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Norddeutsche Konferenz – Superintendent Holger Sieweck

Der Distrikt

Die Norddeutsche Jährliche Konferenz organisiert ihre Arbeit im gesamten Konferenzgebiet in einem Distrikt. Dafür sind die beiden Superintendenten Holger Sieweck und Olaf Wischhöfer zuständig.

Kurzportrait

Theologiestudium nach Umwegen

Nach gut dreißig Jahren Erfahrung als Gemeindepastor ist Holger Sieweck »in großer Ehrfurcht gespannt vor dem, was jetzt kommt«, wie er es am Tag seiner Berufung ins Amt des Superintendenten durch Bischof Harald Rückert formuliert. In dieser Aufgabe sieht er »eine Chance, in noch einmal ganz andere Weise meinen Dienst zu gestalten«.

Sieweck wurde 1966 in Leipzig mit zwei weiteren Geschwistern in eine Pastorenfamilie hineingeboren. Aufgrund der dienstlichen Versetzungen des Vaters wuchs er im jetzt sachsen-anhaltinischen Genthin und an der Ostseeküste in Wismar auf. Wegen der Zugehörigkeit zur Kirche und dem Nichteintritt in die Freie Deutsche Jugend (FDJ), die sozialistische Jugendorganisation in der DDR, blieb ihm das Abitur verwehrt, sodass er eine Ausbildung zum Baufacharbeiter machte.

Mit 21 Jahren begann er nach einer Sonderprüfung für Theologie mit dem Studium der Evangelischen Theologie an der Universität Leipzig seinen Weg in den pastoralen Dienst. Pastor zu werden, sei für ihn aber nicht selbstverständlich gewesen, obwohl er damit »Pastor in dritter Generation« wurde, wie er es selbst formuliert. »Es war ein Ringen«, beschreibt er die berufliche Entscheidung. Seine Dienstzuweisungen als Pastor führten ihn 1993 nach Genthin und Magdeburg sowie von 2003 an nach Berlin-Neukölln und Eichwalde. Innerhalb Berlins war er von 2015 bis 2025 für die Gemeinden Friedenau und Friedrichshain zuständig. Mitte des Jahres 2025 trat er seinen Dienst als Superintendent an.

Gegenseitig Lernende und Unterstützende sein

In seinem jetzigen Amt als Superintendent sieht er eine »Zäsur«. Damit verbinde sich ein »kompletter Wechsel«, weil sich zum Zeitpunkt des Dienstantritts die Organisation der Arbeit im Gebiet der Norddeutschen Jährlichen Konferenz verändere. »Eigentlich ist alles im Umbruch«, sagt er und formuliert die Herausforderung: »Mir ist klar: Das kann nur gemeinsam gelingen, indem die ganze Konferenz das mitträgt.« Diese Veränderungen könnten nur gelingen, »wenn wir gegenseitig Lernende und Unterstützende sind«, ist Sieweck überzeugt.

Für die Umsetzung sieht Sieweck die Herausforderung darin, »die Regionen zu stärken und die Kräfte zu bündeln«. Dazu gehöre auch, »das, was uns Methodisten ausmacht und prägt, an möglichst vielen Stellen zu erhalten und zu stärken«. Als Kennzeichen der »methodistischen Identität« sieht der verheiratete Familienvater von zwei erwachsenen Kindern »fröhlich-lebendig gelebtes Gottesdienstfeiern« sowie »eine verbindliche Lebensgestaltung im Glauben«. Für den Methodismus prägend sieht er auch das Verbundensein innerhalb einer Region, in der Konferenz und in einer Kirche, die über die eigene Gemeindegrenze und Konferenz hinaus zusammengehört. Außerdem gehört für ihn auch »eine große Bandbreite an kirchlicher Tradition und Sozialisation« sowie »die Offenheit für ein Miteinander in der Ökumene« zum Kern methodistischer kirchlicher Arbeit.

Sich gegenseitig die Überzeugungen anerkennen und zugestehen

Er ist zuversichtlich, dass mit der in den letzten Jahren angesichts schwieriger Diskussionen zum Umgang mit Homosexualität die dabei erlernte Gesprächsfähigkeit in den Umbrüchen tragen kann. »Wir sind gesprächsfähig geblieben und haben Dialogfähigkeit entwickelt«, beschreibt er die Phase im Ringen der Kirche. »Wir haben einander unsere Überzeugungen anerkannt und uns gegenseitig Freiheit und Überzeugung zugestanden.« Das seien gute Voraussetzungen, gemeinsame Wege in die Zukunft zu finden und zu gestalten.

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