (KirUm) zusammengeschlossen . Das Netzwerk sichert einen einheitlichen Standard und entwickelt den Grünen Gockel stetig weiter.
Mit den Maßnahmen lassen sich der Stromverbrauch um bis zu zehn Prozent, der Wasserverbrauch um ein Viertel und der Wärmeenergieverbrauch sogar um fast ein Drittel senken. Möglich ist das durch energetische bauliche Maßnahmen sowie gezielte Schulungen.

Volker Kiemle