Roland Fernandes (links) wird Generalsekretär des internationalen Missionswerks der EmK und damit Nachfolger von Thomas Kemper.

Der aus dem indischen Kalkutta stammende Roland Fernandes (links) wird Generalsekretär des internationalen Missionswerks der Evangelisch-methodistischen Kirche und damit Nachfolger von Thomas Kemper.

Wahl per Videokonferenz

Roland Fernandes folgt auf Thomas Kemper

Der neue Mann an der Spitze des internationalen EmK-Missionswerks heißt Roland Fernandes. Die Wahl erfolgte wegen der Corona-Pandemie per Videokonferenz.

Roland Fernandes wird neuer Generalsekretär des internationalen Missionswerks der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Er wurde am 20. März als Nachfolger von Thomas Kemper gewählt. Dieser hatte kürzlich öffentlich gemacht, für eine Wiederwahl und weitere Amtszeit von vier Jahren nicht zur Verfügung zu stehen. Die Wahl des neuen Generalsekretärs fand während der Frühjahrssitzung des Aufsichtsgremiums des Missionswerks statt. Weil die 32 Personen der international besetzten Kommission wegen der Corona-Pandemie nicht nach Atlanta im US-Bundesstaat Georgia reisen konnten, wurde die halbjährlich stattfindende Sitzung als Videokonferenz durchgeführt.

Ruhig, gelassen, kommunikativ

»Roland Fernandes wird die Arbeit des internationalen Missionswerks unserer Kirche gut weiterführen und auch eigene Akzente setzen«, kommentierte Frank Aichele die Wahl des neuen Generalsekretärs. Der Missionssekretär der deutschen EmK-Weltmission kennt Fernandes seit knapp zehn Jahren und sieht in ihm einen Leiter, der »enorm viel Erfahrung« in seine verantwortungsvolle Position mitbringe. Er habe vor allem im Hinblick auf den Umzug des Werkes von New York nach Atlanta und den dafür nötigen Umbau der Gebäude »extrem viel geleistet und sich als vielseitige und belastbare Leitungspersönlichkeit« erwiesen. Beeindruckend sei »seine Ruhe und Gelassenheit in schwierigen Situationen, sein großes Detailwissen und seine offene und kommunikative Art«. Der seit 27 Jahren in verschiedenen Funktionen innerhalb des weltweit wirkenden Missions- und Hilfswerks der EmK tätige Fernandes war seit 2003 als Chefmanager in Doppelfunktion für das operative Geschäft und die kaufmännische Geschäftsführung der Organisation zuständig. In dieser Zeit war er bereits mehrere Male als Interims-Generalsekretär tätig, um Vakanzen in dieser Führungsposition zu überbrücken.

Ein Mann mit Erfahrung und Weitsicht für das kommende Jahrzehnt

Der neugewählte Generalsekretär erklärte, dass er seine Wahl »mit einem Gefühl tiefer Demut« annehme. Er habe seit einiger Zeit gespürt, dass für ihn ein Wechsel aus der hauptsächlich kaufmännischen Verantwortung bevorstehe. Seine Berufung in dieses neue Amt erfolge nun in einer für die Evangelisch-methodistische Kirche schwierigen Zeit. Er verspreche aber, seine »volle Aufmerksamkeit« der ganzheitlichen Mission in der Tradition John Wesleys zu widmen. Der noch im Amt befindliche Generalsekretär Thomas Kemper freut sich sehr über die Wahl von Roland Fernandes. »Er hat Erfahrung und Weitsicht, die für das kommende Jahrzehnt erforderlich sind«, beschreibt Kemper seinen Nachfolger. »Er ist geduldig, mutig und glaubt an die Kraft der Gnade, um Gottes Auftrag zu erfüllen.«

Von Kalkutta aus an die Spitze des EmK-Missionswerks

Der neue Mann an der Spitze des internationalen Missionswerks der Evangelisch-methodistischen Kirche wuchs im indischen Kalkutta auf und studierte nach dem Schulabschluss an der dortigen Universität. Nach seinem Masterabschluss in Handels-, Management- und Wirtschaftswissenschaft arbeitete er als Wirtschaftsprüfer. Von 1988 bis 1994 war er als leitender interner Prüfer der Methodistischen Kirche in Indien tätig. Danach trat Fernandes als Finanzexperte in den Dienst des internationalen Missions- und Hilfswerks der EmK für die Region Indien und kurz darauf zusätzlich mit der Aufsicht über die Philippinen, nachdem der dafür zuständige Finanzbeauftragte plötzlich verstarb. Schon 1997 stieß Fernandes zum Mitarbeiterstab der damals in New York ansässigen und weltweit tätigen EmK-Organisation. Seither hat er dort viele Aufgaben und Positionen im Bereich Finanzen und Management ausgefüllt und gehörte in den vergangenen Jahren zum engen Führungskreis um Thomas Kemper, der im Herbst dieses Jahres nach zehn Jahren das Amt als Generalsekretär abgibt und nach Deutschland zurückkehrt.

Bildnachweis: Jennifer Silver (Fernandes); Volker Kiemle, EmK-Öffentlichkeitsarbeit (Kemper)


Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
Das internationale Missions- und Hilfswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche (General Board of Global Ministries, GBGM, und untergeordnet United Methodist Committee on Relief, UMCOR) mit Sitz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia ist in weltweit rund siebzig Ländern tätig und hat rund vierhundert Personen in unterschiedlichen Berufen im Einsatz. Zusammen mit Programmpartnern werden Projekte in über hundert Ländern betreut. Thomas Kemper, der noch im Amt befindliche Leiter dieser 1819 in New York gegründeten Organisation, ist seit zehn Jahren der erste Nicht-Amerikaner in dieser Position. Von den aktuell 32 Kommissionsmitgliedern der Organisation sind 25 aus den USA, zwei von den Philippinen, fünf aus Afrika und drei aus Europa. Aus Deutschland ist Missionssekretär Frank Aichele Mitglied der Kommission.
www.umcmission.org