Ein Vertreter der Gruppe »Christians for Future« überreicht dem Leiter der Kirchenkanzlei der Evangelisch-methodistischen Kirche in Frankfurt die Forderungen der christlichen Klimaaktivisten.

Ein Vertreter der Gruppe »Christians for Future« überreicht dem Leiter der Kirchenkanzlei der Evangelisch-methodistischen Kirche in Frankfurt die Forderungen der christlichen Klimaaktivisten.

Bewahrung der Schöpfung

»Christians for Future« stellen Forderungen

Eine Gruppe christlicher Klimaaktivisten fordert die Kirchen zu umweltgerechterem Verhalten auf. Auch in der EmK-Kirchenkanzlei werden sie vorstellig.

Klimaaktivisten der Gruppe »Christians for Future« (C4F) überreichten am 16. September der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ein Papier mit zwölf Forderungen. In Abwesenheit des für die EmK in Deutschland zuständigen Bischofs Harald Rückert nahm der Leiter der Kirchenkanzlei, Ruthardt Prager, das Papier entgegen.

Identifikation mit den Anliegen von »Fridays for Future« gefordert

Eine der Forderungen lautet: »Die Kirchenleitungen zeigen sich solidarisch mit den Forderungen von Fridays For Future Deutschland und kommunizieren dies öffentlichkeitswirksam durch Worte und Taten.« In ihren Verantwortungsbereichen, so weitere Forderungen, sollen die Kirchen bis 2030 Klimaneutralität erreichen und ihr Kapitalvermögen nicht mehr in Unternehmen investieren, die aus Öl, Gas und Kohle Energie gewinnen. Außerdem solle in den Kirchen pro 100.000 Mitglieder eine Vollzeitstelle im Umwelt- und Klimabereich geschaffen werden.

»Bereits seit 2009 auf der Tagesordnung«

»Im Rahmen unserer kirchlichen Arbeit werden wir weiterhin den Schöpfungsauftrag befolgen, die Erde zu bebauen und zu bewahren«, erklärt Bischof Harald Rückert im Zusammenhang mit den durch die christlichen Klimaaktivisten überreichten Forderungen. Rückert weist darauf hin, dass dieses Thema in der weltweiten EmK »bereits seit dem Jahr 2009 auf der Tagesordnung steht«. Damals wandte sich der internationale Bischofsrat der EmK mit einem Hirtenbrief an die Gemeinden. Unter dem Titel »Gottes erneuerte Schöpfung – Ein Aufruf zum Hoffen und Handeln« hätten sich die Bischöfe schon damals in einer Selbstverpflichtung dazu bereiterklärt, »den ›CO2-Fußabdruck‹ unserer bischöflichen und kirchlichen Büros zu messen, Maßnahmen zur Reduktion festzulegen und diese Veränderungen vorzunehmen«. Außerdem wollten die Bischöfe ihre Gemeinden und Institutionen dazu auffordern, »dies ebenfalls zu tun«.

Umweltprogramm »Schöpfungsleiter«

Rosemarie Wenner, die damals für Deutschland zuständige Bischöfin, leitete daraufhin umgehend eine ökologische Zertifizierung der Büros der in Frankfurt angesiedelten Kirchenkanzlei ein, die erstmals 2013 auf Basis des kirchlichen Umweltsiegels »Grüner Gockel« erfolgte. Wesentlich mitbefördert wurde dieser schöpfungsbewahrende Fortschritt in der EmK durch die Einrichtung einer Personalstelle im Referat für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung. Im Rahmen dieser Arbeit wird seit dem vergangenen Jahr Gemeinden das Programm »Schöpfungsleiter« angeboten, um die Gemeindearbeit schöpfungsgemäß weiterzuentwickeln.

Bildnachweis: EmK-Kirchenkanzlei


Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links

Christians for Future
Schöpfungsleiter – ökofaire Zertifizierung für Kirchengemeinden, Institutionen und Einrichtungen
Schöpfungsleitlinien und dritter Umweltbericht der Kirchenkanzlei der EmK