Vertreter und Vertreterinnen von »edia.con gGmbH« und »Agaplesion gAG«

Verbundstrukturen führen evangelische Krankenhäuser in eine erfolgreiche Zukunft: Mit der notariellen Beurkundung gehen die »edia.con gGmbH« und »Agaplesion gAG« jetzt gemeinsame Wege. Als größter christlicher Gesundheitskonzern Deutschlands wächst die Agaplesion damit weiter.

Christlicher Gesundheitsanbieter

Zusammenschluss für sichere Zukunftsperspektive

Diakonische Prägung und wirtschaftliche Stabilität sollen durch Zusammenschluss gesichert werden. Die »edia.con gGmbH« schließt sich Agaplesion an.

Seit dem 1. Januar ist der vormals unter »edia.con gGmbH« firmierende ökumenische Träger von Krankenhäusern und anderen diakonischen Einrichtungen Teil der »Agaplesion gAG. Hintergrund für diesen weiteren Zusammenschluss im Gesundheitswesen sind wirtschaftliche Überlegungen.

Wirtschaftliche Herausforderungen fordern Zusammenschlüsse

»Es hilft uns, wenn die Synergien eines noch größeren Verbunds auch wirtschaftlich stabilisierende Effekte schaffen«, erklärte Frank Eibisch den am 19. Dezember vergangenen Jahres erfolgten Zusammenschluss. Der Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ist Vorsitzender der Edia-Con-Geschäftsführung, die jetzt unter »Agaplesion Mitteldeutschland« firmiert. Laut Eibisch biete der Zusammenschluss den Beschäftigten eine »sichere Zukunftsperspektive« und den in den Einrichtungen versorgten Menschen die »nachhaltig beste Versorgung«.

Der jetzige Zusammenschluss hat eine bis in den Anfang der 2000er-Jahre zurückreichende Geschichte. Die ursprünglich selbstständigen methodistischen Diakoniewerke Bethesda und Bethanien hatten Wege gesucht, um die Umwälzungen und Herausforderungen im Gesundheitswesen zu bewältigen. Dafür waren alle Einrichtungen und Gesellschaftsanteile beider damaliger Partner in der Bethanien Diakonissen-Stiftung zusammengelegt worden. Darüber hinaus suchten beide Partner die ökumenische Zusammenarbeit, woraus die im Jahr 2002 gegründete gemeinnützige Aktiengesellschaft Agaplesion entstand, die schwerpunktmäßig in Westdeutschland wirkte. Sieben Jahre später folgte die als gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung firmierende Edia-Con mit Standorten in Ostdeutschland.

Pflege braucht Zeit und wirtschaftliche Sicherheit

Die seit 2004 für alle Krankenhäuser in Deutschland geltenden diagnosebezogenen Fallpauschalen verstärkten die finanziellen und wirtschaftlichen Anforderungen für diakonische Träger im Gesundheitswesen. Mit den Pauschalen war die Wirtschaftlichkeit eines Krankenhauses plötzlich abhängig vom effizienten Einsatz an Personal und anderer Ressourcen sowie der Patientenzahl eines Krankenhauses. Große Häuser mit stark reduziertem Pflegeeinsatz genießen seither Wettbewerbsvorteile. Kleine diakonische Häuser, die aufgrund christlicher Wertebasis eine zeitintensive Begleitung und Pflege durchführen, befinden sich dagegen im Nachteil. Mit dem jetzt erfolgten Zusammenschluss findet eine weitere Stärkung des Verbunds unter dem Dach der Agaplesion statt, zu dem neben weiteren Gesellschaftern als dritte Wurzel methodistischer Diakonie auch das Diakoniewerk Martha-Maria mit Sitz in Nürnberg gehört. Mit über 20.000 Beschäftigten ist Agaplesion damit größter christlicher Gesundheitskonzern in Deutschland.

Wie wichtig neben dem Ziel der wirtschaftlichen Absicherung die diakonische Komponente bleiben wird, betont Lothar Elsner, der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung und theologische Vorstand der Bethanien Diakonissen-Stiftung: »Die Mitgesellschafter werden auch weiterhin für die Mitgestaltung der diakonischen Identität in den aus unserer jeweiligen Tradition stammenden Häusern Verantwortung übernehmen.«

Seelsorge und diakonische Identität

In den beiden jetzt zusammengeschlossenen Verbünden war und ist die Bethanien Diakonissen-Stiftung die bei weitem größte Eigentümerin. Ihr gehören rund 45 Prozent der Aktien der Agaplesion gAG. Damit trägt sie einen Hauptteil der Verantwortung für das größte diakonische Unternehmen in Deutschland. In besonderer Weise legt die Stiftung Wert auf Seelsorge und diakonische Identität, für die sie unter anderem zwanzig Personen im seelsorgerlichen Bereich der verschiedenen Einrichtungen einsetzt.

Aufsichtsratsvorsitzender ist der evangelisch-methodistische Laie Hans-Jürgen Steuber, der als Bankdirektor im Ruhestand die Fäden in der Hand hat. In den acht Krankenhäusern und achtzehn Pflegeheimen innerhalb dieses Verbunds nehmen die beiden Vorstände der Bethanien Diakonissen-Stiftung, Lothar Elsner und Uwe Junga, die Verantwortung in der Aufsicht der einzelnen Gesellschaften wahr.

Bildnachweis: Bethanien Diakonissen-Stiftung


Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
An der »AGAPLESION gAG« sind folgende Gesellschafter beteiligt: die Anhaltische Diakonissenanstalt Dessau, die Bethanien Diakonissen-Stiftung mit Sitz in Frankfurt/Main, der Diakoniewerk Martha-Maria e. V. mit Sitz in Nürnberg sowie der Ev.-Luth. Diakonissenhaus Leipzig e. V. Die christliche Prägung aus der jeweiligen Entstehungsgeschichte ist die gemeinsame Wertebasis aller beteiligter Gesellschafter.

Die Diakoniewerke Bethanien, Bethesda und Martha-Maria sind aus drei unterschiedlichen methodistischen Kirchen heraus gegründet worden. Sie sind mit ihren Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland zugeordnet. Die Diakonissen-Schwesternschaften der Werke waren eine sehr bedeutende Bewegung und haben seit Ende des 19. Jahrhunderts Krankenhäuser weit verteilt über Deutschland aufgebaut und betrieben. Zeitweise waren weit über tausend Frauen aus den methodistischen Kirchenzweigen in Deutschland Diakonissen. So wurden diakonische Einrichtungen in einem sehr großen Umfang aufgebaut. Die methodistische Diakonie stellt daher heute mit rund 10.000 Beschäftigten zwei Prozent der in der Diakonie in Deutschland Beschäftigten obwohl sie nur 0,2 Prozent der Mitglieder aller evangelischen Kirchen in Deutschland darstellen.