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Kontaktstelle für Menschen verschiedener Lebens- und Liebensweisen

An wen richtet sich das Angebot?

Das Angebot der Kontaktstelle richtet sich an Menschen aus dem Raum der Evangelisch-methodistischen Kirche, die aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität mit sich oder ihrem Umfeld in Konflikt geraten, oder Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren. Auch Personen, die vor Ort kein vertrauensvolles Gegenüber für die Bearbeitung aufgeworfener Fragen und Nöte finden, können dieses Angebot in Anspruch nehmen. 

Warum gibt es dieses Angebot?

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) ist im Auftrag Jesu Christi für die Menschen da. Das gilt für alle Lebenslagen. Es gibt aber auch Situationen und Begegnungen, in denen es vor Ort in der Gemeinde schwierig ist, mit den persönlichen Herausforderungen des Lebens Gehör zu finden. Dies gilt im Besonderen auch für den Bereich der sexuellen oder geschlechtlichen Identität. Deshalb bietet die Kirche außerhalb der Ortsgemeinde die Möglichkeit an, Kontakt aufzunehmen und Beratung in Anspruch zu nehmen.

Was ist die Haltung der EmK?

Der für die EmK in Deutschland zuständige Kirchenvorstand hat am 21. November 2020 beschlossen, die wenigen Passagen mit negativen Aussagen zum Thema Homosexualität sowie die dazugehörigen Verbote kirchlicher Handlungen vorläufig außer Kraft zu setzen. Das durch die Außerkraftsetzung bewirkte »Schweigen in der Ordnung« zu diesen Fragen gibt Gemeinden und Jährlichen Konferenzen der EmK in Deutschland die Möglichkeit, sich für die Belange von Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen stärker zu öffnen und ihnen in der Kirche eine Heimat zu bieten.

Mit dieser Entscheidung, die so nur für den deutschen Teil der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche gilt, ist das Ringen um die Frage, wie mit den biblischen Aussagen zur Homosexualität umgegangen werden soll, zunächst befriedet. 

International sind immer noch die offiziellen kirchlichen Entscheidungen gültig, die von der alle vier Jahre tagenden Generalkonferenz für die weltweit verfasste Kirche verabschiedet werden. Diese drücken eine ambivalente Haltung aus. Einerseits wird betont, dass alle Menschen ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung in den Gemeinden der EmK willkommen sind. So heißt es zum Beispiel in den Sozialen Grundsätzen: »Wir flehen Familien und Gemeinden an, lesbische und schwule Kirchenglieder und Kirchenzugehörige/Personen aus dem Freundeskreis nicht abzulehnen oder zu verurteilen. Wir verpflichten uns zum Dienst an und mit allen Menschen.« (Verfassung, Lehre und Ordnung der Evangelisch-methodistischen Kirche [VLO], Ausgabe 2012, S 68.) Andererseits steht im gleichen Passus: »Eine Mehrheit in der Kirche interpretiert die Bibel so, dass sie die Ausübung der Homosexualität nicht billigen kann.« Außerdem steht in den Ordnungstexten der Kirche, dass evangelisch-methodistische Pastoren und Pastorinnen in unseren Gemeinden keine Trauungen oder Segnungen von homosexuellen Paaren durchführen sollen (Art. 341.6 VLO, Ausgabe 2012, S 122). 

Der deutsche Teil der Kirche schlägt mit der vorläufigen Außerkraftsetzung einen neuen Weg ein, um Menschen auch in ihrer verschiedenen sexuellen oder geschlechtlichen Identität eine Heimat zu bieten. 

Das Angebot der Kontaktstelle

Die Lebenssituation von homo-, bi-, asexuell, trans- oder intergeschlechtlich lebenden Menschen und ihren Angehörigen ist trotz Öffnung der Kirche für diese Anliegen ein sensibler Bereich. Mit der Kontaktstelle will die EmK dem Ziel näherkommen, eine einladende Kirche zu sein, in der alle Menschen willkommen sind. Menschen sollen darin unterstützt werden, unterschiedliche Lebensrealitäten anzunehmen, und sie sollen erfahren, dass verantwortungsvoll mit ihnen umgegangen wird. Damaris Hecker als Kontaktperson unterstreicht diesen Schwerpunkt: »Wir wollen eine Kirche sein, in der Menschen in all ihrer Verschiedenheit Heimat finden.« 

Kontakt

Pastorin Damaris Hecker
E-Mail: kontaktstelle.verschiedene.liebensweisen(at)emk.de
Telefon: 069 242521-155