Wo Wasser fließt, wächst neue Hoffnung
Die 68. Aktion von »Brot für die Welt« stellt den Zugang zu sauberem Wasser in den Mittelpunkt. Auch ein methodistisches Hilfswerk in Simbabwe beteiligt sich mit einem Projekt daran.
Wasser ist keine Selbstverständlichkeit
»Kraft zum Leben schöpfen« – unter diesem Motto steht die 68. Spendenaktion von »Brot für die Welt«, die am ersten Advent beginnt. Dabei geht es um Wasser, Ernährungssicherung und Klimagerechtigkeit. Weltweit haben mehr als zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Besonders hart trifft das die Menschen in Ländern, in denen die Folgen des Klimawandels längst zum Alltag gehören.
Eines der von »Brot für die Welt« unterstützten Projekte liegt in Simbabwe im südlichen Afrika. Dort arbeitet das deutsche Entwicklungswerk mit der Methodist Development and Relief Agency (MeDRA), dem Entwicklungs- und Hilfswerk der eigenständigen Methodistischen Kirche in Simbabwe (Methodist Church in Zimbabwe), zusammen.
Ein Brunnen verändert das Dorf
Im Dorf Mbizwo im Zentrum Simbabwes war Wasser lange Mangelware. Um Wasser zu holen, waren die Menschen oft stundenlang zu Fuß unterwegs. Gleichzeitig fielen die Ernten wegen ausbleibender Regenfälle immer schlechter aus. Für die rund 80 Familien wurde es zunehmend schwierig, sich ausreichend zu ernähren.
Heute sieht es in Mbizwo anders aus. MeDRA ließ einen mehr als 100 Meter tiefen Brunnen bohren. Eine solarbetriebene Pumpe versorgt das Dorf mit Wasser und ermöglicht die Bewässerung eines Gemeinschaftsgartens. Die Menschen bauen Gemüse an und halten Kleintiere. So können sie sich besser ernähren und zusätzlich Geld verdienen.
Doch mit dem Brunnen allein ist es nicht getan. Die Mitarbeitenden von MeDRA vermitteln Wissen über Landwirtschaft, Hygiene und den sparsamen Umgang mit Wasser. Selbst eine durchlöcherte Plastikflasche kann dabei helfen, Pflanzen tropfenweise zu bewässern und kostbares Wasser zu sparen. Die Dorfgemeinschaft kümmert sich auch um die Instandhaltung der Anlagen. »MeDRA hat uns gezeigt: Gemeinsam sind wir stark!«, sagt Beauty Nyathi, die eine der Dorfgruppen leitet. Mbizwo ist eines der Dörfer, in denen MeDRA tätig ist. Insgesamt profitieren im Distrikt Gokwe Süd mehr als 4.000 Menschen von der Arbeit des Hilfswerks.
Weitreichende methodistische Verbindungen
Die MeDRA gehört zur Methodistischen Kirche in Simbabwe, die aus dem britischen Methodismus hervorgegangen und heute eine eigenständige Kirche ist. Sie arbeitet vor Ort in verschiedenen Bereichen eng mit der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zusammen. Die MeDRA unterhält auch Kontakte zur Methodistischen Kirche in Großbritannien, zur Methodistischen Kirche in Irland und zur Unierten Kirche in Australien, zu der auch Methodisten gehören.
Weiterführende Links
Aufruf zur 68. Aktion von »Brot für die Welt«: »Kraft zum Leben schöpfen«
Simbabwe: Brunnen sichern Zukunft | Brot für die Welt
Der Autor
Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de
Zur Information
»Brot für die Welt« ist das weltweit tätige Entwicklungs- und Hilfswerk der evangelischen Landeskirchen und vieler Freikirchen in Deutschland. Gemeinsam mit Partnerorganisationen in fast 80 Ländern setzt es sich dafür ein, Armut und Hunger zu überwinden, Menschenrechte zu stärken und gerechte Lebensbedingungen zu schaffen. Auch die Evangelisch-methodistische Kirche gehört zum Trägerkreis der Nichtregierungsorganisation und unterstützt deren Arbeit.
Methodistische Kirche in Simbabwe
Die methodistische Mission in Simbabwe begann 1891 und 1892 im Zentrum des Landes durch einen britischen Missionar sowie acht Evangelisten und Lehrer aus dem heutigen Südafrika. 1895 stellte die Synode (Distriktsversammlung) in Salisbury (heute Harare) fest, dass bereits 3.000 Erwachsene regelmäßig methodistische Gottesdienste und 700 Kinder die Sonntagschule besuchten. Die Arbeit weitete sich aus. 1965 endete die Leitung durch Weiße, aber die Methodistische Kirche in Simbabwe wurde erst 1977 unabhängig von der Methodistischen Kirche in Großbritannien. Die Kirche unterhält mehrere Schulen für unterschiedliche Altersgruppen.
Weiterer Methodismus in Simbabwe
In Simbabwe ist der Methodismus sehr vielfältig. Es gibt zwei Jährliche Konferenzen (Kirchenparlamente) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Zu ihr gehört die Africa University in Mutare im Osten des Landes, die seit ihrer Gründung unter anderem von der EmK-Weltmission in Wuppertal jährlich Zuschüsse erhält.
Auch die African Methodist Episcopal Church und die Free Methodist Church, beides weltweite Kirchen, arbeiten in Simbabwe. Alle diese methodistischen Kirchen gehören dem Weltrat methodistischer Kirchen an. Daneben gibt es weitere Kirchen der methodistischen und wesleyanischen Tradition in Simbabwe.






