Hoffnung verbindet über Ländergrenzen hinweg
»Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung – gibt es Hoffnung?« Dieser Frage stellten sich die Teilnehmenden aus verschiedenen methodistischen Kirchen beim 17. Europäischen Seminar für Ehrenamtliche. Vom 9. bis 14. Oktober 2026 trafen sie sich im »Centro Ecumene« in Velletri bei Rom, einem Begegnungszentrum der Methodistischen Kirche in Italien.
Vielfalt und gemeinsame Herausforderungen
Die Gruppe vereinte Menschen unterschiedlicher Altersgruppen. Die insgesamt 27 Teilnehmenden kamen aus Albanien, Deutschland, Estland, Irland, Italien, Lettland, Nordmazedonien, Norwegen, Österreich, Polen, Tschechien und der Ukraine.
Zu Beginn gaben Berichte aus den zwölf Ländern Einblicke in die kirchliche Arbeit vor Ort. Dabei wurde das starke sozialdiakonische Engagement auch dort deutlich, wo Methodisten nur in geringer Zahl vertreten sind. Zugleich zeigten sich neben der Vielfalt des Methodismus in Europa auch vergleichbare Herausforderungen.
Die drei ukrainischen Teilnehmerinnen sprachen von ihrer Entschlossenheit, das eigene Land zu verteidigen. »Wir müssen es tun – auch für unsere Kinder«, sagte eine von ihnen im persönlichen Gespräch.
Hoffnung ermutigt zum Handeln
An drei Tagen standen jeweils Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung im Mittelpunkt. Die Auslegung eines Bibelworts, ein inhaltlicher Impuls und anschließende Diskussionsgruppen erschlossen die Themen.
Zur Frage nach der Hoffnung griff Wilfried Röcker, Leiter des deutschen Bildungswerks der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), einen Gedanken des tschechischen Schriftstellers und ehemaligen Präsidenten Václav Havel auf: Hoffnung sei nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgehe, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn habe – unabhängig davon, wie es ausgehe. Christliche Hoffnung vertraue auf Gott und ermutige dazu, selbst zu handeln.
Wie solche Hoffnung praktisch werden kann, zeigten zwei Mitarbeiterinnen von »Mediterranean Hope«. Sie berichteten von der Arbeit dieser Initiative evangelischer Kirchen in Italien, zu denen auch die Methodistische Kirche in Italien gehört. »Mediterranean Hope« leistet Akuthilfe für Migrantinnen und Migranten, die auf der Insel Lampedusa ankommen. Zugleich setzt sich die Initiative für humanitäre Korridore ein, um Schutzberechtigten eine sichere Einreise nach Europa zu ermöglichen.
In vielen Sprachen im Glauben verbunden
Auch Gottesdienste und Andachten gehörten zu den gemeinsamen Tagen. Beim Vaterunser, das die Anwesenden in vielen verschiedenen Sprachen miteinander beteten, wurde ihre Verbundenheit im Glauben hörbar. Diese Gemeinschaft lässt sich zugleich als Zeichen der Hoffnung auf ein geeintes und demokratisches Europa verstehen.
Die gemeinsamen Tage im gastfreundlichen »Centro Ecumene« boten Zeit für persönliche Begegnungen. Ein Tag in Rom mit dem Besuch der beiden dortigen methodistischen Gemeinden ergänzte das Programm.
»Lasst uns Licht sein für andere.« Mit diesem Segenswort von Claudia Buchholz, Geschäftsführerin des deutschen Bildungswerks der EmK, ging das Seminar zu Ende. Es richtete den Blick über die gemeinsamen Tage hinaus: auf die Ermutigung, Hoffnung im eigenen Alltag weiterzugeben.
Weiterführende Links
Europäischer Rat methodistischer Kirchen (engl. EMC)
Methodistische Kirche in Italien (ital./engl.)
Flüchtlingsprojekt »Mediterranean Hope« (engl.)
Einladungsflyer mit Programm des 17. Europäischen Seminars für Ehrenamtliche
Der Autor
Jörg Mathern ist Lehrer im Ruhestand und gehört zur EmK-Gemeinde Bochum. Er ist Konferenzdelegierter der Norddeutschen Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche und ehrenamtlich in der EmK-Erwachsenenbildung tätig.
Kontakt: joerg.mathern(at)emk.de






