Dieses Schild wird jetzt häufiger Türen und Internetseiten von EmK-Veranstaltungen »zieren«.

Dieses Schild wird jetzt häufiger Türen und Internetseiten von EmK-Veranstaltungen »zieren«. Der Corona-Virus legt nun auch das kirchliche Leben lahm. Fastenzeit einmal anders.

Virus breitet sich weiter aus

»Kirche fasten« in der Passionszeit

Jetzt sind auch die Gottesdienste vom Corona-Virus betroffen, und auch der EmK-Kongress wird abgesagt. Fastenzeit einmal völlig anders als erwartet.

Gleich mehrmals tagten am gestrigen Freitag »Krisenstäbe« der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in unterschiedlichen Besetzungen und immer gab es das gleiche Ergebnis: Absage von Veranstaltungen. Auf breiter Basis trifft es Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen jeglicher Art. Außerdem trifft es den für Ende April und Anfang Mai geplanten EmK-Kongress und darüber hinaus viele weitere Sitzungen, Kommissionen und Fortbildungen, die in der kommenden Zeit geplant waren. Doch der Reihe nach.

Süden und Norden: Keine Gottesdienste und kirchlichen Veranstaltungen

In den beiden EmK-Konferenzregionen in Nord- und Süddeutschland fallen bis zur Osternacht am 11. April alle Gottesdienste, Gemeindeveranstaltungen und Sitzungen aus. Vom Beschluss ausgenommen sind Bestattungen und im Norden auch Trauungen. Auch regionale und überregionale Gremien und Ausschüsse der jeweiligen Konferenzen sind davon betroffen. Grundlage für die Entscheidung waren die allgemeinen Informationen und Entscheidungen in Politik und Gesundheitswesen. In besonderer Weise gehe es um den »Schutz der älteren Generation« und darum, »eine gefährliche Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern«.

In Abstimmung mit Harald Rückert, dem für Deutschland zuständigen Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche, machten am gestrigen Freitagvormittag die Superintendenten der Süddeutschen Konferenz mit Gemeinden in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und in Teilen Nordrhein-Westfalens den Anfang. Kurz darauf folgten die Superintendentin und die beiden Superintendenten der Norddeutschen Konferenz mit Gemeinden in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, sowie in Teilen von Hessen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Osten: Gottesdienste können stattfinden, Seniorentreffen nicht

Anders sieht die gegenwärtige Lage noch in der Ostdeutschen Konferenz mit Gemeinden in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt aus. Dort gibt es, Stand jetzt, noch keine einheitliche Regelung. Einige Gemeinden werden die Gottesdienste am morgigen Sonntag aussetzen, andere hätten sich entschieden, Gottesdienst zu feiern. »Die meisten Gottesdienste besuchen weniger als 50 Teilnehmende«, heißt es im Schreiben der beiden Superintendenten Werner Philipp und Christhard Rüdiger. Was sonst traurig stimme, lasse jetzt noch etwas Spielraum, der verantwortlich genutzt werde. »Wir setzen uns locker verteilt«, heißt es in einer offiziellen Mitteilung an die Gemeinden. Allerdings seien die Hinweise und Vorgaben der Kommunen und Länder unbedingt zu beachten. Entgegen der freieren Handhabung hinsichtlich der Gottesdienste, sollten Veranstaltungen für Senioren aber flächendeckend ausgesetzt werden. Damit erlebten die Gemeinden »eine Passionszeit ganz anders als erwartet«, schreibt der Öffentlichkeitsarbeitsbeauftragte der Ostdeutschen Konferenz, Stephan Ringeis. Vielerorts übten sich die Gemeinden in Fasten- und Verzichtaktionen wie »Sieben Wochen ohne«. Dass in diesem Jahr dazu nun auch Gottesdienste gehörten, »ist eine unerwartete und ganz neue Situation«.

