Kreuzkirche Leipzig feiert Dreifach-Jubiläum
Die Gemeinde der Kreuzkirche Leipzig der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) feierte am Wochenende des 23. und 24. August ein dreifaches Jubiläum. Vor 75 Jahren wurde die wiederaufgebaute Kreuzkirche eingeweiht, samt Jehmlich-Orgel und neugegründetem Bläserchor.
Das Festwochenende begann mit einem Konzert von Orgel und Bläsern. Aktive und ehemalige Organisten der Kreuzkirche sowie zwei Nachwuchsspieler und der Posaunenchor spielten ein Programm mit Stücken von Bach, Mozart, Reger, Schumann, Bruckner und modernen Werken.
Herold Pöschmann, ein Gründungsmitglied des Posaunenchores, erinnerte sich an das Jahr 1949. Damals versammelten sich die Menschen zwischen den Trümmern der zerstörten Kirche und dem sogenannten Kutscherhaus in einer Holzbaracke, die als »Notkirche« diente. Als Pöschmann zum Gottesdienst kam, war die Baracke bereits überfüllt. Vor beiden Eingängen standen Menschenmengen. Obwohl sie das Geschehen drinnen nicht hören konnten, sangen alle mit, als in der Kirche gesungen wurde. So prägte die Verbindung von Musik und Gemeinschaft die Gemeinde von Anfang an.
Am Sonntag, dem 24. August, fand ein Festgottesdienst statt. Ein kleines Orchester und der Chor musizierten gemeinsam. Der Chor sang eine Psalmvertonung von Felix Mendelssohn Bartholdy, begleitet von Orgelmusik und Gemeindegesang. Hier zeigt sich das Bewusstsein, was für ein Schatz die Menschen sind, die sich mit ihren Begabungen einbringen. Die Liebe zur Musik in der Gemeinde war spürbar, wie es im Lied heißt »Gott baut ein Haus, das lebt, aus vielen bunten Steinen«.
Pastor Friedbert Fröhlich nahm in seiner Predigt den Gedanken aus Psalm 43 auf: Gott ist der Grund einer unbändigen Freude, trotz aller Angst und Sorge, trotz aller Bedrängnisse. Er verwies auf die Erzählung des Weinwunders (Johannesevangelium Kapitel 2, Verse 1-12) und forderte die Gemeinde auf, ihre Krüge mit dem zu füllen, was sie haben, damit Gott es verwandeln kann. Zum Wunder gehört das Schöpfen, das Aktivwerden der Menschen.
Superintendent Thomas Roscher ermutigte die Gemeinde, »Gottes Stimme im Oberflächenrauschen der Alltagskommunikation zu vernehmen«. So geht die Gemeinde ihren Weg, suchend nach Gottes Geleit und schaut dankbar auf das, was sich wandelt.
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Die Autorin
Katrin Roscher arbeitet als Pastorin der Evangelisch-methodistischen Kirche in den Bezirken Leipzig-Kreuzkirche und Leipzig-Bethesdakirche.
Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de






