Viel Wasser zum Taufen. Pastor Walther Seiler von der EmK-Gemeinde Albstadt tauft Migranten im Hallenbad.

Viel Wasser zum Taufen. Pastor Walther Seiler von der EmK-Gemeinde Albstadt tauft Migranten im Hallenbad.

Gemeinden werden bunter.

Netzwerk für Flüchtlingsarbeit gegründet

Viele EmK-Gemeinden haben als Reaktion auf Situationen vor Ort eine Arbeit mit Flüchtlingen. Ein Netzwerk soll zur Professionalisierung beitragen.

Mitte Januar gründete sich auf Initiative von Harald Rückert, dem Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland, ein bundesweites Netzwerk zur Unterstützung der Arbeit mit Flüchtlingen in EmK-Gemeinden. Vertreter aller drei Jährlichen Konferenzen trafen sich, um die Herausforderungen dieses relativ jungen kirchlichen Arbeitszweigs zu erkennen, zu strukturieren und sich gegenseitig zu unterstützen.

Weltweite »methodistische Familie«

Viele EmK-Gemeinden in Deutschland kamen in den letzten Jahren mit Menschen aus anderen Ländern in Kontakt. Darunter sind zahlreiche Geflüchtete, die vor Ort in Gemeinden Anschluss gefunden haben. Manche dieser Menschen kamen zum christlichen Glauben und haben sich taufen lassen. Andere sind Freunde der Gemeinde, unabhängig von Nationalität, Religion oder ethnischer Herkunft. Die EmK in Deutschland lebt damit das Selbstverständnis methodistischen Glaubens und Kirchenverständnisses. Sowohl die Gemeinden als auch die aus anderen Ländern hinzukommenden Menschen erleben damit die Bedeutung der weltweiten »methodistischen Familie«.

Kompetenz und Erfahrung zum Nutzen aller

Die Herausforderungen für die Mitarbeiter vor Ort sind groß. »Wie gehen wir mit konkreten Bitten für Kirchenasyl um?«, war eine der am häufigsten gestellten Fragen während des Treffens. Aus Gemeinden mit Praxiserfahrungen durch gewährtes Kirchenasyl gab es dazu weitergehende Hilfestellung. Eine andere Frage ist, wie die Integration neuer methodistischer Kirchenglieder mit Migrationshintergrund gelingt. Das gilt besonders, wenn diese Personen bei möglichen Ortswechseln am neuen Ort Kontakt zu einer neuen Gemeinde finden müssen, um dort integriert und weiter begleitet zu werden. Die beiden Pastoren Hans Martin Hoyer aus Göppingen und Walther Seiler aus Albstadt berichteten von guten Erfahrungen mit der Vernetzung in ihrer Region. Im jetzt gestarteten Netzwerk finden sich mit Susanne Nießner-Brose, EmK-Pastorin in Bremen, und den beiden Laienmitarbeiterinnen Claudia Kittsteiner aus Berlin sowie Birgit Riedel aus Zwickau weitere Personen, die ihre Praxiserfahrung in der Flüchtlingsarbeit einbringen.

Internetseite mit umfangreichen Informationen

Wilfried Röcker, der Leiter des EmK-Bildungswerks in Stuttgart, wird die bereits bestehende Internetseite ausbauen und als Plattform der Netzwerkarbeit zur Verfügung stellen. Dort finden alle EmK-Gemeinden künftig wertvolle Informationen zum gesamten Themenbereich Flüchtlingsarbeit. Themen wie Asylverfahren, Glaubenskurse, Mehrsprachigkeit, aber auch Informationen über Kirchenasyl und Taufunterricht sowie Härtefalldossiers werden dort zur Unterstützung der Arbeit in den einzelnen Gemeinden aufbereitet zur Verfügung gestellt.

Foto: EmK Albstadt


Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.

Weiterführende Links
www.emk-fluechtlingsarbeit.de