Interwiews im Festgottesdienst: An erster Stelle steht der Dank an Gott.

Interwiews im Festgottesdienst: An erster Stelle steht der Dank an Gott.

Rückblick auf intensive Jahre

Ein neuer Blick auf das, was wirklich zählt

Ende September wurde die Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Meßstetten geschlossen. Die baden-württembergische EmK-Gemeinde blickt zurück auf drei intensive Jahre.

Wir haben viel von unseren iranischen Geschwistern gelernt«, berichtet Pastor Walther Seiler im Rückblick. Die Frage, was zählt, beantworten heute Gemeindeglieder anders – sehen sie doch, welchen Mut es von den neuen Geschwistern fordert, ihren Glauben zu leben.

Angefangen hatte alles im Herbst 2014, als die ehemalige Bundeswehrkaserne zu einer Aufnahmestelle umfunktioniert wurde. Unter der Leitung des damaligen Pastors Rolf Held entstand dort ein ökumenischer Begegnungstreff. Jeden Donnerstagabend wurden die Türen geöffnet für Begegnung, Spiele und Andacht – meist in mehrere Sprachen übersetzt.

Es war Gottes Wegführung, dass der gebürtige Iraner Yousef Moshashai in die Gemeinde kam. Er lebt seit über 30 Jahren in Deutschland und engagierte sich ehrenamtlich. Bald wurde eine Bibelstunde auf Farsi angeboten. Yousef Moshashai begleitete Beratungsgespräche und Begegnungen mit Farsi sprechenden Menschen. Die Gemeinde richtete ein sonntägliches Abholtaxi ein, so kamen Geflüchtete in die Gottesdienste. Die Predigt wurde in den Kernaussagen in Farsi übersetzt. Die Gäste waren offen für das, was sie über den christlichen Glauben hörten. Für die Gemeinde ist es heute immer noch ein Grund zum Staunen: Viele kamen zum Glauben an Jesus Christus und ließen sich taufen.

In einem Festgottesdienst dankte die Gemeinde Gott und den iranisch- und afghanisch-stämmigen Geschwistern für das, was sie in diesen Jahren erfahren hat. Gespannt hörten die Gäste in einer Interviewrunde, wie es den anderen geht. Eine Familie ist jetzt Hausmeistersfamilie in der EmK Konstanz. Ein junger Mann berichtete begeistert von der Bibelsafari, die in der EmK Göppingen angeboten wird. Andere vom EmK-Bezirk Nürtingen erzählten, was für eine Hilfe die Menschen in den Gemeinden sind. Wieder andere berichteten über ihre Sorgen, weil ihnen trotz ihrem Übertritt zum christlichen Glauben die Abschiebung droht.

Trotzdem gehen sie weiter ihren Weg als Christinnen und Christen und sind in ihrer ansteckenden Freude manchen deutschen Gemeindegliedern zum Vorbild geworden.

Foto: privat
Beitrag entnommen aus »unterwegs« 25/2017