Die baptistische Pastorin Maximiliane Kedaj ist die neue geistliche Leiterin im »Ökumenischen Forum HafenCity« in Hamburg.

Die baptistische Pastorin Maximiliane Kedaj ist die neue geistliche Leiterin im »Ökumenischen Forum HafenCity« in Hamburg. Der Sprecher des Vorstands des Ökumenischen Forums, Stephan Dreyer, gratulierte ihr zur Wahl durch die Mitgliederversammlung.

Eine Vision von Ökumene

Kirche zwischen Tradition und Innovation neu denken

Im »Ökumenischen Forum HafenCity« in Hamburg übernimmt die baptistische Pastorin Maximiliane Kedaj die geistliche Leitung.

Maximiliane Kedaj übernimmt ab Sommer dieses Jahres die geistliche Leitung im »Ökumenischen Forum HafenCity« in Hamburg. Sie tritt die Nachfolge der mennonitischen Pastorin Corinna Schmidt an, die bis Ende März vergangenen Jahres diese Aufgabe innehatte. Kedaj ist Pastorin im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden) und bis zum Antritt ihres neuen Amtes noch in der baptistischen Friedenskirche in der südlich von Wilhelmshaven gelegenen Stadt Varel tätig.

Der Kirche in der Hafen-City ein Gesicht geben

Die Mitgliedskirchen des Ökumenischen Forums in der Hamburger Hafen-City, darunter auch die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK), wählten Kedaj Ende Januar in einer digitalen Mitgliederversammlung. Stephan Dreyer, Ökumenebeauftragter des Erzbistums Hamburg und Sprecher des Vorstands im Ökumenischen Forum, erklärte nach der Wahl der neuen geistlichen Leiterin: »Mit ihrer offenen Art und ihrer Bereitschaft, Kirche zwischen Tradition und Innovation neu zu denken, wird sie viele Menschen in der Hafen-City und in den Hamburger Kirchen gewinnen.» Kedaj werde »der Präsenz der Kirchen in der Hafen-City ein Gesicht geben« und das neue Konzept auch mit eigenen Ideen voranbringen.

Diskussions- und Erprobungsräume für Zukunftsfragen

Irene Kraft, Superintendentin des EmK-Distrikts Hamburg, freut sich, »dass mit Frau Kedaj eine junge, freikirchliche Pastorin gewählt wurde«. Sie sei »sehr gespannt auf neue Akzente und Impulse, um Menschen in der Hamburger Hafen-City zu erreichen«. Dazu gehöre auch, Menschen aus den Mitgliedskirchen »Diskussions- und Erprobungsräume für Zukunftsfragen zu eröffnen«. Im Rahmen der Möglichkeiten werde sich die EmK in Hamburg »weiterhin gerne in die Arbeit des Ökumenischen Forums einbringen«.

Bindeglied zwischen den »großen« und den »kleinen« Kirchen

Das »Ökumenische Forum HafenCity« wird von einem Verein von anfänglich 17 und inzwischen 21 Hamburger Kirchen und Gemeinden getragen. Es entstand aus der Vision einer gemeinsamen ökumenischen Präsenz in dem um die Jahrtausendwende neu entstehenden Stadtteil »HafenCity«. Entwickelt wurde die Idee von einer kleinen Gruppe der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Hamburg.

In der Person von Karsten W. Mohr, dem damaligen Superintendenten für den Distrikt Hamburg, war die EmK maßgeblich an der Entwicklung beteiligt. »Auch wenn wir von unserer Finanzkraft her zu den kleinen Partnern gehören, hat uns die ökumenische Ausrichtung unserer Kirche in diesem Projekt zu einem wichtigen Bindeglied zwischen den ›großen‹ und den ›kleinen‹ Kirchen gemacht«, erklärt die für den Distrikt Hamburg heute zuständige Superintendentin. »Unsere Stimme wird gehört und unsere Mitarbeit geschätzt.«

Ganz im Sinne John Wesleys

Uwe Onnen, Pastor der EmK in Hamburg und Vorsitzender der Hamburger ACK, sieht den Auftrag des Ökumenischen Forums darin, »gemeinsame Wege in aller Vielfalt der Kirchen zu finden und diese dann auch zu gehen«. Für die 21 beteiligten Kirchen gebe es »eine Vision von christlicher Einheit, die bisher so nicht gewagt wurde«. Das sei ganz im Sinne John Wesleys, des Gründers der methodistischen Bewegung, der schon im 18. Jahrhundert die ökumenische Gesinnung zum Ausdruck brachte, indem er sagte: »Für mich ist jede Gemeinschaft wahrhaft Glaubender ein Zweig der einen wahren Kirche Christi.«

Bildnachweis: Ökumenisches Forum


Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information
»Mitten drin, um Leben zu teilen« ist der Leitsatz des »Ökumenischen Forums HafenCity« in Hamburg. Dieses Forum soll ein zentraler Ort für Menschen sein, um zukunftsweisende Formen von Kirche zu erproben. Nach dem Start des Stadtentwicklungsprojekts der Hamburger Hafen-City im Jahr 1997 nahmen die Kirchen im Jahr 1999 die Idee auf, um gemeinsam eine ökumenische Präsenz für den neu entstehenden Stadtteil zu entwickeln. Im Jahr 2008 war der konkrete Start einer geistlichen Zelle unter pastoraler Leitung. Zwei Jahre später erfolgte die Grundsteinlegung für ein eigenes Gebäude, das seit 2012 der Wirkungsort und Lebensmittelpunkt des ökumenischen Projekts in der Hamburger Hafen-City ist. Mit der Vision gelebter ökumenischer Vielfalt und innovativer Ausrichtung ist das vor gut zwanzig Jahren auf den Weg gebrachte Ökumeneprojekt weit über Hamburg hinaus im deutschsprachigen Raum bekannt.

oekumenisches-forum-hafencity.de