Es fehlt weiterhin massiv an Medikamenten und die Finanzierung der Therapien ist nicht gewährleistet.

Gegenüber Deutschland und anderen Staaten ist Simbabwe hoch verschuldet. Darunter leidet vor allem die Qualität des Gesundheitssystems. Rund 450.000 Aids-Waisen weist die UNAIDS-Statistik von 2016 aus. Es fehlt weiterhin massiv an Medikamenten und die Finanzierung der Therapien ist nicht gewährleistet.

Weltgebetstag

Hoffnung auf Veränderung

Von Frauen aus Simbabwe stammt die Liturgie des Weltgebetstags 2020. Sie geben Einblick in ihre Not und zeigen ihre Hoffnung.

Der Weltgebetstag findet jedes Jahr am ersten Freitag im März statt. In diesem Jahr ist das der 6. März. Die Liturgie für die Gebetsgottesdienste an diesem Tag stammt dieses Mal aus Simbabwe. Unter dem Motto »Steh auf und geh!« geben Frauen aus diesem im Südosten Afrikas gelegenen Land Einblick in ihre Not und reden von ihrer Hoffnung.

Simbabwe: Reiches und geplagtes Land

Früher war Simbabwe die Kornkammer Afrikas. Trotz seiner Bodenschätze, fruchtbarer Böden und vieler touristisch ansprechender Reiseziele ist es eines der ärmsten Länder der Erde. Dazu beigetragen hat das autoritäre Regime des früheren Präsidenten Robert Mugabe. Seine Amtszeit, zuerst als Premierminister, später als Präsident, von 1980 bis 2017 war geprägt von Landenteignungen, Repressionen gegen die eigene Bevölkerung, Hyperinflation und Korruption. Außerdem wird das Land immer wieder von schweren Dürreperioden und daraus folgenden Hungersnöten getroffen. Auch das andere Extrem - schwere Überflutungen wie im März vergangenen Jahres durch den Zyklon Idai verursacht – gehören zu den Geißeln der dortigen Bevölkerung.

Jeden Tag »die Matte nehmen«

Aus dieser allgegenwärtigen Lebenssituation haben Frauen aus Simbabwe den Bibeltext aus Johannes 5 ausgelegt. Dort sagt Jesus zu einem Kranken: »Steh auf! Nimm deine Matte und geh!« Diese Aufforderung Jesu und die damit einhergehende Lebensveränderung nehmen die Frauen auf, weil sie darin Hoffnung auf Veränderung erkennen. Täglich kämpfen sie mit sehr stark steigenden Preisen für Lebensmittel und einem sie benachteiligenden, traditionell geprägten Gesellschaftssystem. Nach dem Tod ihres Mannes werden die Frauen von dessen Familie häufig vertrieben, weil sie nach traditionellem Recht keinen Anspruch auf das Erbe haben. Die staatlichen Gesetze regeln das mittlerweile zwar anders, aber die traditionelle Sicht verändert sich nur sehr schwerfällig. In diese erlebte Wirklichkeit verkündigen sie die Hoffnung, dass es Veränderung gibt. Sie nehmen jeden Tag ihre Matte und gehen.

Der Weltgebetstag engagiert sich für Schuldenerlass

In Verbindung mit dem Weltgebetstag verweisen die Organisatorinnen auf die prekäre Situation von Simbabwe als eines der Länder mit den weltweit höchsten Schulden. Entstanden sind die Schulden durch jahrelange Misswirtschaft, Korruption und verfehlte Reformen, die der Internationale Währungsfonds dem Land auferlegt hatte. Allein gegenüber Deutschland hat Simbabwe Schulden von rund 730 Millionen Euro. Schulden, die das Land vermutlich nie zurückzahlen kann.

Unterstützt wird der Weltgebetstag von der im Jahr 2000 entstandenen Erlassjahr-Kampagne. Dieses Bündnis kämpft für faire Finanzbeziehungen zwischen reichen und armen Ländern. Besonderes Augenmerk gilt dabei geordneten Insolvenzverfahren für hochverschuldete Staaten. Auch die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK), besonders das EmK-Frauenwerk, engagiert sich für diese Kampagne. Im Rahmen des Weltgebetstags wird zu einer Unterschriftenaktion eingeladen, mit der die Bundesregierung aufgefordert werden soll, auf einen Teil der Rückzahlung der dramatisch hohen Schulden zu verzichten. Stattdessen solle die Regierung von Simbabwe dieses Geld in einen unabhängigen Fonds für die Förderung von Frauen- und Gesundheitsprogrammen einzahlen. Die Programme werden zusammen mit Organisationen der simbabwischen Zivilgesellschaft ausgewählt und umgesetzt.

Bildnachweis: Freddy Dutz/EMW, Weltgebetstag e. V.


Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
Weltgebetstag
Aktion: Gesundheit statt schulden
Unterschriftenliste (PDF zum Herunterladen)

Zur Information
Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) ist mit verschiedenen Programmen in Simbabwe aktiv. Als besonderes Aushängeschild dafür gilt die von der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche 1988 ins Leben gerufene und 1992 gestartete Afrika-Universität. Mit der Ausbildung von jungen Leuten soll die Entwicklung des afrikanischen Kontinents unterstützt werden, indem sie in ihrem Heimatkontinent ausgebildet werden und dann wieder in ihre Länder zurückkehren. In Kürze folgt dazu ein Interview mit dem Hamburger EmK-Pastor Uwe Onnen, der Mitglied im Aufsichtsgremium dieser Universität ist.