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Norddeutsche Konferenz – Superintendent Olaf Wischhöfer

Der Distrikt

Die Norddeutsche Jährliche Konferenz organisiert ihre Arbeit im gesamten Konferenzgebiet in einem Distrikt. Dafür sind die beiden Superintendenten Olaf Wischhöfer und Holger Sieweck zuständig.

Kurzportrait

Da ist etwas, das alle wissen müssen

Olaf Wischhöfer wurde 1965 in Hamburg geboren und wuchs in Lübeck auf. Seine gymnasialen Schwerpunkte mit Mathematik und Physik zielten auf einen beruflichen Weg als Ingenieur. Die Glaubenserfahrungen als 18-Jähriger bei einer Evangelisation in seiner Heimatgemeinde Lübeck-Dornbreite sowie der Zivildienst bei der Heilsarmee in Hamburg-St. Pauli setzten jedoch andere Akzente. Vor allem die Predigten des Pastors seiner Heimatgemeinde, Werner Braun, faszinierten ihn. »Dass da einer etwas sagt, was existentiell ist und mit allem zu tun hat – ob Frieden, Welt, alles gehört dazu –, das hat mich tief beeindruckt.« Ihm sei klargeworden, »dass mich da etwas gezogen hat«, beschreibt der eher introvertierte Pastor dieses damalige Erleben. »Ich hatte den Eindruck, da ist etwas, das alle wissen müssen.«

So führte ihn sein Weg 1987 in den pastoralen Dienst. Über das Praktikum in Köln und das Studium am Theologischen Seminar in Reutlingen (heute Theologische Hochschule Reutlingen) führten die weiteren Stationen 1993 nach Hamburg-Harburg und Wilhelmsburg, 1995 nach Leer in Ostfriesland, 2003 nach Hamburg-Hamm und von 2013 an nach Osnabrück. Mitte des Jahres 2025 trat er seinen Dienst als Superintendent an.

Nicht auf alle Fragen eine Antwort haben müssen

»Mein Gemeindedienst war davon geprägt, missionarischen Gemeindeaufbau treiben zu wollen«, beschreibt der verheiratete Familienvater von vier erwachsenen Kindern seine Leidenschaft als Gemeindepastor. Gleichzeitig blickt er kritisch auf diese Zeiten zurück. Er habe viele Ansätze mitgestalten können und mit den Gemeinden zusammen die Arbeit »zukunftstauglich« weiterentwickeln können. Gemeinden hätten einen »Kulturwandel« vollzogen, sich in den Stadtteil hinein vernetzt oder sich für die Nöte von Mitmenschen interessiert. »Allerdings«, so Wischhöfer, »ist der missionarische Erfolg nicht im erhofften Maß eingetreten.« Er beschreibt diese Erfahrung damit, immer wieder an unüberwindbar scheinende Grenzen gekommen zu sein. Darüber hinwegzukommen sei nicht einfach – weder für die Gemeinde noch für den Pastor. Statt aufzugeben habe ihn das aber zum Weiterfragen animiert. Dabei habe er entdeckt, dass manche theologischen Angebote und Antworten zu eng oder zu einfach seien. »Andere haben auch recht; die Welt ist größer«, beschreibt er diesen inneren Umbruch aus einer eher eng geprägten Frömmigkeit in eine sich weiter öffnende theologische Grundhaltung.

Während einer dreimonatigen Auszeit im Recollectiohaus bei den Benediktinern im fränkischen Münsterschwarzach sei er »in eine neue Welt der Spiritualität« eingetaucht. »Das war eine seelsorgerlich sehr berührende Erfahrung«, beschreibt Wischhöfer diese Zeit. Für ihn leitend wurde daraufhin der Satz: »Ich muss nicht auf alle Fragen eine theologische Antwort haben.« Aus seinen jugendlichen Glaubenserfahrungen hatte er eine Haltung übernommen, dass überzeugter Glaube »immer eine Antwort haben muss«. Dieser Druck sei jetzt weg, was er als »eine sehr wohltuende Erfahrung« beschreibt. »Ich muss nicht alles wissen und können, sondern Gott will sich in mir entfalten können.« Das nehme er jetzt auch in seine neue Aufgabe als Superintendent mit.

Die Herausforderungen zusammen mit der Dienstgemeinschaft und den Gemeinden zu meistern

Deshalb beschreibt Wischhöfer die Herausforderung im Amt als Superintendent so: »Ich habe Lust mit meinen Kolleginnen und Kollegen am weiteren Weg der Kirche zu arbeiten.« Dabei habe er auch im Blick, dass Bischof Harald Rückert (von 2017 bis 2025 für Deutschland zuständiger Bischof der EmK) bei einer der letzten Konferenzen sagte: »Wir stehen vor Veränderungen, deren Ausmaß wir noch nicht einmal erahnen.« Er habe dafür kein fertiges Konzept »wie das mit weniger Menschen und Finanzen gehen kann«. Er ist gespannt auf die neue Aufgabe und sieht darin »eine extreme Herausforderung, noch einmal als Mensch zu wachsen und in der Dienstgemeinschaft und mit den Gemeinden diese Aufgaben anzugehen«.

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