Bischof Harald Rückert wendet sich mit einer Video-Botschaft an die Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland.

Bischof Harald Rückert wendet sich mit einer Video-Botschaft an die Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland.

Corona-Pandemie

»Wozu sind wir da?«

Wegen einer Krise wird die kirchliche Arbeit komplett umgesteuert. Das werfe die Frage auf »Was brauchen wir wirklich als Kirche?«, meint Bischof Rückert.

»Wir spüren überdeutlich, dass wir unser eigenes Leben nicht in der Hand haben«, bringt Harald Rückert die gegenwärtige Gefühlslage vieler Menschen zum Ausdruck. Anlässlich der durch den Corona-Virus ausgelösten gottesdienstlosen Zeit wendet sich der für Deutschland zuständige Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) mit einer Videobotschaft für den morgigen Sonntag an die Gemeinden. Darin nimmt er die aktuelle Situation zum Anlass, trotz der Verunsicherung Mut zuzusprechen.

Solidarität und Fürsorge gegenüber den Gefährdeten

In Verbindung mit einem Bibelwort aus dem zweiten Timotheusbrief (Kapitel 1, Vers 7) betont er, dass Gott einen »Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit« schenke. Das sei eine Ermutigung, die mitten ins Leben hinein wirke. Angesichts der von Bundeskanzlerin Angela Merkel als »ernst« beschriebenen Lage gehe es in besonderer Weise »um Solidarität und Fürsorge gegenüber den am meisten Gefährdeten«. Daneben gelte es, den um sich greifenden Reaktionen von »Panik, Eigensucht, Rücksichtslosigkeit, Fatalismus, Rechthaberei und Ignoranz« entgegenzutreten. Diese dürften »keinen Raum in unserm Leben und unserer Gesellschaft haben«. Gerade in dieser »ungewissen und beängstigenden Zeit« sei die Kraft Gottes »Zuspruch und Befähigung«. Dass sich dies ereigne zeigten viele Beispiele aus Gemeinden, die »sofort mit unglaublicher Kreativität« auf diese Situation reagiert hätten. Er sei »tief berührt und von Herzen dankbar« für diesen Einsatz.

Fragen an die kirchliche Arbeit

Allerdings, so Rückert weiter, sei es auch nötig, sich darüber Gedanken zu machen, »was die derzeitige Krise uns lehren könnte«. Noch sei es zu früh, endgültige Schlüsse daraus zu ziehen. Aber die Frage »Worauf ist Verlass?« dränge sich förmlich auf. Auch Christen müssten sich der Frage stellen, ob ihr Gottesglaube wirklich tragfähig sei. Die Zeit der durch die Corona-Krise verursachten »Entschleunigung unserer Gesellschaft« könnte dazu dienen, »das Hören auf Gott neu einzuüben«. Auch für die kirchliche Arbeit ergäben sich Fragen aus der innerhalb weniger Tage durch äußere Umstände veränderten Arbeitsweise. »Was brauchen wir wirklich als Kirche?«, sei eine Frage, die sich daraus ergebe, dass innerhalb weniger Tage die sonst so festgelegte kirchliche Arbeit mit Sitzungen und Entscheidungsgremien komplett umgesteuert werden musste. Wenn das durch äußere Umstände so möglich sei, stelle sich für die Kirche ganz drängend die Frage: »Wozu sind wir da?« Das seien, ist Rückert sich bewusst, nur angerissene Gedanken. Jedoch seien diese weiter zu vertiefen, um »in unserem Zeugnis als Kirche Kraft zu entfalten«.

Bildnachweis: Videofilm-Ausschnitt; EmK-Öffentlichkeitsarbeit


Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

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