Schwester Anja Flier mit »Jonas« auf dem Arm im Kontakt mit der Krankenhausseelsorgerin Sabine Schober

»Jonas will‘s wissen« ist ein Projekt am Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau, mit dem schwer erkrankten oder sterbenden Menschen und Kindern eine gegenseitig helfende Begegnung ermöglicht wird. Im Bild Schwester Anja Flier mit »Jonas« auf dem Arm im Kontakt mit der Krankenhausseelsorgerin Sabine Schober.

Gottesdienst-Übertragung

Mit der Endlichkeit leben

Aus dem Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau überträgt das Fernsehen des MDR am 8. November einen evangelisch-methodistischen Gottesdienst.

Am 8. November sendet das MDR-Fernsehen einen Gottesdienst aus dem Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau. Der Gottesdienst zum Thema »Was trägt in Zeiten von Krankheit und Isolation?« wird aus der Dietrich-Bonhoeffer-Kapelle des Krankenhauses übertragen. Dabei kommen die Erfahrungen aus der Mitarbeiterschaft und von Patienten des Krankenhauses sowie der Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) aus Halle zur Sprache. Die Predigt hält die am Krankenhaus tätige Seelsorgerin Sabine Schober.

Der christliche Glaube mutet den Menschen zu, offen und ungeschönt mit den Fragen umzugehen, die lebensbedrohliche Krankheiten und auch das Sterben eines Menschen aufwerfen. Dabei helfen die Gegenwart Gottes und die Beziehungen der Menschen untereinander, schwere Wege anzunehmen und gemeinsam zurückzulegen. Das am Krankenhaus durchgeführte Projekt »Jonas will‘s wissen« hat Wege zu Erfahrungen eröffnet, wie die Beziehung der Kinder zu schwer erkrankten oder sterbenden Menschen eine besondere Unterstützung sein können. Die Leitfigur dieses Projektes ist eine kindgroße Puppe namens Jonas. Sie steht für die Fragen der Kinder, aber auch für die Fragen der Eltern im Zusammenhang mit unheilbarer Krankheit. Und Jonas will alles wissen, auch das, was die Erwachsenen traurig macht und freut.

»Die Diagnose ›unheilbar‹ löst eine Achterbahn der Gefühle aus«, erklärt die am Krankenhaus tätige EmK-Pastorin Sabine Schober. Die Erfahrung im Krankenhaus sei, »dass davor vor allem auch Kinder geschützt werden sollen«. Jedoch seien es nach Auskunft der Patienten gerade ihre Enkel oder Urenkel, die ihnen in ihrer schweren Erkrankung eine Hilfe seien. Daher ist die Seelsorgerin überzeugt: »Kinder sind eine Lebensressource«. Die mit diesem Projekt gemachten Erfahrungen fließen in den Gottesdienst ein.

Bildnachweis: Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau


Der Autor
Stephan Ringeis ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunkarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Ostdeutsche Konferenz und Senderbeauftragter der Evangelischen Freikirchen beim MDR. Kontakt: stephan.ringeis(at)emk.de.

Zur Information
Gottesdienst am 8. November im MDR-Fernsehen, gleichzeitig auch im Radio bei MDR Kultur.
Beginn 10 Uhr. www.mdr.de/tv/programm/sendung904742_date-2020-11-08_ipgctx-true_zc-ffc7395d.html

Das Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau gehört zum Verbund von Martha-Maria, einem selbstständigen Diakoniewerk in der Evangelisch-methodistischen Kirche. Es ist Mitglied im Diakonischen Werk und weiß sich dem christlichen Auftrag zur Nächstenliebe verpflichtet.
Die Dietrich-Bonhoeffer-Kapelle befindet sich in unmittelbarer Nähe des Eingangsbereichs, der Intensivstation und der OP-Räume des Krankenhauses. Über einen Glasgang ist sie mit dem Zentralflügel verbunden und hat Tag und Nacht als Ort der Stille geöffnet. Jeden Sonntag um 10 Uhr findet dort Gottesdienst statt. Auf der Kapellenwand, entworfen von Professor Ludwig Ehrler (2001), finden sich 1.260 kleine Kreuze. Diese vielen kleinen Kreuze fügen sich zu großen Kreuzen zusammen. Dabei gehen sie ineinander über oder stehen scharf nebeneinander: ein Puzzle des Lebens mit all den schönen und weniger schönen Erfahrungen. kh-halle-doelau.martha-maria.de/de/