Passionszeit 2026 Von Michael Löffler  | 

Hoffnung, die weiterträgt – Impuls zur Passionszeit

Bischöfin Malone trägt ein weißes liturgisches Gewand und eine rote Stola mit den Logos des Bischofsrats und der EmK. Um den Hals hängt ein großes Kreuz. Im Hintergrund befinden sich bunte, beleuchtete Tafeln mit stilisierten Silhouetten von Personen.
Bischöfin Tracy S. Malone in einem Gottesdienst bei der Generalkonferenz 2024 in Charlotte, USA, im Bundesstaat North Carolina.
Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit
Zur Passionszeit lädt Bischöfin Tracy S. Malone ein, Hoffnung bewusst zu leben – in Gemeinschaft, Barmherzigkeit und Vertrauen auf Gottes Treue.
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»Möge Gott, der uns in diese heilige Zeit ruft, deine Schritte leiten und deinen Geist stärken.
Möge Christus, der vor uns den Weg durch die Wüste gegangen ist, dich für jede Herausforderung stärken und dich in jedem Moment des Zweifels unterstützen.
Möge der Heilige Geist deinen Gebeten Mut einhauchen, deinem Handeln Mitgefühl und deinem Warten Hoffnung.
Möge auf deiner Reise durch diese vierzig Tage dein Herz erneuert, dein Glaube vertieft und deine Liebe zu allen Menschen erweitert werden.
Geh hinaus in dem Frieden, der alles Verstehen übersteigt, in der Barmherzigkeit, die keine Grenzen kennt, und in der Hoffnung, die nicht enttäuscht.
Und möge der Segen Gottes – des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes – auf euch ruhen, bei euch bleiben und euch zur Freude des auferstandenen Lebens führen.
Amen.«

Dieses Segensgebet bildet den Abschluss der Botschaft zur diesjährigen Passionszeit von Bischöfin Tracy S. Malone. Sie ist Präsidentin des Bischofsrats (Council of Bishops) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), und lädt unsere weltweite Kirche ein, die vierzig Tage der Passionszeit bewusst als geistliche Wegstrecke zu gestalten – »eine Zeit des Zurückkehrens – zurück zum Gebet, zu Gottes Wort, zu einem einfachen Vertrauen auf Gott über das hinaus, was wir sehen können«.

Gemeinschaft statt Rückzug

Passionszeit sei keine Phase des Rückzugs, sondern eine Einladung in die Gemeinschaft. Nachfolge wurzle »in Verbindung und Beziehung«. Christinnen und Christen seien gerufen, einander zu stärken und gemeinsam Hoffnung zu leben. Gerade in gesellschaftlich angespannten Zeiten werde Kirche so zu einem Ort der Ermutigung – getragen vom gemeinsamen Gebet und vom Vertrauen darauf, dass Gottes Zusagen gelten.

Barmherzigkeit als Haltung

Ein weiterer Schwerpunkt der Botschaft ist die Barmherzigkeit. In einer von Härte und Polarisierung geprägten Welt brauche es Menschen, die anders handeln. »Wir sind gerufen zu vergeben, wie uns vergeben wurde, zu lieben, wie wir geliebt sind, und Mitgefühl zu zeigen – auch wenn es schwerfällt«, schreibt Malone. Barmherzigkeit sei kein Zeichen von Schwäche, sondern mutiger Ausdruck des Vertrauens auf Gottes verwandelnde Kraft – und ein sichtbares Zeichen christlicher Hoffnung.

Neu ausrichten

Zugleich erinnere die Passionszeit daran, Prioritäten zu prüfen. Was bestimmt unser Denken und Handeln? Wo suchen wir Sicherheit oder Kontrolle? Die biblische Weisung »Du sollst keine anderen Götter neben mir haben« (2. Mose, Kapitel 20, Vers 3) bleibe eine aktuelle Herausforderung. Es gehe darum, sich neu auf Gott auszurichten – persönlich und als Kirche.

Hoffnung, die trägt

Besonders betont die Bischöfin die Hoffnung, die von einem allgemeinen Optimismus zu unterscheiden sei. Sie gründet nicht in stabilen Rahmenbedingungen, sondern in Gottes Treue. Sie rechnet damit, dass Gott wirkt – auch wenn Entwicklungen offen sind. Die Fastenzeit formt nach Malones Worten Menschen, die diese Hoffnung mutig leben und weitergeben, denn die »Hoffnung enttäuscht nicht« (Römerbrief, Kapitel 5, Verse 3 bis 5).

Unterwegs zur Karwoche – im Horizont von Ostern

Auf dem Weg zur Karwoche lädt Bischöfin Malone ein, Jesus bewusst zu begleiten – seine Lehre wahrzunehmen, sein Mitgefühl im Blick zu behalten und ihm auch dort zu folgen, wo der Weg zum Kreuz führt. Zugleich steht die weltweite Kirche – auch die EmK in Deutschland – in dieser Zeit miteinander im Gebet, im Fasten und im Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Heilung. Die Verheißung aus dem Johannesevangelium (Kapitel 1, Vers 5) – »Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht überwunden« – bildet dafür den Horizont. So versteht Malone die Fastenzeit als Weg, der auf Ostern zuläuft – und als Einladung, Auferstehung nicht nur als Ereignis, sondern als Lebensweise zu begreifen.

 

Weiterführende Links

Botschaft zur Passingszeit (englisch)
Botschaft zur Passionszeit (deutsch)

Der Autor

Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de