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Distrikt Südost – Superintendent Matthias Kapp

Der Distrikt

Die Süddeutsche Jährliche Konferenz organisiert ihre Arbeit im gesamten Konferenzgebiet in zwei Distrikten. Superintendent Matthias Kapp ist zusammen mit Superintendentin Dorothea Lorenz für den Distrikt Südost zuständig.

Kurzportrait

Ein Hirte für die Hirten

»Ich bin jetzt seit dreißig Jahren Pastor mit Leib und Seele«, war der erste Satz von Matthias Kapp nachdem ihn der Bischof zum Superintendenten berufen hatte. Pastor bedeute übersetzt »Hirte sein«. »Das kann ich«, so der frisch zum Superintendenten Berufene. Diese Aufgabe sehe er auch in seinem neuen Amt angesagt. Die Kirchenordnung bringe in der Beschreibung des Superintendentenamts diese Aufgabe auch auf den Punkt: »Den pastoralen Mitgliedern und ihren Familien Unterstützung und Fürsorge angedeihen (zu) lassen«. Kapp schlussfolgert daraus: »Der Superintendent ist also ein ›Hirte für die Hirten‹.«

Jungschar, Zivildienst, Pastor – Berufung auf dem Weg

Der Ehemann und Familienvater zweier erwachsener Kinder wurde 1966 in Tübingen geboren und ist dort aufgewachsen. Von Kind an sei er »in die EmK hineingewachsen« und habe aktiv mitgearbeitet. Als Jungscharleiter lernte er, was es heißt, Leitungsaufgaben und Verantwortung wahrzunehmen. In Chören, Posaunenchören und Bläserkreisen entfaltete er seine musikalischen Fähigkeiten.

Sein Weg zum Pastor begann während der Zivildienstzeit. Damals sei ihm der Ruf in den pastoralen Dienst bewusst geworden. Das Kolleg für biblische Sprachen in Stuttgart, ein Praktikumsjahr in der dreißig Kilometer nordöstlich von Stuttgart gelegenen EmK-Gemeinde des Bezirks Backnang und das Theologiestudium in Tübingen und Reutlingen bildeten die Grundlage für den sich dann anschließenden Gemeindedienst. Dieser begann 1994 als Pastor auf Probe in Mössingen, am Fuß der Schwäbischen Alb. Nach der Ordination war er von 1997 an neun Jahre als Pastor in der Zionsgemeinde in der Stuttgarter Weststadt. Von 2006 an war er noch einmal, jetzt als leitender Pastor, in Mössingen, bevor er 2017 in die zwanzig Kilometer nördlich von Stuttgart gelegene Schiller-Stadt Marbach am Neckar wechselte. Bis zum Start ins Superintendentenamt im Jahr 2025 war er dort leitender Pastor der evangelisch-methodistischen Erlöserkirche.

Leiten durch Lieben

Auf die Frage, was er aus seiner umfangreichen Erfahrung als Gemeindepastor in den neuen Dienst als Superintendent mitnehme, antwortet Kapp ganz spontan: »Wertschätzung!« Die Wertschätzung der Ehrenamtlichen in der Gemeinde sei ihm zunehmend wichtig geworden. »Das hilft den Hauptamtlichen genauso, dass sie gesehen werden und dass sie in ihren Stärken wahrgenommen werden«, ist Kapp von der Übertragbarkeit dieser anerkennenden Grundhaltung in seine neue Aufgabe überzeugt. Dazu gehöre auch, viel Freiraum zu ermöglichen. Es gehe darum, »Menschen ihre Stärken ausleben zu lassen und nicht so viele Vorgaben zu machen«. Auf diese Weise könne etwas in Bewegung kommen.

Dazu passt auch sein Motto »Leiten durch Lieben«. Das habe er bei einer Predigtvorbereitung über das Schlusskapitel des Johannes-Evangeliums entdeckt. Dort fragt Jesus den zuvor gescheiterten Petrus eindringlich und mehrfach »Hast du mich lieb?«. Kapp leitet daraus den von Jesus kommenden Impuls ab, dass Leitung in der Gemeinde nur aus Liebe heraus gelingen könne. »Es geht nicht anders, als dass man aus dieser Liebe heraus agiert und als Hirte tätig ist«, sagt er dazu. Dazu gehörten außerdem Einfühlsamkeit, Aufmerksamkeit, Überzeugen und die Menschen auf einen Weg mitzunehmen. Obwohl das alles sehr harmonisch klinge, sei ihm bewusst, dass die neue Leitungsaufgabe seinerseits auch Klarheit zur Wegweisung brauche. Er werde alles daransetzen, sein Motto »Leiten durch Liebe« in guter Weise mit der Klarheit von Wegweisung zu verbinden und durchzuhalten.

Ein Strahlen, ein Glanz soll wieder sichtbar werden

Deshalb sei Leitung vor allem eine Kommunikationsaufgabe. Bei der Erarbeitung gemeinsamer Ziele habe er gute Erfahrungen mit Gemeindekonferenzen und Vorstandsklausuren gemacht. »Das oft mühsame Geschäft, eine Gemeinde gemeinsam zu organisieren, wird dann leichter, wenn eine Sehnsucht verbindet und Aufbruch und Erneuerung spürbar sind«, beschreibt Kapp gelingende Leitungsarbeit in der Gemeinde.

Den begonnenen Veränderungsprozess der Süddeutschen Jährlichen Konferenz sieht Kapp vom Grundsatz her positiv. In seiner neuen Leitungsfunktion wird er an der Umsetzung federführend mitwirken müssen. Bei allen damit verbundenen Herausforderungen, sagt er spontan: »Vom Kern her bin ich optimistisch!« Es sei grandios wie viele Menschen sich mit all ihrer Kompetenz eingebracht haben. Deshalb sei er sehr optimistisch, dass auf dieser Basis gemeinsamen Planens und Handelns etwas Neues entstehen könne. Er wünscht sich dabei, »dass die Menschen, die jetzt in der EmK sind, diese Kirche herzlich und gut leben, dass wirklich ein Strahlen, ein Glanz sichtbar wird, der unsere Kirche und unsere Gemeinden kennzeichnet«. Dieser Glanz sei an vielen Stellen schon da. »Wenn wir erkennen, was wir für eine Botschaft haben, kann der Glanz Raum gewinnen, und das wird uns guttun«, sagt der Optimist Kapp.

Hobby mit Selbstberatungspotential

Fast nebenbei, als diene es nur der Vollständigkeit, erwähnt Kapp in den ersten Zeilen seines Lebenslaufs sein Hobby als Besitzer eines kleinen Weinbergs in Tübingen. Es könnte sein, dass dieses Hobby für den Superintendenten in seiner neuen Aufgabe wohl selbst zu einem Gleichnis werden kann. In biblischen Geschichten und den Gleichnissen Jesu ist immer wieder von Weinbergen die Rede. Vom Winzer ist regelmäßige Pflege gefordert, Zuwendung und treuer Einsatz. Aber auch von klaren Schnitten und nötigen Eingriffen zur Verbesserung des Ertrags erzählen die biblischen »Fachberichte«. So dürfte das Weinberghobby eine nicht geplante und doch hilfreiche Vor-Ausbildung und im weiteren Dienst eine fortlaufende Begleitung für die Aufgabe als Superintendent sein. Kapps Brüder und Schwestern im Gemeindedienst sollten »ihrem neuen Chef« wünschen, dass er weiterhin Zeit für sein Hobby mit lehrreichem Selbstberatungspotential findet.

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