EmK-Kongress und alle Veranstaltungen der Kinder- und Jugendarbeit abgesagt

Ebenfalls eine weitreichende Entscheidung hatten die Organisatoren des EmK-Kongresses zu treffen. In einer kurzfristig als Krisenstab einberufenen Telefonkonferenz entschieden sie den viertägigen Kongress abzusagen, der am ersten Mai-Wochenende in Gerlingen bei Stuttgart hätte stattfinden sollen. »Schweren Herzens« wurden die fast fünfhundert Teilnehmer aus der Schweiz, Österreich und Deutschland und über hundert Mitarbeiter aus ganz Europa und Übersee umgehend von dieser Entscheidung unterrichtet. Insgesamt waren rund 800 Erwachsene und Jugendliche zu diesem umfangreichen Kongressangebot erwartet worden.

Es sei zwar schon viel Zeit in die Vorbereitung geflossen, aber »die Entwicklung der Covid-19-Infektionen und die Erklärung der Weltgesundheitsorganisation, dass es sich um eine Pandemie handelt, lassen keine andere Entscheidung zu«, heißt es im Schreiben aus dem in Stuttgart ansässigen Bildungswerk, das als Organisationszentrale fungierte. Das Kongress-Thema »Wer hofft, lebt anders«, erhalte in diesen Tagen eine noch viel tiefergehende Bedeutung, schreibt Wilfried Röcker als Leiter des Bildungswerks in seiner Mitteilung zur Kongress-Absage. Vielleicht gehe es nun darum, »dass wir bei allen Entscheidungen, die zur Eindämmung der Pandemie nötig sind, die anderen Nöte und Herausforderungen in unserer Welt nicht aus dem Blick verlieren und zwischen Hysterie und Ignoranz Wege finden, die uns verantwortlich handeln lassen«.

Auch die drei Kinder- und Jugendwerke der EmK in Deutschland haben zwischenzeitlich mitgeteilt, dass bis zum Ende der Osterferien am 19. April alle Veranstaltungen im Kinder- und Jugendbereich abgesagt sind. Mit dieser Entscheidung solle das Ansteckungsrisiko »so gering wie möglich gehalten werden«. Auch wenn es schwerfalle, sei diese Entscheidung ein Beitrag »unserer gesellschaftlichen Verantwortung in dieser Krise nachzukommen«, erklärt Jörg Hammer, der Leiter des Jugendwerks Süd.

Bischöfe empfehlen Verschiebung der Generalkonferenz

Unterdessen tagte auch der Geschäftsführende Ausschuss des Bischofsrats der Evangelisch-methodistischen Kirche, um die Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie auf die am 5. Mai beginnende zehntägige Generalkonferenz zu beraten. Zu diesem weltweit höchsten kirchenleitenden Gremium sind 862 Delegierte gemeldet. Mit Bischöfen, Gästen, Lobbyisten und Presseleuten würden weit über zweitausend Menschen in der im US-Bundesstaat Minnesota gelegenen Stadt Minneapolis erwartet. »Wir wollen der Welt mitteilen, dass Menschen wichtiger sind als die Bewältigung unserer Gremienarbeit«, erklärte Kenneth H. Carter, der Bischof der Florida-Konferenz, in seiner Funktion als Vorsitzender des Bischofsrats gegenüber der EmK-Nachrichtenagentur UMNS. In einem Schreiben an die Organisationsverantwortlichen der Generalkonferenz weist der Geschäftsführende Ausschuss des Bischofsrats auf das große Risiko hin, das sich aus internationalen Reisen und einem Treffen in dieser Größenordnung ergebe. Noch aber gebe es auf die Bitte um Verschiebung der Tagung keine Antwort vom Generalsekretär der Generalkonferenz, Gary Graves, und von Kim Simpson, der Vorsitzenden des Generalkonferenzverwaltungsrats.

Bildnachweis: EmK-Kongress

[Änderung: 14.03.2020, 15:06]
Der vorstehende Artikel wurde im Absatz »EmK-Kongress abgesagt« ergänzt. Die zwischenzeitlich gemeldete Absage aller Veranstaltungen der drei Kinder- und Jugendwerke der EmK in Deutschland wurde dort angefügt.


Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Weiterführende Links
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Bischofsrat bittet um Verschiebung der Generalkonferenz

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